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Special

02.03.2016

06:58 Uhr

US-Vorwahlen

Super Trumpday

VonMoritz Koch

Donald Trump ist der große Sieger des großen Vorwahltags in den USA. Die republikanische Präsidentschaftskandidatur ist ihm nur noch schwer zu nehmen. Und er kann es kaum erwarten, sich mit Hillary Clinton zu messen.

Super Tuesday

Trump: „Wir werden eine starke Grenze haben“

Super Tuesday: Trump: „Wir werden eine starke Grenze haben“

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WashingtonDer Sieg, den Donald Trump am Dienstag beim Vorwahlmarathon in elf US-Bundesstaaten eingefahren hat, ist fast so gewaltig wie sein Ego. Trump triumphiert in Georgia, Arkansas, Alabama, Tennessee, Massachusetts, Vermont und Virginia. Amerika hatte sich auf einen „Super Tuesday“ eingestellt, ein „Super Trumpday“ wurde es. Die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei ist ihm damit kaum noch zu nehmen.

Zwar gelingt es Ted Cruz neben seinem Heimatstaat Texas auch Oklahoma für sich zu entscheiden, doch damit hat der ultrakonservative Senator nur Minimalziele erreicht. Eigentlich hatte er gehofft, im Süden eine Siegesserie zu starten, die ihn bis ins Weiße Haus tragen sollte. Doch Trump bremst ihn aus, ehe er richtig in Fahrt kommen kann.

Der Wahlsieger tritt in einem goldverzierten Ballsaal auf. Er prahlt mit seinen Erfolgen – und sprudelt vor Schadenfreude. Seinen Rivalen Marco Rubio, „ein totales Leichtgewicht“, erklärt er zum großen Verlierer des Abends. Tatsächlich sieht es nicht gut aus für den jugendhaften Senator aus Florida. Zwar gewinnt er in Minnesota. Doch der Staat stellt gerade einmal 38 der insgesamt mehr als 1200 Delegierten für den Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland.

Dabei hat sich das republikanische Establishment in der Hoffnung um Rubio geschart, Trump doch noch zu stoppen. Und es war der Jungsenator, der in den vergangenen Tagen Trump nicht einfach nur kritisiert, sondern als einen schwitzenden, in Selbstbräuner getunkten Hochstapler verspottet hatte.

Warum die US-Wahl für Deutschland wichtig ist

Politisches Verhältnis

Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen – oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?

Flüchtlinge

Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren - was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die USA lassen. Das könnte den Druck auf andere Länder erhöhen.


Außenpolitik

Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird: Er wird außenpolitisch eine härtere Gangart anschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen.

Energie

Treibt der 45. Präsident der USA die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn die USA deswegen ihr Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfahren, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?

Klima

Ohne die USA geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.

TTIP

Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste US-Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?


Der Ertrag der totalen Offensive? Äußert bescheiden. In vielen Bundesstaaten kommt er auf nicht einmal 20 Prozent und liegt damit unterhalb der Schwelle, die er überschreiten müsste, um wenigstens einen Teil der Delegierten zu erhalten.

„Das Rubio-Projekt liegt in Trümmern“, bilanziert David Axelrod, früherer Chefstratege von Präsident Barack Obama. Der Jungsenator trete nicht nur gegen Trump an, lästern sie auf CNN, sondern auch gegen die Gesetze der Mathematik. Schon rechnerisch ist es Rubio kaum mehr möglich, die Kandidatur seiner Partei zu gewinnen.

Aus seinem Hauptquartier in Texas ruft Ted Cruz seine Rivalen auf, aus dem Rennen auszuscheiden und sich mit ihm gegen Trump zu verbünden. Eine Kandidatur des New Yorker Milliardärs wäre „ein Desaster“, warnt er. Doch durch seinen Sieg in Minnesota ermutigt denkt Rubio nicht daran, den Appell aus Texas zu befolgen, und auch John Kasich wird ihn nicht erhören.

Der moderate Gouverneur spekuliert auf Siege im Mittleren Westen, wo in den nächsten Wochen gewählt wird. Womöglich gelingt es ihm sogar, in Vermont zu gewinnen. Am späten Abend betrug der Rückstand auf Donald Trump weniger als zwei Prozentpunkte.

Cruz größtes Manko aber ist nicht die Uneinsichtigkeit seiner Rivalen, er ist es selbst: Cruz ist in den Führungszirkeln der Republikaner noch unbeliebter als Trump. Seine Zeit ihm Senat hat er vor allem damit verbracht, seine Parteigenossen zu verprellen.

Kommentare (47)

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Herr Robbie McGuire

02.03.2016, 09:12 Uhr

Trump triumphiert - Wall Street zittert: Was für eine verrückte Situation. Typisch USA. Dabei gehört Trump doch zum Establishment.

Account gelöscht!

02.03.2016, 09:17 Uhr

Clinton ist die Kandidatin der Wallstreet und des militärisch-industriellen Komplexes. Sie war die Hauptkriegstreiberin des kriminellen Angriffskriegs gegen Libyen. Ein Ende der aggressiven Konfrontations-und Einkesselungspolitik gegen Rußland ist von ihr nicht zu erwarten.

Trump ist der Außenseiter, der sich bewußt und gezielt gegen das routinierte, vom großen Geld geschmierte, politisch korrekte und außenpolitisch imperialistische politische Establishment in Washington profiliert. Das macht ihn zum Haßobjekt der Führung seiner eigenen Partei und des deutschen Mainstreams.

Wenn Merkel im November noch an der Macht ist (was kein Mensch, der nicht am Niedergang Deutschlands interessiert ist, wünschen kann), wird sie wegen ihrer selbstmörderischen Flüchtlingspolitik vor einem Wahlsieg Trumps zittern.

Account gelöscht!

02.03.2016, 09:24 Uhr

Es wäre gut für die Bürger der USA, wenn Trump der nächste Präsident wird. Trump ist nämlich nicht vom Kapitlal und somit auch von keiner Lobby abhängig. Somit kann Trump frei regieren und wenn ich Trump richtig verstehe, dann will es "ZUM WOHL DER US BÜRGER" Politik machen. Und das heißt, dass Trump der Lobbygruppen und der Vetternwirtschaft in Washington das Fürchten beibringt.
Und das kann nur gut für die Freiheit der Bürger in der USA sein.

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