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Special

02.03.2016

19:39 Uhr

US-Wahl 2016

Trump soll 5000 Studenten betrogen haben

Einen Riecher für gute Geschäfte hatte Trump schon immer. Glaubt man einem US-Staatsanwalt, schreckte er auch vor dem Betrug seiner Studenten nicht zurück. Der Immobilienmilliardär soll sie um Millionen geprellt haben.

Die Trump University, die keine entsprechende Lizenz hatte und sich später umbenannte, versprach Einblick in Trumps Investitionstaktiken auf dem Immobilienmarkt. Reuters

Donald Trump

Die Trump University, die keine entsprechende Lizenz hatte und sich später umbenannte, versprach Einblick in Trumps Investitionstaktiken auf dem Immobilienmarkt.

New YorkMitten im US-Vorwahlkampf gerät Bewerber Donald Trump wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten an seiner früheren Universität rechtlich weiter unter Druck. Seine von 2005 bis 2011 betriebene Trump University soll mehr als 5000 Studenten um insgesamt mehr als 40 Millionen Dollar (36,8 Mio Euro) betrogen haben. Am Dienstag (Ortszeit) wies ein Berufungsgericht in New York ein Gesuch von Trumps Anwälten ab, eine entsprechende Klage fallenzulassen. Sie hatten vergeblich argumentiert, dass die Klagefrist abgelaufen sei.

Die Universität sei „durchgehend betrügerisch, illegal und täuschend“ vorgegangen, teilte New Yorks Staatsanwalt Eric Schneiderman 2013 bei Einreichung der Klage mit. „Herr Trump nutzte seine Berühmtheit und überzeugte Menschen mit falschen Versprechen persönlich in Werbespots, Zehntausende Dollar auszugeben für Unterricht, den sie sich nicht leisten konnten und den sie nie bekamen.“

Das sind die Trump-Wähler

Geschlecht

Trumps Wähler sind überwiegend männlich. Er gewinnt weiter vor allem bei Republikanern ohne Collegeabschluss (über 40 Prozent Zustimmung), kann sein Spektrum aber erweitern.



Motive

Mehr als die Hälfte seiner Wähler sagt, sie sei wütend auf Washington, auf die Zustände dort und auf den Stillstand. Sie ist enttäuscht von der Regierung - und von der Republikanischen Partei. Diese habe nichts aus ihren jahrelangen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus sowie in vielen Staaten gemacht; Republikaner seien zu viele Kompromisse mit Präsident Barack Obama eingegangen.

Herkunft

Seine Wähler sind ganz überwiegend Weiße. Von ihnen geben sehr viele an, sie fühlten sich von den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur der USA bedroht (Nach offiziellen Angaben wird im Jahr 2044 jeder zweite US-Amerikaner einer nicht-weißen Bevölkerungsgruppe angehören.)

Bildung

Unter Trumps Wählern sind sehr viele Arbeiter. Die Fraktion der so genannten „blue collars“ (im Gegensatz zu den Angestellten mit den weißen Kragen) macht einen großen Anteil aus. Sie sehen sich seit vielen Jahren in Stich gelassen. Von einem etwaigen Aufschwung komme nichts bei ihnen an.

Politische Einstellung

Sehr viele Wähler Trumps wollten nach eigenen Angaben bisher nichts oder nichts mehr mit Politik zu tun haben. Viele gehen nun erstmals oder zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wählen. 85 Prozent der Trump-Wähler wollen einen Präsidenten, der nicht aus dem politischen Establishment kommt, sondern von außerhalb.

Die Schuldigen

„Die Medien“ sind für die Mehrzahl der Trump-Wähler ein Teil des Problems und eines verkrusteten Systems, das sie ablehnen. Trumps Anhänger sagen, er spreche ihre Sprache, nenne die Dinge beim Namen.

Wählergruppen

Bei Wählern, die Soldaten sind oder waren, schneidet Trump im Vergleich zu den Mitbewerbern am besten ab. Bei Evangelikalen, besonders bibeltreuen Christen, kommt der mehrfach geschiedene Trump auf ähnlich gute Werte wie der Tea-Party-Favorit Ted Cruz.

Themen

Inhaltlich besonders attraktiv sind für Trumps Wähler die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze und die Terrorbekämpfung. Die Relevanz des Themas Einwanderung hat zumindest am „Super Tuesday“ abgenommen.

85 Prozent der Trump-Wähler sind von seinem Vorschlag begeistert, keine Muslime mehr ins Land zu lassen.

Wandel

Fast jeder Zweite sagt: Trump bringt dem Land den nötigen Wandel. In South Carolina sagten über 90 Prozent der Trump-Wähler, ihr Mann könne mit internationalen Krisen am besten umgehen. Politologen entdecken in Trumps Wählerschaft immer stärkere Züge einer obrigkeitsstaatlichen Bewegung und einer Sehnsucht nach einem starken Mann.

Die Universität, die keine entsprechende Lizenz hatte und sich später umbenannte, versprach Einblick in Trumps Investitionstaktiken auf dem Immobilienmarkt. Sie warb mit kostenlosen Workshops und verwies auf von Trump ausgewählte Experten. Der Baulöwe soll aber weder an deren Auswahl noch an der Gestaltung der Kurse beteiligt gewesen sein. Zudem seien die Workshops nur Köder gewesen, um Teilnehmer in ein dreitägiges Seminar zum Preis von knapp 1500 Dollar und später in Bildungspakete mit Kosten von bis zu 35.000 Dollar zu locken.

Schneiderman sprach nach der Entscheidung vom Dienstag von einem Erfolg und kündigte an, den Betrug des „gefälschten Profit-College“ aufzudecken. Er strebt an, Trump per Gerichtsbeschluss zur Rückerstattung der gesamten mehr als 40 Millionen Dollar zu zwingen.

Von

dpa

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