Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

10.02.2016

06:22 Uhr

US-Vorwahlen in New Hampshire

Erdrutschsieg für Sanders, Trump triumphiert

VonAxel Postinett

In New Hampshire schlägt die Stunde der Außenseiter: Die klaren Sieger der Vorwahl sind bei den Demokraten Bernie Sanders und bei den Republikanern Donald Trump. Gerade Trumps Sieg könnte gravierende Folgen haben.

Sehr gelöst gab sich der demokratische Kandidat Bernie Sanders nachdem er die Vorwahlen in New Hampshire gewonnen hatte. Es ist aber noch ein langer Weg bis zum Sieg. Reuters

Bernie Sanders

Sehr gelöst gab sich der demokratische Kandidat Bernie Sanders nachdem er die Vorwahlen in New Hampshire gewonnen hatte. Es ist aber noch ein langer Weg bis zum Sieg.

Concord/San FranciscoSchlangen vor den Wahllokalen, Autos stauten sich um mehrere Häuserblocks und legten den Verkehr lahm, Wahlzettel wurden knapp. Amerikanische TV-Sender zeigten ungewohnte Szenen und sprachen von Rekordbeteiligung.

Bis zuletzt drängten sich die Mitglieder der beiden großen Parteien im Bundesstaat New Hampshire um ihre Stimmen für ihren Favoriten bei der kommenden Wahl zum Präsidentschaftskandidaten abzugeben. Diesmal wollte jeder dabei sein. Denn es geht um den Wandel in den USA.

So geht's weiter: Termine im US-Wahlkampf

20. Februar

Vorwahl der Republikaner in South Carolina, „Caucus“ der Demokraten in Nevada

23. Februar

„Caucus“ der Republikaner in Nevada

25. Februar

TV-Debatte der Republikaner (Houston, Texas; ursprünglich geplant für den 26. Februar)

27. Februar

Vorwahl der Demokraten in South Carolina

1. März

„Super Tuesday“: Vorwahlen in Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, North Dakota (Republikaner), Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia, Wyoming und im US-Außengebiet Samoa

Und es waren die Außenseiter, die von diesem Aufbäumen der Wählerbasis profitierten. Für die Demokraten fuhr der "Demokratische Sozialist" Bernie Sanders einen haushohen Sieg gegen Hillary Clinton ein. Nach 82 Prozent der ausgezählten Stimmen bekam er 60 Prozent der Stimmen, Clinton auf 38 Prozent.

Bei den Republikanern war es Donald Trump, der nach von 83 Prozent der ausgezählten Stimmen mit 35 Prozent holte. Konkurrent John Kasich kommt auf bislang mit 16 Prozent. Jeb Bush und der Überraschungssieger von Iowa, Ted Cruz, erreichten jeweils elf Prozent.

Letzterer feierte trotzdem damit ein dringend benötigtes Comeback, um im Rennen zu bleiben. Marco Rubio und Ted Cruz, Sieger von Iowa, liefern sich jetzt auf den folgenden Rängen einen brutalen Vernichtungskampf. Kasich hatte bereits im Vorfeld angekündigt, er werde nur bei einem Erfolg im Rennen bleiben. Das scheint jetzt sicher.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Bernhard Ramseyer

10.02.2016, 08:48 Uhr

Wenn Trump so weitermacht, wird er bald Merkel einheizen und ihr zeigen, wo der "Most geholt wird".

Herr Holger Narrog

10.02.2016, 09:04 Uhr

Interessant ist, dass man die Kandidaten vom linken, bzw. rechten Rand gewählt hat.

Der ultralinke Sanders dürfte die ökosozialistischen, deutschen Journalisten begeistern, Trump ist diesen wohl der Teufel schlechthin...Keine politischen Sprechverbote, Häme auf den Klimaschwindel, niedrigere Steuern.

Ich meine, dass der US Wähler von der Politik einen Richtungswechsel erwartet. Die Wirtschaft wächst trotz enormer Stimulierung durch die Notenbank und niedriger Rohstoffpreise nur mehr langsam. Die Einkommen der Mittelschicht stagnieren seit 40 Jahren. Die Einwanderung aus Lateinamerika verändert die Gesellschaft.

Es stellt sich die Frage inwieweit ein Trump als Präsident in der Lage wäre die Verkrustungen des US Systems mit dem grünen Lobbyismus (Klimaschwindel, "Erneuerbare Energien" Subventionen), dem teuren juristischen System, der Einwanderung aus Lateinamerika, etc. , aufzubrechen.

Account gelöscht!

10.02.2016, 09:06 Uhr

Praktisch überall in den westlichen Staaten gibt es einen Aufstand der bürgerlichen Mitte gegen die etablierten Funktionseliten in Parteien, Medien und Verbänden. Es zieht sich ein roter Faden von Trump und Sanders zu Farage in Großbritannien, Le Pen in Frankreich, Grillo in Italien, AfD und Pegida in Deutschland, Podimus in Spanien und den Schwedendemokraten, um nur einige zu nennen.

Dabei sind die politischen Unterschiede zwischen den einzelnen Bewegungen durchaus beachtlich. Was sie aber eint, ist der Aufstand gegen die Herrschenden.

Woran liegt das? Warum ist heute möglich, was jahrzehntelang undenkbar war?

Ich vermute, daß ein wichtiger Grund für diesen Aufstand das Aufkommen der neuen Medien ist. In den Vor-Internetzeiten ist es den Herrschenden möglich gewesen, durch Beherrschung der großen Medien und die darin unisono veranstaltete Beschallung der Bevölkerung mit den gängigen Meinungen der Herrschenden die Bevölkerung in Unmündigkeit zu halten und sie zu folgsamen Schafen der Herrschenden zu machen.

Diese Zeiten sind vorüber. Endgültig vorüber.

Jenseits der etablierten Meinungsbeeinflussungskanäle, als da sind die großen Zeitungen, Fernsehstationen, "gemeinnützige" Stiftungen und Verbände haben sich unabhängige Foren der Meinungsbildung etabliert. In diesen Foren nun hat die breite Bevölkerung endlich die Möglichkeit, selbst die Agenda des politischen Diskurses zu bestimmen. Die Herrschaft der Herrschenden und die Meinungsmacht der Meinungspäpste gerät ins Wanken.

Und das ist gut so!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×