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Special

08.11.2016

17:15 Uhr

US-Präsidentschaftswahlen

So läuft die historische Wahlnacht ab

Die Amerikaner wählen ihren 45. Präsidenten. Am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit dürfte feststehen, ob Hillary Clinton oder Donald Trump in das Weiße Haus einzieht. Was Sie über die spannende Wahlnacht wissen müssen.

Die „Washington Post“ prophezeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen in 15 Bundesstaaten. dpa

Wahllokal in New Hampshire

Die „Washington Post“ prophezeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen in 15 Bundesstaaten.

WashingtonWie auch immer die Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgehen mag – das Ergebnis ist in jedem Fall historisch: Entweder zieht mit Hillary Clinton die erste Frau in der Geschichte der USA in das Weiße Haus ein. Oder mit Donald Trump ein Immobilienunternehmer und „Rookie“, also Neuling im politischen Geschäft.

Bis zuletzt reisten die beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump durch die meist umkämpften Bundesstaaten und warben für sich. Nun hat der Wahlkampf nach eineinhalb Jahren mit hunderten Auftritten, unzähligen Reden und drei TV-Debatten ein Ende. Die Amerikaner entscheiden – und es wird spannend. Der neue Präsident wird vermutlich erst am frühen Mittwochmorgen deutscher Zeit feststehen. Was Sie über die Wahlnacht wissen sollten.

Wann schließen die Wahllokale?
In den USA gibt es sechs Zeitzonen, die ersten Wahllokale schließen um Mitternacht deutscher Zeit. Den Anfang machen die Staaten an der Ostküste von Neuengland über New York bis hinunter nach Florida. Es folgen die Südstaaten und der Mittlere Westen bis dann zwischen fünf und sieben Uhr morgens die letzten Wahllokale an der Westküste zu machen. Bereits geschlossen haben die Wahllokale in den drei Dörfern Dixville Notch, Hart's Location und Millsfield im Bundesstaat New Hampshire. Die Wähler dort sind seit eh und je stolz darauf, als erste ihre Stimme abzugeben. Bei der traditionellen mitternächtlichen Abstimmung (Ortszeit) lag der Republikaner Donald Trump in der Nacht mit insgesamt 32 zu 25 Stimmen gegen die Demokratin Hillary Clinton in Führung. In dem kleinsten der Örtchen, Dixville, setzte sich Clinton mit 4:2 Stimmen gegen Trump durch

Wann gibt es erste Ergebnisse?
Erste Teilergebnisse, allerdings noch keine Hochrechnungen, kommen um Mitternacht deutscher Zeit aus Bundesstaaten wie Kentucky und Indiana. Es folgen Georgia, Virginia und Florida (ab 1:00), North Carolina und Ohio (ab 1:30), New Hampshire, Pennsylvania, Michigan, Texas und Florida ein (2:00), New York, Wisconsin, Arizona und Colorado (ab 3:00). Gegen vier Uhr früh gibt es Ergebnisse aus Staaten wie Utah, Iowa und Nevada. Die Bürger von Hawaii und Alaska, der zugleich nördlichste und westlichste Bundestaat, sind die Schlusslichter in der langen Reihe der Staaten.

Wahlnacht in Washington: Wie die deutschen TV-Sender berichten

ARD

Nach den „Tagesthemen“ führen Susan Link und Matthias Opdenhövel ab 22.45 Uhr durch „Die US-Wahlnacht im Ersten“. Die ganze Nacht über soll WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn Analysen und die neuesten Zahlen aus den USA liefern - zusammen mit Infratest Dimap und amerikanischen Partnern. Im Studio kommentieren Amerika-Kenner wie Cathryn Clüver von der Harvard University, Erik Kirschbaum, Deutschland-Korrespondent der Agentur Reuters in Berlin, und Klaus Scharioth, ehemaliger Staatssekretär für Sicherheits- und Verteidigungspolitik, das Wahlergebnis.

Mit eigenen Gesprächsrunden ist Sandra Maischberger Teil der Sendung (ab 22.45 Uhr: unter anderem mit Schauspieler Hannes Jaenicke und „Spiegel“-Journalist Markus Feldenkirchen). In Berlin spricht Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, mit deutschen Politikern wie Wolfgang Schäuble und Sigmar Gabriel über die Auswirkungen der Wahl. In den USA sind Ina Ruck, Sandra Ratzow, Stefan Niemann und Markus Schmidt unterwegs, etwa in Washington, New York sowie in den entscheidenden Swing States - etwa in Florida oder Ohio. Auch am Mittwochabend behält das Erste das Thema US-Wahlkampf im Blick, mit dem sich unter anderem ein „Brennpunkt“ um 20.15 Uhr befasst.

ZDF

Für das ZDF führen Bettina Schausten, Matthias Fornoff, Christian Sievers und Eva-Maria Lemke ab 0.15 Uhr durch „Die Nacht der Entscheidung“ live aus Berlin und Washington. Dutzende Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft und Kultur hat das ZDF angekündigt.

Das Moderationsteam begrüßt unter anderen den US-Botschafter John Emerson, den ehemaligen deutschen Botschafter in Washington und Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert Röttgen, den Chef von Ford Deutschland, Bernhard Mattes, den Schauspieler Walter Sittler, der auch einen US-Pass besitzt, sowie den in den USA geborenen ZDF-Moderator Steven Gätjen.

