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Special

13.10.2016

18:53 Uhr

US-Wahl

Frauen werfen Trump sexuelle Übergriffe vor

Zwei Frauen werfen dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sexuelle Übergriffe vor. Die Anschuldigungen passen zu dem, was Trump in seinem peinlichen Video über Frauen sagte.

US-Wahlkampf

Trump unter Druck - Vorwürfe der sexuellen Belästigung veröffentlicht

US-Wahlkampf: Trump gerät unter Druck - Vorwürfe der sexuellen Belästigung veröffentlicht

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WashingtonEs seien „nur Worte“ gewesen – mit dieser Beteuerung hatte Donald Trump in den vergangenen Tagen versucht, den Aufruhr um das Skandalvideo mit seinen vulgären Sprüchen einzudämmen. Doch nun gibt es eine ganze Flut von neuen und noch mehr belastenden Enthüllungen über den Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner. Rund ein halbes Dutzend Frauen wirft dem Immobilienmogul vor, sie bedrängt und begrapscht zu haben. Trump droht in der Schlussphase des Wahlkampfs noch tiefer in den Abwärtssog gerissen zu werden.

Die drastischen Schilderungen der Frauen widersprechen Trumps Behauptung, bei seinen Obszönitäten aus der heimlichen Video-Aufzeichnung von 2005 habe es sich um ein bloßes „Umkleidekabinen-Gespräch“ gehandelt. In de Aufzeichnung prahlt der frühere Reality-TV-Star damit, dass er sich bei Frauen alles erlauben könne: Sie etwa ohne Umschweife auf den Mund zu küssen oder zwischen ihre Beine zu fassen.

Und genau solche Handlungen werfen ihm jetzt mehrere Frauen vor. Trump habe sie während eines Fluges an die Brüste gefasst und unter ihren Rock zu greifen versucht, sagte die frühere Geschäftsfrau Jessica Leeds. „Er war wie eine Krake. Seine Hände waren überall.“

Trump reagierte auf die neuen Enthüllungen mit einem wütenden Dementi. „Nichts von dem ist jemals passiert“, sagte er zu dem Bericht der „New York Times“, in dem Leeds und eine weitere Frau den Baulöwen anprangern. Sein Sprecher Jason Miller bezichtige die Zeitung des „Rufmords“. Doch mit seinen Gegenattacken auf die Medien wird Trump wohl nicht verhindern können, dass der Wahlkampf vorerst völlig von den Berichten der Frauen dominiert sein wird.

Die heute 74-jährige Leeds etwa schildert in plastischen Details den „Überfall“, den der Immobilienmagnat vor rund 35 Jahren auf sie verübt habe. Sie habe damals nur zufällig neben ihm in der ersten Klasse gesessen, sei ihm nie zuvor begegnet. 45 Minuten nach Abflug habe Trump die Armlehne hochgeklappt und sie zu betatschen begonnen. „Das war ein wirklicher Schock.“

Die heute 36-jährige Mindy McGillivray wiederum sagte der „Palm Beach Post“ aus Florida, Trump habe sie am Hintern gepackt, als sie 2003 als Assistentin eines Fotografen in seinem Mar-a-Lago-Ressort gewesen sei. Drastisch ist auch die Schilderung von Natasha Stoynoff, einer Journalistin des „People“-Magazins. Als sie Trump 2005 für eine Reportage in Mar-a-Lago besucht habe und allein mit ihm in einem Zimmer gewesen sei, habe er die Tür geschlossen, sie gegen die Wand gedrückt „und seine Zunge in meine Kehle gepresst“.

Angesichts der Vielzahl der Anschuldigungen dürften Trump seine Gegenattacken auf die Medien wenig nutzen - nur bei seinen eingefleischten Fans wird er damit Jubel auslösen. Jenseits davon aber dürften in seiner Partei die Fluchtbewegungen zunehmen – schon nach der Video-Enthüllung hatten sich zahlreiche prominente Republikaner von ihm abgesetzt. Trumps wütende Angriffe gegen „illoyale“ Republikaner haben seither die Kluft zwischen dem Kandidaten und seiner Partei vertieft.

Hillary Clinton hat also vorerst leichtes Spiel. Trumps Gegenattacken gegen ihren Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, wegen dessen früherer Sexaffären werden durch die neuen Enthüllungen völlig zurückgedrängt - ebenso wie die Wikileaks-Veröffentlichungen aus dem Innenleben der Clinton-Kampagne und über Reden der Demokratin vor Großbankern.

Ihre Gelassenheit brachte die Präsidentschaftskandidatin dadurch zum Ausdruck, dass sie es zunächst ihrem Team überließ, die neuen Enthüllungen über ihren Kontrahenten zu kommentieren. Dadurch werde belegt, dass Trumps sexistische Prahlereien aus dem Video "mehr als nur Worte" seien, sagte Clinton-Sprecherin Jennifer Palmieri.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

13.10.2016, 08:20 Uhr

Ich glaube die Unterstützung der Hillary für den IS unter Ihrer Amtszeit als Außenministerin wiegt da schon etwas schwerer.
Schließlich hat Clinton damit die Sicherheit der US Bürger verraten. Genauso wie Clinton ihre Wähler immer wieder verrät und diese weiter und weiter mit Abgaben, Steuern und anderen Versprechnung schröpft.
Auch Clinton steht für eine CO2 freie Gesellschaft und dies bedeutet für den Großteil der US Bevölkerung einfach nur noch Mangel und Armut!

Herr Robbie McGuire

13.10.2016, 08:45 Uhr

Und wieder einmal ein tiefschürfendes Statement von Marc Hofmann:

"Ich glaube die Unterstützung der Hillary für den IS unter Ihrer Amtszeit als Außenministerin wiegt da schon etwas schwerer."

Herr Hofmann, Ihr Insiderwissen ist schon grandios. Ich wundere mich, dass Sie keine verantwortliche politische Position bekleiden, da könnten Sie doch mal als Kumpel von Putin und Trump richtig aufräumen.

Herr Robbie McGuire

13.10.2016, 09:09 Uhr

Herr Delli,

bei allem Wohlwollen für andere Meinungen: Obama mit Obimba zu bezeichnen ist mehr als krass.

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