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Special

17.04.2016

12:58 Uhr

US-Vorwahlen in New York

„Hau' ab aus der Bronx“

Der Wahlkampftross erreicht New York. Welcher Bewerber versteht es, die Metropole am besten zu verkörpern? Akzent, Wohnort, Lieblingsmannschaft – alles wird durchleuchtet. Schlechte Karten hat vor allem ein Kandidat.

Bei seinen Auftritten in New York tut sich Ted Cruz schwer – vor allem in Stadtteilen wie der Bronx hat er wenig Freunde. AFP; Files; Francois Guillot

Ted Cruz in New York City

Bei seinen Auftritten in New York tut sich Ted Cruz schwer – vor allem in Stadtteilen wie der Bronx hat er wenig Freunde.

Für Ted Cruz ging die ganze Sache ziemlich nach hinten los. Mitten in der Bronx wollte der texanische Senator sich ablichten lassen und an einer High School über Bildung sprechen. Doch die Schüler – viele von ihnen Einwanderer – drängten ihren Direktor, den Auftritt abzusagen und drohten mit Boykott.

„Ted Cruz steht gegen alles, wofür unsere Schule steht“, sagte ein Schüler der „New York Daily News“. Es war der Beginn eines erneut aufflammenden Kampfes darüber, was New York ist und welcher der Präsidentschaftskandidaten die Werte der Millionenstadt am besten vertritt.

Rund zwei Wochen waren es da noch zu den Vorwahlen im Staat New York, die am Dienstag die nächste Etappe im Langstreckenlauf um das Weiße Haus markieren. Seitdem wetteifern Donald Trump, Hillary Clinton und Bernie Sanders darum, wer von ihnen der wahre New Yorker ist: Clinton, die 1999 ein Haus in der nördlichen Vorstadt Chappaqua kaufte und ihren Wahlkampf aus Brooklyn steuert? Sanders, der dort aufwuchs und dessen Dialekt an einen Yankees-Fan aus den 1990er-Jahren erinnert? Oder Trump, der in Queens aufwuchs und der sein Imperium vom Trump Tower an der Fifth Avenue aus verwaltet?

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Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz hat auf einer Parteitagung in Wyoming alle 14 Delegiertenstimmen gewonnen. Er setzt damit Donald Trump weiter zu – auch wenn der Milliardär weiterhin führt.

Akzent, Wohnort, Essgewohnheiten, bevorzugte Sportmannschaft – selbst die „New York Times“ nutzte in diesem einzigartigen Lokalderby die Gelegenheit, komplett unpolitische Details aus dem Privatleben der Kandidaten für ein Ranking heranzuziehen. Ergebnis: Jeder von ihnen ist ein bisschen oder sehr New Yorker, ein bisschen aber auch nicht.

95 Delegierte sind bei den Republikanern zu holen, bei den Demokraten sogar 291. Clinton baut dabei auf ihre Errungenschaften als New Yorker Senatorin zwischen 2001 und 2009, darunter die von ihr erreichte Förderung der US-Regierung für Brustkrebs-Forschung in Höhe von 900.000 Dollar, die 20 Millionen Dollar für eine Klinik in Buffalo und ihr Kampf dafür, den Luftstützpunkt der Nationalgarde in Long Island zu halten.

Die Wähler in Städten wie Rochester und Buffalo könnten Clinton helfen, den Sieg einzufahren. Mit 53 Prozent Zustimmung der Wähler konnte sie ihren Vorsprung vor Sanders (40 Prozent) bisher halten.

Der gibt sich in Auftritten quer durch die Stadt als Anwalt der kleinen Leute, als derjenige, der „Konzerngier und der manipulierten Wirtschaft“ einen Riegel vorschieben will. Viele der New Yorker hat er mitgerissen. 27 000 Menschen strömten laut seines Wahlkampfbüros zur Rede im Washington Square Park im Greenwich Village – als Senator Barack Obama dort 2007 sprach, waren es dessen Team zufolge nur 20.000 Teilnehmer gewesen.

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