In Washington sollen Studioleiter Ulf Röller und Matthias Fornoff, Leiter der ZDF-Politikredaktion, die Entwicklungen des Abends einordnen. Auch aus New York und Kalifornien berichten laut ZDF die ZDF-Reporter und damit über die vielen Zeitzonen der USA hinweg. Das ZDF rechnet mit der Veröffentlichung der ersten Prognosen und Ergebnisse ab 1.00 Uhr deutscher Zeit.

Am Mittwoch bringt das ZDF um 19.25 Uhr ein „ZDF spezial“ zur Wahl mit Matthias Fornoff, um 21.45 Uhr meldet sich Claus Kleber mit dem „heute-journal“ live aus Washington.

RTL

Der private Marktführer klinkt sich um Mitternacht mit dem „Nachtjournal“ in die Berichterstattung aus den USA ein. Maik Meuser und Peter Klöppel moderieren durch die „Nacht der Entscheidung“, schalten dabei ins RTL-Wahlstudio, in dem Kloeppel über die ersten einlaufenden Ergebnisse aus den Ostküsten-Staaten informiert.

Das RTL-Frühmagazin beginnt bereits um 4.00 Uhr mit einem Schwerpunkt zur US-Wahl. Auch hier soll Kloeppel aus dem RTL-Wahlstudio zugeschaltet werden, in dem er - basierend auf den Zahlen der großen amerikanischen Networks - alle Ergebnisse und Reaktionen präsentieren will.

Im Laufe des Mittwochs berichten auch die Nachrichtensendungen „Punkt 12“, „RTL Aktuell“ und wiederum das „Nachtjournal“ schwerpunktmäßig über das Ergebnis und die Folgen für Amerika und die Welt.

SAT.1

Der Privatsender steigt mit einer „Akte Spezial“-Ausgabe mit Ulrich Meyer in die Wahlberichterstattung ein und berichtet ab 22.15 Uhr unter anderem über den kontrovers diskutierten Kandidaten Trump. Um 23.10 Uhr folgt die „Focus-TV-Reportage“ mit einem Bericht über Trumps Anhänger. Um 3.05 Uhr melden sich die Nachrichten mit den bis dahin vorliegenden Ergebnissen. Das „Sat.1-Frühstücksfernsehen“ geht bereits um 4.55 Uhr live auf Sendung. Im weiteren Tagesverlauf gibt es Nachrichten-Sondersendungen um 11.55 Uhr, 13.55 Uhr und 16.55 Uhr bis zur Hauptausgabe der „Sat.1 Nachrichten“ um 19.55 Uhr.

N-TV

Der Nachrichtensender stimmt schon frühzeitig auf die Wahlnacht ein und bringt um 19.05 Uhr die Reportage „Skurriles Amerika: Essen der Extreme“, danach folgen weitere Reportagen, bis ab Mitternacht ein langes „News Spezial“ zum Kampf ums Weiße Haus beginnt.

N24

Auch Konkurrent N24 startet das Programm zur Wahl frühzeitig mit einem Live-Bericht ab 18 Uhr, es folgen Reportagen, zum Beispiel um 21.05 Uhr rund um den Secret Service, die Personenschützer des Präsidenten und die Air-Force-One-Maschine, bis es um 0.10 Uhr live weitergeht.

3SAT

Der Gemeinschaftssender von ARD, ZDF, ORF und SRG übernimmt ab 23.45 Uhr das Signal des österreichischen ORF mit den Moderatoren Nadja Bernhard und Tarek Leitner. Aus Washington liefert Armin Wolf live Ergebnisse und Analysen.

Phoenix

Der Nachrichten- und Ereigniskanal läutet sein Wahlprogramm um 18.30 Uhr mit dem Bericht „Die Macht hinter dem Präsidenten“ ein, es folgen Reportagen wie „Die Ostküste der USA“ (20.15 Uhr) oder „Verrücktes Portland“ (21 Uhr), dann die Diskussion „Der Tag“ (23 Uhr), bevor um Mitternacht die Live-Berichterstattung aus den USA losgeht.

Wann steht der Sieger fest?
Es kann einige Zeit dauern, bis sich ein klares Bild ergibt. Vor vier Jahren lag der Republikaner Mitt Romney gegen halb fünf deutscher Zeit noch vorn, wenig später stand der demokratische Amtsinhaber Barack Obama kurz vor der Wiederwahl. Es wird erwartet, dass die TV-Sender zwischen fünf und sechs Uhr deutscher Zeit einen Sieger ausrufen. In der Wahlnacht 2012 erklärten drei US-Fernsehsender Obama gegen Viertel nach Fünf zum Sieger. In der Wahlnacht ist ein Blick in die sozialen Medien unerlässlich. Vor vier Jahren äußerte sich Obama zuerst über Twitter, als die Auszählungen deutlich auf seine Wiederwahl hindeuteten.

Auf welche Staaten sollte man achten?
In diesem Wahljahr stehen nach Angaben der „Washington Post“ in 15 Staaten spannende und teils sehr enge Rennen bevor. Besonders begehrt sind dabei Florida, North Carolina, Ohio und Pennsylvania, weil diese im Vergleich zu anderen Staaten mehr Wahlmänner und -frauen bestimmen. Diese wählen stellvertretend für das amerikanische Volk den US-Präsidenten und seinen Vize. Jeder Bundesstaat entsendet eine bestimmte Anzahl von Wahlmännern und -frauen, die sich nach der Bevölkerungsgröße des Staates richtet. Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner und -frauen. Der Kandidat, der am Ende mindestens 270 der Stimmen auf sich vereinen kann, wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten.

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