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Special

10.11.2016

22:59 Uhr

US-Präsidentschaftswahl

„Trump-Jump“ an den Weltmärkten – Dow auf Rekordhoch

Vor der Wahl in den USA hatten viele Experten im Falle einer Wahl Donald Trumps zum Präsidenten ein Absacken etwa beim US-Index S&P 500 erwartet. Doch in den ersten Tagen danach kommt es anders. Das hat mehrere Gründe.

Mit einem kleinen Luftsprung reagierten auch die Märkte auf die Wahl des Republikaners. AFP; Files; Francois Guillot

Trump-Anhänger feiern vor dem Weißen Haus

Mit einem kleinen Luftsprung reagierten auch die Märkte auf die Wahl des Republikaners.

Frankfurt/New YorkDie Anleger rund um den Globus interpretieren die Wahl Donald Trumps im Moment anders, als sie es vor der US-Präsidentschaftswahl angekündigt hatten. Sie hoffen darauf, dass der künftige Regierungschef der USA die Finanzwirtschaft deregulieren werde. Die Kursentwicklung legt auch nahe, dass von Investoren eine hohe Nachfrage nach Baudienstleistungen und Rohstoffen erwartet wird. Trump hat Investitionen in die Infrastruktur des Landes versprochen.

Als in den Wochen vor der Wahl der Vorsprung von Trumps Rivalin Hillary Clinton geschrumpft war, hatte der US-Index S&P 500 neun Tage in Folge verloren. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des Ergebnisses hatte ein globaler Ausverkauf an den Märkten eingesetzt. Doch von der Skepsis gegenüber Trump ist schon zwei Tage nach der Wahl kaum noch etwas zu spüren. Der japanische Nikkei hatte am Mittwoch mehr als fünf Prozent verloren – und am Donnerstag dann fast sieben Prozent zugelegt.

Aus dem befürchten „Trump-Dump“ („Trump-Ausverkauf“) ist der – wenn auch kleine – „Trump-Jump“ („Trump-Freudensprung“) geworden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,2 Prozent höher auf 18.807 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 0,2 Prozent auf 2167 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,8 Prozent auf 5208 Stellen. Dax und EuroStoxx50 gingen jeweils knapp im Minus bei 10.630 und 3048 Punkten aus dem Handel. Dax und EuroStoxx50 schlossen jeweils knapp im Minus bei 10.630 beziehungsweise 3048 Punkten. Einzelne Werte wie die Deutsche-Bank-Aktie verzeichneten aber starke Zuwächse.

Reaktionen aus dem Netz

Der europäische Branchenindex für die Bauindustrie kletterte zeitweise sogar auf ein Neun-Jahres-Hoch von 427,04 Punkten. Hier wetteten Investoren auf das möglicherweise folgende Infrastruktur-Programm. Genährt werde der Optimismus von Trumps Siegesrede, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. „Er hat sich mehr auf Einigkeit und die Notwendigkeit von Investitionen zur Ankurbelung der Konjunktur konzentriert. Kombiniert mit seinen Plänen zu Deregulierung und Steuersenkungen ist dies alles sehr marktfreundlich.“

Die Aussicht auf eine steigende Nachfrage trieb auch die Rohstoffpreise. Das zur Herstellung von Stromkabeln und Wasserrohren verwendete Kupfer verteuerte sich um bis zu 5,6 Prozent auf 5714 Dollar je Tonne und stand damit vor dem größten Tagesgewinn seit dreieinhalb Jahren.

Am Devisenmarkt legte die US-Währung ebenfalls erneut zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gewann 0,4 Prozent. Der Euro kostete 1,0899 Dollar. Die Valuta profitierte neben der Aussicht auf ein beschleunigtes US-Wachstum von Spekulationen auf eine anziehende Inflation und damit raschere Zinserhöhungen der Notenbank Fed. Dabei sei ein möglicher Preistreiber die von Trump geplante Anhebung der Einfuhrzölle zum Schutz der US-Unternehmen, betonte Michael Hasenstab, Chef-Anleger des Fondsanbieters Templeton.

Kommentare (13)

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Frau Annette Bollmohr

10.11.2016, 16:01 Uhr

"Vor der Wahl in den USA hatten viele Experten im Falle einer Wahl Donald Trumps zum Präsidenten ein Absacken etwa beim US-Index S&P 500 erwartet. Doch in den ersten Tagen danach kommt es anders. Das hat mehrere Gründe."

Der wichtigste:

Die Finanzelite weiß schon: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Herr Franz Paul

10.11.2016, 16:08 Uhr

Und wieder mal lagen die "Experten" falsch! Es ist so geil!!!

Herr Jürgen Mücke

10.11.2016, 16:13 Uhr

Ach gähn.

Das ist doch jedesmal so.

Umfragen sagen vorher was anderes aus um die Wähler noch zu beeinflussen...

Beispiele:

Griechenland Hilfe Brexit Olympia Befragung etc.

Das ist doch gängige Masche...

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