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Special

03.11.2016

14:38 Uhr

Trump und die Flüchtlingskrise

Wie die US-Rechte vor deutschen Verhältnissen warnt

VonNils Rüdel

Deutschland, erobert vom Islamischen Staat: Ein Propaganda-Video macht in den USA Stimmung gegen die deutsche Flüchtlingspolitik – und indirekt für Donald Trump. Die amerikanische Rechte ist im Internet hochaktiv.

US-Wahlkampf Gone Bad

Trump-Wahlkampfvideo zeigt Deutschland als islamischen Staat

US-Wahlkampf Gone Bad: Trump-Wahlkampfvideo zeigt Deutschland als islamischen Staat

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WashingtonDie Aufmachung soll die Zuschauer gruseln lassen. Eine Europa-Karte mit Deutschland in der Mitte, und zwischen den rot umfassten Grenzen weht die schwarz-weiße Schreckensflagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dazu warnt eine Stimme auf Englisch mit deutschem Akzent: „Das Einsickern syrischer Flüchtlinge hat es unseren mutigen Dschihad-Kämpfern ermöglicht, Deutschland zu erobern, anzupassen und umzuwandeln, um unser Kalifat auszudehnen.“

Dann Bilder von Touristen-Attraktionen: Auf dem Oktoberfest hängt ein Verbotsschild von Schweinefleisch und Alkohol, im Schwarzwald liegen Minen vergraben, auf dem Kölner Dom prangt der Halbmond, an Schloss Neuschwanstein und dem Brandenburger Tor wehen IS-Flaggen.

Das knapp anderthalbminütige Video der fremdenfeindlichen US-Gruppe „Secure America Now“ unter dem Titel „Willkommen im Islamischen Staat Deutschland“, das vor kurzem ins Internet hochgeladen wurde, soll im US-Wahlkampf Stimmung machen – gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Auch wenn nichts über eine Verbindung zur Kampagne des republikanischen Herausforderers Donald Trump bekannt ist und er im Video auch nicht erwähnt wird – inhaltlich fügt es sich in dessen Wahlkampf.

Wiederholt hatte Trump vor der Aufnahme von Flüchtlingen gewarnt, die unkontrolliert ins Land strömen würden und eine Gefahr für die Sicherheit darstellten. Sogar einen vorübergehenden Einreisestopp für Muslime hatte Trump gefordert, aus Sorge vor Islamisten und Terroristen. Im August hatte der Republikaner über seine Gegnerin und die deutsche Bundeskanzlerin gesagt: „Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden, und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist.“

Die Gruppe „Secure America Now“ ist eine als gemeinnützig eingetragene Organisation. Zuvor hatte sie bereits ein ähnliches Video über Frankreich veröffentlicht. Ein weiteres über die USA solle bald folgen, sagte ein Sprecher der rechtskonservativen US-Internetseite „Breitbart“. Demnach soll der Film zeigen, wie das Land bald aussehen würde, sollte Clinton Präsidentin. Die Seite wolle damit Wähler in umkämpften Bundesstaaten ansprechen.

Kommentare (37)

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Account gelöscht!

03.11.2016, 15:33 Uhr

Und wer noch Augen im Kopf hat, sieht was in den Großstädten -und bald auch anscheinend auf dem Land- sich herumtollt, die Polizei und die Justiz ganztägig beschäftigt. Sie schreien doch alle förmlich nach Personal.

Wenn dem anders wäre, wäre das Gedönsnicht so groß, auch nicht bei der politischen Ägide in Berlin.

VG

vom Cotti & Co.

Herr Herbert Maier

03.11.2016, 15:37 Uhr

"Wiederholt hatte Trump vor der Aufnahme von Flüchtlingen gewarnt, die unkontrolliert ins Land strömen würden und eine Gefahr für die Sicherheit darstellten." Aber das hat sich doch in Deutschland schon voll bewahrheitet, oder nicht? Silvester-Nacht Köln; Attentate in Deutschland, Frankreich usw. pp. Wer kann überhaupt ernsthaft dafür sein, alle Interessenten UNKONTROLLIERT ins Land zu lassen, wie von Frau Merkel praktiziert und propagiert? Es ist doch absolute Basis einer wehrhaften Demokratie, dass man wenigstens überprüft, WER ins Land kommt. Insofern weiß ich jetzt nicht, was an Trumps Aussage falsch sein soll.

Baron v. Fink

03.11.2016, 15:40 Uhr

Investoren brauchen Sicherheit, daher fließt kein Geld mehr nach Europa. Im Gegenteil wie ziehen unser Kapital ab. Es ist uns egal woher der Terror kommt.
Wir brauchen keine europäischen Verhältnisse.

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