Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

14.10.2016

15:04 Uhr

US-Wahl

Staatsfrau im Wartestand

Hillary Clinton könnte Geschichte schreiben und die erste Präsidentin der USA werden. Sie war First Lady, Senatorin, Außenministerin. Jeder hat schon eine Meinung zu ihr, bei vielen ist sie verhasst. Woher kommt das?

Hillary Clinton während eines Wahlkampfauftrittes in Miami, Florida. AP

Wird sie die erste Präsidentin der USA?

Hillary Clinton während eines Wahlkampfauftrittes in Miami, Florida.

WashingtonAls Hillary Clinton vor kurzem gefragt wurde, welchen Staatschef sie bewundere, war die demokratische Präsidentschaftskandidatin vorbereitet. Ihre Antwort kam schnell, und natürlich wählte sie keinen Mann. Sie wählte Angela Merkel.

Als das „Forbes“-Magazin im Juni die mächtigsten Frauen der Welt kürte, landete die deutsche Kanzlerin zum sechsten Mal in Folge auf Platz eins. Clinton kam auf Platz zwei, wie schon im Vorjahr. Aber bald könnte sie Merkel ablösen. Clinton könnte Geschichte schreiben und am 8. November die erste Präsidentin der USA werden.

Donald Trump: „Clinton will die Angela Merkel Amerikas werden“

Donald Trump

„Clinton will die Angela Merkel Amerikas werden“

Im Kampf gegen den Terror setzt der Donald Trump auf „drastische Sicherheitsüberprüfungen“ aller Zuwanderer - und nennt Deutschland als Negativbeispiel. Joe Biden bescheinigt Trump unterdessen Ahnungslosigkeit.

Doch sicher ist ihr der Sieg nicht, auch wenn er jüngsten Umfragen zufolge wieder wahrscheinlicher geworden ist. Ungeachtet dessen haben sowohl Clinton als auch ihr republikanischer Konkurrent Donald Trump historisch schlechte Beliebtheitswerte. „Unser Land hat eine sehr komplizierte Beziehung zu Hillary Clinton“, schreibt die Autorin Joanne Bamberger.

Clinton war First Lady, Senatorin und Außenministerin. Sie steht seit fast 25 Jahren im Licht der Öffentlichkeit. Längst hat jeder eine Meinung zu ihr – vielleicht ist das ihr größtes Problem.

Die 68-Jährige bietet eine endlose Projektionsfläche negativer Eigenschaften: korrupt, hinterhältig, betrügerisch. Bei Mitstreitern gilt sie als ein wenig arrogant. Ehemalige Mitarbeiter aus dem Außenministerium beschreiben sie als herrisch, in ihrem Arbeitseifer und Perfektionsdrang soll sie manchmal auch ungerecht und beratungsresistent sein.

Clinton-Rede zur Nominierung: Hillarys historischer Tag – mit halbgarer Rede

Clinton-Rede zur Nominierung

Hillarys historischer Tag – mit halbgarer Rede

Monoton, zu wenig emotional, langweilig: Hillary Clintons Rede auf dem Parteitag dem Nominierungsparteitag wird wohl nicht in die Geschichte eingehen. Trotz ausgelassener Partystimmung verstummen die Kritiker nicht.

In diesem Wahljahr wurde ihr vor allem das angelastet, was sie offenbar nicht ist: volksnah, warmherzig, leidenschaftlich.

Hillary Diane Rodham wurde am 26. Oktober 1947 in Chicago geboren. Ihr Vater Hugh Rodham war Textilunternehmer und Republikaner. Er soll in der Familie wie ein Militärausbilder geherrscht haben. Ihre Mutter Dorothy hatte eine schwere Kindheit, arbeitete früh und bleute ihren Kindern später ein, viel zu lernen. Sie war eine intelligente Frau, die Bücher verschlang.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×