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Special

18.03.2016

13:35 Uhr

US-Vorwahlen

Bernie Sanders gibt sich nicht geschlagen

Etwa die Hälfte der US-Bürger hat bei den Vorwahlen bereits ihre Stimme abgegeben, bei den Demokraten liegt Hillary Clinton klar vorn. Doch ihr Konkurrent Bernie Sanders will noch lange nicht das Handtuch werfen.

Seine Konkurrentin Hillary Clinton liegt bei den Vorwahlen der Demokraten zwar deutlich vorn, dennoch will er nicht vorzeitig das Handtuch werfen. AFP; Files; Francois Guillot

Bernie Sanders in Phoenix

Seine Konkurrentin Hillary Clinton liegt bei den Vorwahlen der Demokraten zwar deutlich vorn, dennoch will er nicht vorzeitig das Handtuch werfen.

WashingtonBei den US-Vorwahlen will sich der Demokrat Bernie Sanders seiner in Führung liegenden parteiinternen Rivalin Hillary Clinton noch nicht geschlagen geben. Sanders bezeichnete es am Donnerstag als absurd, dass er sich aus dem Rennen verabschiede. Bislang habe nur etwa die Hälfte der USA ihre Stimme abgegeben, sagte er dem Sender MSNBC.

Sanders reagierte damit auf einen Bericht der „New York Times“, wonach Präsident Barack Obama auf einer Veranstaltung von Spendern der Demokraten sagte, Sanders nähere sich dem Ende seiner Kampagne. Das US-Präsidialamt betonte, Obama habe bei dem Treffen keine Präferenz für einen der beiden Kandidaten geäußert.

Das System der Delegierten bei den US-Vorwahlen

Warum gibt es Delegierte?

Im Kampf um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ist die Verteilung der Delegierten beider Parteien von zentraler Bedeutung: Die Kandidaten der beiden Parteien werden nicht durch direkte Wahlen bestimmt, sondern über die Stimmen von Delegierten. Diese werden abhängig vom Abschneiden eines Bewerbers bei Vor- und Urwahlen in den einzelnen Bundesstaaten verteilt. Wer auf dem Parteitag mehr als die Hälfte der Delegiertenstimmen erhält, gewinnt.

Ist das Verfahren bei beiden Parteien gleich?

Nein. Jede Partei legt ihre eigenen Regeln fest: Bei den Demokraten gibt es 4763 Delegierte, die in jedem Bundesstaat immer proportional zur der Zahl der erhaltenen Wählerstimmen verteilt werden. Die Republikaner haben 2472 Delegierte und jeder Bundesstaat hat eigene Regeln. Das könnte nun entscheidend sein, denn die beiden bevölkerungsreichen Staaten Florida und Ohio vergeben ihre Delegierten komplett an den Sieger.

Was sind Superdelegierte?

Es handelt sich um hochrangige Mitglieder der Demokraten – darunter Kongressabgeordnete, Gouverneure und ehemalige Präsidenten – die frei entscheiden können, wen sie unterstützen. Sie machen grob ein Sechstel der demokratischen Delegierten aus. Viele Superdelegierte haben sich bereits für Hillary Clinton ausgesprochen. Formell haben die Republikaner zwar auch Superdelegierte, aber sie müssen ihre Stimme dem Bewerber geben, der die Vorwahl in ihrem Bundesstaat gewonnen hat.

Was passiert, wenn ein Bewerber ausscheidet?

Bei den Demokraten werden die Delegierten auf die übrigen Bewerber verteilt. Bei den Republikanern ist das Verfahren von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich: Einige müssen zumindest bei der ersten Wahlrunde auf dem Parteitag trotzdem für den ursprünglichen Kandidaten stimmen, was einer Enthaltung gleichkommt, andere werden umverteilt.

Was passiert, wenn kein Kandidat die Mehrheit erhält?

Dann kommt es zu einer „brokered convention“, bei der während des Parteitags der Kandidat bestimmt wird. Das hat es seit Jahrzehnten in den USA nicht mehr gegeben – es war die Kritik an derartigen Hinterzimmer-Deals früherer Zeiten, die zum heutigen Vorwahlsystem geführt hat. Bei den Republikanern wird gegenwärtig trotzdem ein solcher Ablauf diskutiert, weil er als eine Möglichkeit des Partei-Establishments gesehen wird, Donald Trump zu stoppen.
(Quelle: Reuters)

Clinton liegt bei den Vorwahlen der Demokraten deutlich in Front. Jüngst gewann sie die Abstimmungen in fünf Bundesstaaten. Bei den Republikanern setzte sich Donald Trump weiter von seinen Konkurrenten ab.

Von

rtr

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