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Special

07.05.2016

11:39 Uhr

US-Wahl 2016

Trumps Frauenprobleme

Provokation gehört bei Donald Trump zum Stil. Doch eine Gruppe hätte er sich besser nicht zum Feind machen sollen: die Frauen. Das könnte sich bei der Wahl im Herbst rächen – und seiner Partei enorm schaden.

Donald Trump hat sich im Vorwahlkampf der Republikaner bei Minderheiten und Frauen sehr unbeliebt gemacht. Das könnte ihm bei der US-Präsidentschaftswahl zum Verhängnis werden. AP

Frauenprobleme

Donald Trump hat sich im Vorwahlkampf der Republikaner bei Minderheiten und Frauen sehr unbeliebt gemacht. Das könnte ihm bei der US-Präsidentschaftswahl zum Verhängnis werden.

WashingtonDonald Trump hat ein Problem mit den Frauen – und zwar ein strategisches. Mit Macho-Sprüchen hat er zuletzt kräftig Stimmung gemacht, vor allem unter männlichen Weißen. Bei den Vorwahlen in den vergangenen Monaten konnte er damit häufig punkten. Ob er mit seinem Stil allerdings auch eine US-Präsidentschaftswahl gewinnen könnte, ist fraglich. Denn mit seinen Provokationen hat der Republikaner nicht nur etliche Minderheiten verprellt. Auch beim weiblichen Geschlecht ist er inzwischen äußerst unbeliebt.

70 Prozent der amerikanischen Frauen haben ein negatives Bild von Trump. Das hat eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup ergeben. Und hier handelt es sich wahltechnisch um alles andere als eine Minderheit: Die Zahl der Frauen, die bei der Wahl im Jahr 2012 ihre Stimme abgaben, lag um zehn Millionen höher als die der Männer. Die Demokraten schmieden daher bereits ihre Pläne. Im Falle einer tatsächlichen Kandidatur des eigenwilligen Milliardärs wollen sie ihre Frauen-Power gezielt nutzen.

Neben Hillary Clinton, die als erste Frau überhaupt eine US-Präsidentschaftswahl gewinnen könnte, stehen etliche weitere Demokratinnen in den Startlöchern. Für sie geht es um Posten im Senat.

Viele von ihnen haben gerade durch das Macho-Gehabe von Trump gute Chancen. Denn republikanische Senatoren sitzen derzeit in einer Zwickmühle: Einerseits können sie sich schlecht von dem Mann distanzieren, der ihre Partei in Washington wieder an die Macht bringen soll. Andererseits könnten sie in ihren jeweiligen Staaten wichtige Stimmen verlieren, wenn sie es nicht tun. Das Ergebnis sind widersprüchliche Stellungnahmen oder Interview-Antworten, die vom Thema ablenken.

„Glauben Sie mir, zu viele Frauen haben im beruflichen Umfeld ihr Leben lang gegen die von Donald Trump verbreitete Art von Sexismus und offensiver Rhetorik zu kämpfen gehabt“, sagt die demokratische Abgeordnete Ann Kirkpatrick, die in Arizona den republikanischen Senator John McCain herausfordern wird. Bereits im Februar hatte sie in einem Wahlwerbespot die Verbindung ihres Rivalen zu dem umstrittenen Milliardär betont. In einem Interview verwies die Demokratin darauf, dass McCain auch nach den sexistischen und aggressiven Äußerungen klargestellt habe, dass er Trump weiter unterstütze.

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