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Special

05.10.2016

06:18 Uhr

US-Vize-Kandidaten im TV-Duell

Das Duell der Unbekannten

Im Duell der US-Vizepräsidentschaftskandidaten sind die Rollen vertauscht: Der Demokrat wirkt fahrig, der Republikaner gibt das präsidiablere Bild ab. Aber auch Trumps Vize kann seinen Chef nicht immer verteidigen.

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FarmvilleDie US-Vizepräsidentschaftskandidaten Tim Kaine und Mike Pence haben einen großen Teil ihrer Fernsehdebatte mit Auseinandersetzungen über ihre Chefs zugebracht. Der Demokrat Kaine forderte Pence in der Nacht zu Mittwoch immer wieder auf, sich zu umstrittenen Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu äußern. Pence zeigte sich anders als Trump vor gut einer Woche unerschütterlich und gut vorbereitet.

Pence bezeichnete Kaine und die demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton als Karrierepolitiker, die in Washington nicht ändern wollten. „Hillary Clinton und Tim Kaine wollen mehr vom Selben“, sagte er. Trump wolle dagegen Gesetz und Ordnung wiederherstellen. Dazu diene auch die rechtlich umstrittene Durchsuchung von Bürgern nach Waffen ohne konkreten Anlass.

Kaine sagte dagegen, die „Stop-and-Frisk“-Methode sei ein großer Fehler, da sie zu einer Polarisierung zwischen Polizei und Bürgern führe. Bei der Anwendung des Strafrechts gehe es nicht nur das Gesetz, sondern auch um Respekt. Diesen lasse Trump mit abfälligen Bemerkungen über Mexikaner und die Nachfahren von Einwandern aus Lateinamerika vermissen.

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Niemand hat auf die Steuererklärung des Republikaners Mike Pence gewartet, und doch ist sie da. Damit bringt der mögliche Vize-Präsident den Kandidaten Donald Trump mächtig in Bedrängnis.

Pence sah sich immer wieder in die Rolle des Trump-Verteidigers gedrängt. Kaine zitierte Trumps Bemerkungen über Frauen als „Schlampen“ und „Schweine“. Er kritisierte, dass Trump anders als Pence und Clinton seinen Steuerbescheid bislang nicht veröffentlicht hat und verwies auf Presseberichte, wonach der Milliardär jahrelang keine Einkommensteuer gezahlt hat.

Pence konterte, Trump habe sich an die Steuergesetze gehalten. „Und das hat er brillant gemacht“, sagte er. Auf Trumps Bemerkungen über Frauen ging der 57-jährige Gouverneur von Indiana nicht ein. Stattdessen warf er Clinton vor, als Außenministerin Russland zu einer aggressiven Politik ermutigt zu haben.

Kaine entgegnete: „Sie sind wirklich Donald Trumps Lehrling (Apprentice)“. Damit spielte er auf Trumps Reality-Show „The Apprentice“ an, in der der Geschäftsmann Bewerber mit dem Spruch „Du bist gefeuert“ hinauswarf. Clinton wolle dagegen Leute in Arbeit bringen, versprach Kaine.

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Pence hielt Kaine vor, er habe nur vorbereitete Sprüche auf Lager. Als Kaine dann die Sozialpolitik der Republikaner kritisierte, zitierte Pence seinerseits den Republikaner Ronald Reagan, der im Fernsehduell 1980 die Erklärungen des damaligen Präsidenten Jimmy Carter mit dem Satz „Jetzt geht das schon wieder los“ kritisiert hatte.

Die Debatte zwischen Kaine und Pence an der Longwood-Universität dauerte rund 90 Minuten und wurde von der Journalistin Elaine Quijano vom Sender CBS moderiert. Es war der einzige Redewettstreit der beiden Vizepräsidentschaftskandidaten.

Trump und Clinton hatten sich vor rund einer Woche ihr erstes direktes Duell vor laufenden Kameras geliefert. Zwei weitere Fernsehdebatten der beiden Spitzenkandidaten folgen am 9. und 19. Oktober.

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