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Special

20.10.2016

06:17 Uhr

TV-Duell vor US-Wahl

„Das werden wir sehen, wenn es soweit ist“

VonAxel Postinett

Eklat bei der Debatte: Donald Trump weigert sich, zu versprechen, er werde die Wahlergebnisse anerkennen. Hat er damit selber die letzte Chance auf die US-Präsidentschaft vertan? Eine Analyse des TV-Duells.

US-Wahl 2016

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San FranciscoWird Donald Trump das Wahlergebnis im November akzeptieren? Es war eine einfache Frage, aber die Antwort war verstörend. „Das werden wir sehen, wenn es soweit ist“, lautete die trotzige Antwort des republikanischen Kandidaten auf die Frage des Moderators. Eisern hält er an seiner Behauptung fest, diese Wahl sei „getürkt“. Schon alleine, weil Hillary Clinton kandidieren dürfe, weil sie „schwerer Verbrechen“ beschuldigt sei.

Der tapfere Moderator Chris Wallace hakte noch einmal nach, wollte Trump eine Brücke bauen, erinnerte ihn, dass Amerika nach jedem Wahlkampf, so heftig dieser auch war, wieder zusammengefunden habe. Aber Trump wich keinen Millimeter: „Die Medien vergiften die Situation.“ Das sei „entsetzlich“, mischte sich Hillary Clinton ein. „So ist das immer, wenn etwas nicht so läuft, wie er will. Dann ist immer alles getürkt.“

+++Liveblog zur dritten TV-Debatte+++: Die letzte Runde der großen Schlammschlacht

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Die letzte Runde der großen Schlammschlacht

Hillary Clinton und Donald Trump haben sich eine temporeiche dritte TV-Debatte geboten. Die US-Präsidentschaftskandidaten diskutierten erhitzt quer durch alle wichtigen Themenblöcke. Der Liveblog zum Nachlesen.

Es war irgendwie ganz passend für diesen ohnehin längst aus dem Ruder gelaufenen Wahlkampf, dass sich die beiden Präsidentschaftskandidaten zum entscheidenden Schlagabtausch in der Spielerstadt Las Vegas in der Wüste von Nevada trafen. In der roten Ecke ein mäßig erfolgreicher Casinobetreiber und in der blauen eine angeschlagene Berufspolitikerin mit einem Glaubwürdigkeitsproblem.

Wieder verweigerten die Kontrahenten den Handschlag zu Beginn, was nicht einmal Boxer im Ring in Las Vegas machen, die sich hinterher verprügeln. Und es war ein Menetekel für das, was kommen sollte. Moderator Wallace hatte stellenweise erhebliche Mühe, die Kontrahenten unter Kontrolle zu halten.

Donald Trump griff an, wie jemand, der nichts mehr zu verlieren, sondern nur noch zu gewinnen hat. Er war nach kompromittierenden Tonaufnahmen bereits angezählt in die Veranstaltung gegangen und versuchte nun, einen schnellen K.o. zu erzielen. Er wusste, ein Punktsieg bringt ihn nicht mehr weiter.

Zuerst punktete er auch beim Thema Einwanderung und Grenzschutz. Aber nichts wies darauf hin, dass er sich besser auf die Themen vorbereitet hatte als bei den ersten beiden Debatten. War er einmal im Vorteil, verlor er den Faden, wechselte das Thema oder ließ sich von Clinton die Themen aufzwingen.

Der gelang es, die Putin-Karte zu spielen und Trump in die kommunistische Ecke zu drücken. Schon musste er sich verteidigen, und auf die Bemerkung, Putin habe keinen Respekt vor Clinton, verfing die Antwort „weil er gerne eine Puppe als Präsidenten sehe“. Trump konnte nur noch zurückbrüllen: „Du bist die Puppe, du bist die Puppe.“ Am Ende musste er noch beteuern, dass er nicht hinter angeblichen russischen E-Mail-Hacks gestanden habe.

Kommentare (30)

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Account gelöscht!

20.10.2016, 08:43 Uhr

Warum in alles in der Welt sollte Trump jetzt schon der Clinton zu etwas gratulieren, dass Sie noch nicht gewonnen hat. Und warum sollte sich Trump damit selbst belasten in dem er damit indirekt seine Niederlage schon vor der Wahl eingestehen soll.
Und jeder Kandidat hat das Recht ein Wahlergebnis nachprüfen zu lassen. Das wäre ja noch schöner, wenn man alles schlucken und hinnehmen müsste ohne eine Nachprüfung. Das ist weder im Privaten, noch im Geschäft und erst recht nicht in der Politik so. Danke!

Herr Holger Narrog

20.10.2016, 08:44 Uhr

Das ist natürlich eine sehr unglückliche US Präsidentenwahl.

Eine Kandidatin aus dem linken US Establishment die die Schwächen des US Systems zu verstärken beabsichtigt und ein Kandidat der das System aufzubrechen verspricht, aber kein erkennbares, konsistentes Programm hat.

Herr Herbert Maier

20.10.2016, 08:46 Uhr

Warum die Aufregung? Noch nie etwas davon gehört, dass Wahlen auch manipuliert werden können? Warum sollte Trump bereits vor Durchführung der Wahl versprechen, er werde z.B. bei eventuellen Unregelmäßigkeiten trotzdem alles akzeptieren? Selbstverständlich sollte er, wie jeder andere, die Möglichkeit haben, in dem Fall die Wahl nicht zu akzeptieren, anzufechten und überprüfen zu lassen. Also man kann über Trump denken was man will, aber DIESE Story ist einfach nur hochgekochte Hetze gegen ihn.

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