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Special

04.03.2016

01:55 Uhr

US-Republikaner

Ex-Kandidat Romney will Trump unbedingt verhindern

Sollte Donald Trump für die Republikaner ins Rennen um die US-Präsidentschaft gehen, fürchtet Mitt Romney um die Zukunft des Landes. Vor Studenten nennt er den Milliardär einen „Schwindler“. Trump reagiert umgehend.

Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber ließ keinen Zweifel daran, was er von Trump als Kandidat hielte. dpa

Romney an der Universität Utah

Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber ließ keinen Zweifel daran, was er von Trump als Kandidat hielte.

WashingtonDer ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seinen möglichen Nachfolger Donald Trump als gefährlich gebrandmarkt. Sollte Trump im Sommer wirklich der offizielle Kandidat der Partei werden, schwänden die Chancen auf „eine sichere und wohlhabende Zukunft“, sagte Romney am Donnerstag bei einer Rede in Utah.

Anders als behauptet sei Milliardär Trump auch kein „Unternehmergenie“. Im Gegenteil: „Donald Trump ist ein Schwindler“, sagte Romney vor rund 700 anwesenden Studenten.

Romney war 2012 offizieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner, unterlag dann aber in der Wahl gegen Amtsinhaber Barack Obama von den Demokraten. Trump bewirbt sich derzeit in Vorwahlen um die offizielle Kandidatur, die im Juli auf dem Parteitag der Republikaner vergeben wird. Nach einem ganzen Schwung Abstimmungen am Dienstag liegt Trump deutlich vor seinen Mitbewerbern in der Partei.

Das sind die Trump-Wähler

Geschlecht

Trumps Wähler sind überwiegend männlich. Er gewinnt weiter vor allem bei Republikanern ohne Collegeabschluss (über 40 Prozent Zustimmung), kann sein Spektrum aber erweitern.



Motive

Mehr als die Hälfte seiner Wähler sagt, sie sei wütend auf Washington, auf die Zustände dort und auf den Stillstand. Sie ist enttäuscht von der Regierung - und von der Republikanischen Partei. Diese habe nichts aus ihren jahrelangen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus sowie in vielen Staaten gemacht; Republikaner seien zu viele Kompromisse mit Präsident Barack Obama eingegangen.

Herkunft

Seine Wähler sind ganz überwiegend Weiße. Von ihnen geben sehr viele an, sie fühlten sich von den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur der USA bedroht (Nach offiziellen Angaben wird im Jahr 2044 jeder zweite US-Amerikaner einer nicht-weißen Bevölkerungsgruppe angehören.)

Bildung

Unter Trumps Wählern sind sehr viele Arbeiter. Die Fraktion der so genannten „blue collars“ (im Gegensatz zu den Angestellten mit den weißen Kragen) macht einen großen Anteil aus. Sie sehen sich seit vielen Jahren in Stich gelassen. Von einem etwaigen Aufschwung komme nichts bei ihnen an.

Politische Einstellung

Sehr viele Wähler Trumps wollten nach eigenen Angaben bisher nichts oder nichts mehr mit Politik zu tun haben. Viele gehen nun erstmals oder zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wählen. 85 Prozent der Trump-Wähler wollen einen Präsidenten, der nicht aus dem politischen Establishment kommt, sondern von außerhalb.

Die Schuldigen

„Die Medien“ sind für die Mehrzahl der Trump-Wähler ein Teil des Problems und eines verkrusteten Systems, das sie ablehnen. Trumps Anhänger sagen, er spreche ihre Sprache, nenne die Dinge beim Namen.

Wählergruppen

Bei Wählern, die Soldaten sind oder waren, schneidet Trump im Vergleich zu den Mitbewerbern am besten ab. Bei Evangelikalen, besonders bibeltreuen Christen, kommt der mehrfach geschiedene Trump auf ähnlich gute Werte wie der Tea-Party-Favorit Ted Cruz.

Themen

Inhaltlich besonders attraktiv sind für Trumps Wähler die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze und die Terrorbekämpfung. Die Relevanz des Themas Einwanderung hat zumindest am „Super Tuesday“ abgenommen.

85 Prozent der Trump-Wähler sind von seinem Vorschlag begeistert, keine Muslime mehr ins Land zu lassen.

Wandel

Fast jeder Zweite sagt: Trump bringt dem Land den nötigen Wandel. In South Carolina sagten über 90 Prozent der Trump-Wähler, ihr Mann könne mit internationalen Krisen am besten umgehen. Politologen entdecken in Trumps Wählerschaft immer stärkere Züge einer obrigkeitsstaatlichen Bewegung und einer Sehnsucht nach einem starken Mann.

Romney forderte seine Partei auf, Trumps Kür zum Kandidaten mit aller Macht zu verhindern. Dem Unternehmer fehle die Integrität für das Amt des Präsidenten. Romney verwies unter anderem darauf, dass Trump die Folter von Terroristen und die Tötung von deren Kindern befürworte.

Schwere Vorwürfe gegen Trump

„Das ist genau die Art von Wut, die andere Nationen in den Abgrund geführt hat“, sagte Romney. Die Republikaner sollten einen der anderen Bewerber auswählen – Ted Cruz, Marco Rubio oder John Kasich.

US-Wahl 2016: Trump soll 5000 Studenten betrogen haben

US-Wahl 2016

Trump soll 5000 Studenten betrogen haben

Einen Riecher für gute Geschäfte hatte Trump schon immer. Glaubt man einem US-Staatsanwalt, schreckte er auch vor dem Betrug seiner Studenten nicht zurück. Der Immobilienmilliardär soll sie um Millionen geprellt haben.

„Seine Versprechen sind so wertlos wie ein Abschluss an der Trump University“, sagte Romney mit Blick auf die Vorwürfe, Trump habe an seiner „Universität“ bis zu 5000 Studenten betrogen. In New York war die von Trump gegründete Trump University Ziel von Ermittlungen – wegen des Verdachts, sie werde ohne Genehmigung betrieben und werbe mit falschen Versprechungen. Trump bestreitet jedes Fehlverhalten.

„Seine Innenpolitik würde in die Rezession führen. Und seine Außenpolitik würde Amerika und die Welt unsicherer machen“, sagte Romney und fügte hinzu: „Er hat weder die Veranlagung noch das Urteilsvermögen, um Präsident sein zu können.“

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