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Special

10.02.2016

15:31 Uhr

US-Wahl 2016

Peinlicher Auftritt von Jeb Bush

VonNils Wischmeyer

Während der Präsidentschaftsbewerber vor dem „Rotary Club“ spricht, unterbricht ihn der Moderator und schickt ihn weg. Bush reagiert hilflos. Es ist der Tiefpunkt eines glücklosen Wahlkampfes. Doch eine Chance hat er noch.

Düsseldorf Jeb Bush brauchte einen Sieg in New Hampshire, das war allen klar. Bis zum Schluss buhlte er um die Gunst der Wähler, so auch bei einem Treffen des „Rotary Club“ in der Stadt Nashua (New Hampshire) am vergangenen Montag, wo er eine Rede hielt – oder es zumindest versuchte. Denn mittendrin unterbricht der Moderator und Gastgeber die Rede von Bush, der ungläubig zur Seite schaut und stammelt: „Das war es?“. Als der Moderator nickt und auf die Bühne tritt, reißt Bush ungelenk die Arme hoch, fuchtelt wild in der Luft herum und sagt: „Sie schmeißen mich raus, sie schmeißen mich raus.“

Völlig verdutzt taumelt Bush von der Bühne, als der Moderator nachsetzt: „Der Club muss mit Nicht-Jeb-Angelenheiten weitermachen.“ Es kam einer verbalen Ohrfeige gleich. Jeb Bush, Bruder des früheren Präsidenten George W. Bush und früherer Gouverneur von Florida, setzt sich an einen der Tische vor der Bühne und löffelt sichtlich gedemütigt in einer kleinen Schüssel herum.

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In den Kommentaren unter dem Video, das mittlerweile auf Youtube und Twitter die Runde macht, kommt Bush nicht allzu gut weg. Ein User schreibt: „Ich wette, er hat gehofft, dass seine Mutter da ist, um sich um den bösen Gastgeber zu kümmern.“ Ein anderer kommentiert: „Er tut mir nur noch leid.“ Auf Twitter fragt ein User hämisch mit Blick auf die Terrormiliz IS: „Wie lange wirst du IS Paroli bieten, wenn du es nicht einmal gegen einen Zwerg im Rotary Club kannst?“.

Der Auftritt in New Hampshire ist sinnbildlich für den Wahlkampf Jeb Bushs. Bisher agierte der Republikaner glücklos, seine Auftritte wirkten zögerlich und unsouverän. Für viele seiner Unterstützer war es ähnlich enttäuschend wie für ihn. Dabei war er vor knapp acht Monaten mit hohen Erwartungen in den Vorwahlkampf gestartet.

Mit mehr als 100 Millionen Dollar, dem weltberühmten Familiennamen und den äußerst guten Verbindungen seiner Familie im Rücken, sollte der Wahl zum Präsidentschaftskandidaten eigentlich nichts im Weg stehen. „Ich trete an, um zu gewinnen“, sagt er damals überzeugt.

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Von dieser Überzeugung ist heute nicht viel über geblieben. Bei öffentlichen Veranstaltungen zuckt er gerne mal mit den Schultern, als sei ihm egal, wer da eigentlich gegen wen wettert, er wirkt hilflos. Der Auftritt im Rotary Club verdichtet diesen Eindruck nun auf eine Videolänge von knapp einer Minute.

Der missglückte Auftritt von Jeb Bush ist wohl der vorläufige Tiefpunkt eines traurigen Wahlkampfs – aber sicher nicht der einzige. Bereits vor einer Woche gab es einen ähnlich peinlichen Auftritt von Jeb Bush in New Hampshire. Während eines Bürgerforums sagte er, der nächste Präsident müsse das Land führen und ein klares Signal setzen. Als der erwünschte Applaus ausblieb, flehte er das Publikum an: „Bitte klatscht“.

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