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Special

05.11.2016

12:14 Uhr

US-Wahlen

Saufen und kiffen? Beides könnte zu viel sein

Es geht bei der US-Wahl nicht nur um Hillary Clinton und Donald Trump. In einigen Bundesstaaten steht auch die Legalisierung von Cannabis auf dem Wahlzettel. Schnapsherstellern passt das gar nicht.

Der Kalifornier baut Cannabis für die medizinische Verwendung an. AP

Swami Chaitanya

Der Kalifornier baut Cannabis für die medizinische Verwendung an.

WashingtonDie Schnapsindustrie ist besorgt, dass kiffende Konsumenten weniger Drinks zu sich nehmen. Die US-Präsidentschaftswahl hat die Sorge akut werden lassen, denn in Arizona, Kalifornien, Maine, Massachusetts und Nevada steht die mögliche Legalisierung von Kannabis auf dem Stimmzettel – nicht nur der Entscheid über den nächsten Herrscher im Weißen Haus.

Verbände der Alkoholhersteller halten sich entweder mit einer Position zu dem Thema zurück – oder haben sich explizit gegen die Legalisierung ausgesprochen. Auch wenn die Summen nicht hoch sind, einige Spenden machen das deutlich. Die Alkoholgroßhändler in Massachusetts haben 50.000 Dollar, die Bierhändler in dem Staat 25.000 Dollar und der Branchenverband in Arizona 10.000 Dollar für Kampagnen gegen die Hasch-Legalisierung gespendet.

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In neun US-Bundesstaaten wird am 8. November über die Legalisierung von Cannabis abgestimmt. Einer davon ist Kalifornien, wo ehemalige Apple-Designer an der wirtschaftlichen Zukunft des Staates arbeiten – mit Cannabis.

Daten belegen, dass die Sorge der Händler berechtigt scheinen. Der Anteil der Alkoholtrinker, die gleichzeitig auch Cannabis konsumieren hat der offiziellen landesweiten Gesundheitsumfrage zufolge im vergangenen Jahrzehnt abgenommen. „Wir sind die Wachstumsbranche, sie die Alteingesessenen“, so Adrian Sedlin, Chef des Cannabis-Anbauers Canndescent in California. „Sie werden sich an zwei Prozent Wachstum entlang hangeln, wir werden die kommenden dreißig Jahre zweistellig wachsen.“

Große Bierhersteller wie Boston Beer Co. („Samuel Adams“) und der Jack Daniel's-Exporteur Brown-Forman haben die Legalisierung von Cannabis als Gefahr für die Finanzkennzahlen ihrer Firmen in offiziellen Börsenberichten aufgeführt. Die Nachfrage für die eigenen Produkte könne schrumpfen, so Boston Beer.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Sollte in allen fünf Bundesstaaten das Rauchen von Cannabis erlaubt werden, würde das dann 23 Prozent der US-Bevölkerung betreffen. Bislang ist der Stoff in Alaska, Colorado, Oregon, Washington und Washington D.C. als Genussmittel gestattet – wenn auch teilweise unter strengen Auflagen.

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