Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

07.11.2016

15:29 Uhr

US-Präsidentschaftswahl

Clinton in letzten Umfragen vor Wahl vorne

Die vom FBI zurückgenommenen Zweifel an Hillary Clintons Umgang mit geheim eingestuften E-Mails kommt in neu veröffentlichten Umfrageergebnissen noch nicht zum Tragen. Dennoch verteidigt sie ihren Vorsprung.

Der Eisbär ist den jüngsten Umfragen zufolge auf der richtigen Spur. Hillary Clinton liegt vor ihrem Rivalen Donald Trump. Reuters

Tierorakel im russischen Krasnojarsk

Der Eisbär ist den jüngsten Umfragen zufolge auf der richtigen Spur. Hillary Clinton liegt vor ihrem Rivalen Donald Trump.

WashingtonEinen Tag vor der Präsidentenwahl in den USA liegt die Demokratin Hillary Clinton in mehreren Umfragen vor ihrem Rivalen Donald Trump. Sowohl in der am Montag veröffentlichten Erhebung des Senders CBS als auch in einer Umfrage von Washington Post/ABC schneidet sie jeweils vier Prozentpunkte besser ab als der Republikaner. Bei einer von Bloomberg veröffentlichten Erhebung liegt der Vorsprung bei drei Prozentpunkten.

Alle Befragungen fanden statt, bevor die US-Bundespolizei FBI Clinton am Sonntag in der wiederaufgeflammten Affäre um E-Mails aus ihrer Zeit als Außenministerin entlastete und erklärte, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Anklage. Präsidentschaftskandidat Trump hatte wiederholt das Wahlsystem als „manipuliert“ bezeichnet und angedeutet, das Ergebnis im Falle einer Niederlage nicht anzuerkennen. Doch laut Washington-Post-Umfrage wollen 80 Prozent der Leser das Wahlergebnis nicht anzweifeln, unabhängig vom Ausgang.

Die Umfragen bilden die landesweite Stimmung ab. Entscheidend ist aber, wie die Wahl in den einzelnen Bundesstaaten läuft, in denen das Rennen noch als offen gilt. Denn die für einen Sieg notwendigen 270 Wahlleute kommen über das Abschneiden in den jeweiligen Bundesstaaten zusammen. Etwa ein Dutzend sogenannter Swing States gelten als nach wie vor besonders umkämpft. Die Statistik-Website FiveThirtyEight sieht insgesamt nach wie vor Clinton klar im Vorteil.

Die Washington-Post-Umfrage sieht in einigen umkämpften Staaten das Momentum auf Trumps Seite. Sein Vorsprung bei einer Betrachtung nur von Colorado, Florida, Nevada, New Hampshire, North Carolina und Ohio liegt demnach dort bei zehn Prozentpunkten. Allerdings war die Zahl der Befragten mit 336 Interviews äußerst gering und die Fehlerbreite der Umfrage damit groß.

Das Wahlmännergremium bei der US-Präsidentenkür

Das „Electoral College“

Bei der US-Wahl stimmen die Wähler nicht direkt über ihren künftigen Präsidenten ab. Vielmehr wählen sie ein Kollegium aus Wahlmännern und -frauen („Electoral College“), das dann den Präsidenten und seinen Vize kürt.

Zusammensetzung

Dem Kollegium gehören 538 Wahlmänner und -frauen an. Wie viele Wahlleute ein Bundesstaat hat, hängt von seiner Bevölkerungsstärke ab.

The Winner takes it all

In den meisten Staaten gilt die Alles-oder-nichts-Regel: Sämtliche Plätze des Staates im Electoral College gehen also an die Wahlmänner und -frauen jenes Kandidaten, der dort die Mehrheit errungen hat - egal, wie knapp. Ausnahmen machen nur Maine und Nebraska, wo die Wahlleute proportional aufgeteilt werden.

Die magischen 270

Für den Einzug ins Weiße Haus sind 270 der 538 Stimmen erforderlich. Das Wahlsystem macht es möglich, dass jemand Präsident wird, der zwar im Electoral College die Mehrheit hat, nicht aber bei den landesweit abgegeben Stimmen.

Der Fall Bush vs. Gore im Jahr 2000

Al Gore hatte zwar landesweit eine hauchdünne Mehrheit der Wählerstimmen errungen. Doch durch seinen strittigen Sieg in Florida kam George W. Bush Bush auf die Mehrheit der Stimmen im Wahlkollegium und wurde Präsident.

Sind die Wahlleute gebunden?

In den meisten Bundesstaaten sind sie nicht verpflichtet, entsprechend des Wahlausgangs abzustimmen. Es ist jedoch extrem selten, dass ein Mitglied des Electoral College anders votiert als das Wahlergebnis vorgibt.

Der Ablauf

Sechs Wochen nach der Wahl, am 19. Dezember, kommen die Wahlleute aus allen Bundesstaaten zusammen und geben ihre Stimmen in versiegelten Umschlägen ab. Diese werden dann an den Kongress weitergeleitet. Der Präsident oder die Präsidentin wird dann am 20. Januar vereidigt.

In wichtigen Wählergruppen liegt Clinton landesweiten deutlich vorne. Von den Nicht-Weißen dürften sich 77 Prozent für sie entscheiden und nur 15 Prozent für Trump. Bei Latinos ist ihr Vorsprung mit 52 Prozentpunkten sogar größer als es bei Obamas Wiederwahl 2012 der Fall war (plus 44 Punkte). Trump führt unter weißen Wählern mit 53 zu 37 Prozent, bei Weißen ohne Hochschulabschluss liegt der Vorsprung sogar bei 31 Prozentpunkten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×