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Special

04.05.2016

06:35 Uhr

US-Vorwahlen

„Jetzt nehmen wir uns Hillary Clinton vor“

VonAxel Postinett

Die Sensation ist perfekt. Der Republikaner Ted Cruz verkündet nach einer herben Niederlage gegen Donald Trump den Rückzug. Der tritt jetzt an, um das Weiße Haus zu erobern. Doch erst muss er die eigene Partei gewinnen.

Kandidat der Republikaner

Ted Cruz macht den Weg für Trump frei

Kandidat der Republikaner: Ted Cruz macht den Weg für Trump frei

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San FranciscoGeschlagen tritt Ted Cruz auf die Bühne. Im Hintergrund, mit versteinerten Gesichtern, Familie und Freunde. „Wir haben alles gegeben, aber die Wähler haben anders entschieden“, sagt der republikanische Präsidentschaftskandidat sichtlich bewegt. „Mit schwerem Herzen verkündige ich das Aus meiner Kampagne.“

Es „gibt keinen Weg zum Sieg mehr“, räumte Cruz bei seiner Ansprache am Dienstagabend ein. Die Vorwahlen in Indiana hätten ein klarer Erfolg werden müssen. Doch weder eindringliche Beschwörungen an die Parteibasis noch ein Nichtangriffspakt mit John Kasich halfen, um Gegenkandidat Donald Trump zu schaden. Der Milliardär aus New York siegte in Indiana mit 53 Prozent der Stimmen, weit vor Cruz mit 37 Prozent.

US-Vorwahlen in der letzten Runde – Wie geht es nun weiter?

10. Mai 2016

Am 10. Mai stimmen beide Parteien in West Virginia ab und die Republikaner in Nebraska.

17. Mai 2016

Wahltermin beider Parteien in Oregon, nur der Republikaner in Kentucky.

24. Mai 2016

Am 24. Mai werden die Delegierten im Staat Washington bestimmt.

4. Juni 2016

Am 4. Juni wählen die Demokraten im Außengebiet Jungferninseln, am 5. Juni in Puerto Rico.

7. Juni 2016

Nach jetzigem Stand wird spätestens der Großkampftag 7. Juni darüber entscheiden, wer als Kandidat seiner Partei den Kampf um das Weiße Haus aufnimmt.

14. Juni 2016

Am 14. Juni schließen die Demokraten in der Hauptstadt Washington DC die langen Monate der Vorwahlen ab.

Juli 2016

Im Juli stehen Parteiveranstaltungen an (Republikaner: Cleveland, Demokraten: Philadelphia). Dort werden die Kandidaten für die Wahl des nächsten US-Präsidenten (8.11.) offiziell gekürt.

Die republikanische Partei zog derweil die lange überfälligen Konsequenzen und erklärte Trump, den ungeliebten Kandidaten, vorzeitig zum Sieger der Kandidatenkür. „Donald Trump wird unser Kandidat“, twitterte Reince Priebus, der Vorsitzende des nationalen republikanischen Komitees, „Es wird nun Zeit, zusammenzuhalten und Hillary Clinton zu besiegen.“

Damit ist die Luft endgültig raus aus der republikanischen Vorwahl. Der völlig ungesetzte und lange verlachte Seiteneinsteiger Donald Trump hat alle weggebissen, vom frühen Favoriten Jeb Bush über den Kurzzeit-Helden Ben Carson und Tea-Party-Liebling Rand Paul, bis zu Ted Cruz. In Indiana hat er nun das Unglaubliche geschafft: rund sechs Wochen zuvor lag er noch 20 Prozentpunkte hinter Cruz. Jetzt hat er ihn zur Aufgabe gezwungen.

„Nun nehmen wir uns Hillary Clinton vor“, erklärte Trump in ungewohnt ruhigem und versöhnlichem Ton bei seiner Siegesrede im Trump Tower in New York. US-Unternehmen, die in Zukunft Arbeitsplätze ins Ausland verlagern werden, drohte er „sehr, sehr ernste Konsequenzen“ an. Doch die üblichen Spitzen und Ausfälle, die komikerhaften Einlagen, mit denen Gegner lächerlich gemacht werden, fielen am Dienstag aus.

Trump beginnt, einen präsidialen Ton anzuschlagen. Er muss nun die desillusionierten republikanischen Partei-Eliten auf seine Seite ziehen. Er muss ihnen eine Zukunft unter Trump aufzeigen und sie für seinen Wahlkampf einspannen. Er, der noch dem Washingtoner Apparat den Krieg erklärt und das System als verrottet bezeichnet hatte,  kann keine Quertreiber gebrauchen, die ihm zwischen jetzt und dem Wahltag im November Knüppel zwischen die Beine werfen. Immerhin steht er einer Partei gegenüber, die ihn zu mindestens 50 Prozent nicht ausstehen kann. 

Kommentare (64)

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Herr Marc Otto

04.05.2016, 08:56 Uhr

Man darf also gespannt sein, was letztendlich der mündige Bürger schließlich wählen wird. Erfreulich ist, dass auch die USA sich von den Argumenten der Waschlappen entdfernt. Markante Aussagen, die man auch versteht, sind wohl überall an der Tagesordnung.

Egal, wie ich es sehe, aber man muss einfach feststellen, dass die westliche Welt wieder mehr kernig und anfassbar werden will. Interlektuelle und Besserwisser verlieren an Boden und die Hardline kehren zurück.

Account gelöscht!

04.05.2016, 08:57 Uhr

"...nehmen wir uns H. Clinton vor"

Uahhh, das möchte ich mir gar nicht vorstellen

Account gelöscht!

04.05.2016, 09:01 Uhr

Moin Marc,

bist Du auch so glücklich wie ich, nach langem Suchen bei Finanzen ,Wirtschaft,Unternehmen......
wenigstens hier eine freie Kommentarstelle gefunden zu haben?!

Das wird hier immer schwieriger, deshalb muss man sofort etwas schreiben.

Also ich schaue im 15 Minuten Takt hier alles durch!

Und Du....?

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