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Special

03.03.2016

17:16 Uhr

US-Wahl 2016

Auf der Flucht vor Donald Trump

VonNils Wischmeyer

Nach den neuen Siegen von Trump bei den US-Vorwahlen googlen viele Amerikaner die Möglichkeit, zum nördlichen Nachbarn auszuwandern. Die Kanadier nehmen den drohenden Flüchtlingsansturm „der Trump-Apokalypse“ mit Humor.

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump gewinnt sieben der elf republikanischen Vorwahlen am „Super Tuesday“. Viele Amerikaner googelten daraufhin, wie man nach Kanada einwandern kann. AFP; Files; Francois Guillot

Hauptsache weg

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump gewinnt sieben der elf republikanischen Vorwahlen am „Super Tuesday“. Viele Amerikaner googelten daraufhin, wie man nach Kanada einwandern kann.

DüsseldorfWer hat Angst vorm weißen Mann? Niemand. Und wenn er kommt? Dann wandern wir eben nach Kanada aus. So scheinen es viele Amerikaner – zumindest augenzwinkernd – zu halten für den Fall, dass US-Milliardär Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten werden sollte.

Denn nachdem der 69-Jährige am Super Tuesday bei den Vorwahlen in sieben von insgesamt elf Bundesstaaten die Mehrheit der Stimmen geholt hatte, explodierten in den USA die Google-Suchanfragen für „How to move to Canada“, also „Wie man nach Kanada auswandert“.

Bereits kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse stieg die Zahl der Suchanfragen in den USA um 350 Prozent. Das twitterte Simon Rogers, Datenjournalist und „Data Editor“ bei Google.

Im Laufe des Abends suchten demnach immer mehr Leute nach Möglichkeiten, in das Nachbarland im Norden der USA auszuwandern. Gegen Mitternacht stiegen die Suchanfragen bereits um 1150 Prozent, wie die US-Website Mashable berichtete. Die Zahlen veröffentlichte Google auch in seinem Analyse-Tool und als Grafik.

Zusätzlich dazu stellte Google auch ein Ranking bereit. Es zeigt, um wie viel Prozent die Anzahl der Suchanfragen gestiegen ist. Weil wohl zu viele Menschen auf einmal nach „How to move to Canada“ suchten, weist das Ranking für den Suchbegriff aber keine Zahlen mehr aus. Statt „+1.150 Prozent“ steht neben dem Suchbegriff jetzt „Ausreißer“.

Der Internet-Riese twitterte später, dass es noch nie so viele Suchanfragen zu „Move to Canada“ gegeben habe wie am Super Tuesday. Das letzte Mal stiegen die Google-Suchen in einem ähnlichen Maß, als George W. Bush im November 2014 die Wiederwahl zum Präsidenten der USA gewann.

Auf der Webseite der kanadischen Regierung tauchte am Super Tuesday ein Hinweis auf: „Sie müssen vielleicht mit Verzögerungen rechnen, wenn sie diese Seite besuchen. Wir arbeiten daran, diesen Fehler zu beheben.“ Viele Internetuser glaubten, dass das an den enorm vielen Suchanfragen aus den USA liege. Doch die Kanadier dementierten die Gerüchte noch in der Nacht. In einer kurzen Mitteilung hieß es, die Probleme mit der Webseite seien auf „interne Probleme“ zurückzuführen.

Twitter-Nutzer aus Kanada reagierten mit Humor auf die gestiegenen Suchanfragen. Eine Userin twitterte mit Bezug auf ein angehangenes Foto: „Ja, wir werden Flüchtlinge der Trump-Apokalypse in Canada akzeptieren, aber so läuft das bei uns“.

Auf dem Highway-Schild im Foto ist zu lesen: „Willkommen in Kanada, wo wir uns nicht darum scheren, wen du heiratest, solange ihr beiden Hockey schaut.“

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