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Special

06.11.2016

16:08 Uhr

US-Wahlkampf

Clinton hält sich knapp vor Trump

Letzte Umfragen vor der US-Präsidentschaftswahl am Sonntag sehen Hillary Clinton leicht vorne. Dennoch gibt es reichliche unentschlossene Wähler, und die Fehlerbandbreite der Umfragen ist üppig. Das Wahlkampffinale.

US-Wahl

New Yorker nervt die Wahl

US-Wahl : New Yorker nervt die Wahl

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WashingtonDie Aufholjagd von Donald Trump im US-Wahlkampf hat an Schwung verloren. In den meisten Umfragen vor dem Wahltag am Dienstag liegt der republikanische Präsidentschaftskandidat hinter der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton. Eine am Sonntag vom Magazin Politico veröffentlichte Erhebung sieht Clinton drei Prozentpunkte vor Trump. 45 Prozent der Wähler, die höchstwahrscheinlich am Wahltag ihre Stimme abgeben, würden sich für die Demokratin entscheiden. Trump käme auf 42 Prozent, der Rest verteilt sich auf die Nebenkandidaten Gary Johnson und Jill Stein von den Grünen.

Die Politico/Morning Consult-Umfrage nennt eine Fehlerbreite von plus/minus drei Prozentpunkten. Das zeigt, dass die Wahlprognosen nach wie vor einen spannenden Wahlabend wahrscheinlich werden lassen. Für den Gewinn der Wahl kommt es vor allem auf das Abschneiden beider Kandidaten in den einzelnen Bundesstaaten an. Denn wer die Mehrheit der Stimmen in einem Staat erhält, gewinnt alle Wahlmänner dieses Bundesstaats.

Das Wahlmännergremium bei der US-Präsidentenkür

Das „Electoral College“

Bei der US-Wahl stimmen die Wähler nicht direkt über ihren künftigen Präsidenten ab. Vielmehr wählen sie ein Kollegium aus Wahlmännern und -frauen („Electoral College“), das dann den Präsidenten und seinen Vize kürt.

Zusammensetzung

Dem Kollegium gehören 538 Wahlmänner und -frauen an. Wie viele Wahlleute ein Bundesstaat hat, hängt von seiner Bevölkerungsstärke ab.

The Winner takes it all

In den meisten Staaten gilt die Alles-oder-nichts-Regel: Sämtliche Plätze des Staates im Electoral College gehen also an die Wahlmänner und -frauen jenes Kandidaten, der dort die Mehrheit errungen hat - egal, wie knapp. Ausnahmen machen nur Maine und Nebraska, wo die Wahlleute proportional aufgeteilt werden.

Die magischen 270

Für den Einzug ins Weiße Haus sind 270 der 538 Stimmen erforderlich. Das Wahlsystem macht es möglich, dass jemand Präsident wird, der zwar im Electoral College die Mehrheit hat, nicht aber bei den landesweit abgegeben Stimmen.

Der Fall Bush vs. Gore im Jahr 2000

Al Gore hatte zwar landesweit eine hauchdünne Mehrheit der Wählerstimmen errungen. Doch durch seinen strittigen Sieg in Florida kam George W. Bush Bush auf die Mehrheit der Stimmen im Wahlkollegium und wurde Präsident.

Sind die Wahlleute gebunden?

In den meisten Bundesstaaten sind sie nicht verpflichtet, entsprechend des Wahlausgangs abzustimmen. Es ist jedoch extrem selten, dass ein Mitglied des Electoral College anders votiert als das Wahlergebnis vorgibt.

Der Ablauf

Sechs Wochen nach der Wahl, am 19. Dezember, kommen die Wahlleute aus allen Bundesstaaten zusammen und geben ihre Stimmen in versiegelten Umschlägen ab. Diese werden dann an den Kongress weitergeleitet. Der Präsident oder die Präsidentin wird dann am 20. Januar vereidigt.

Insgesamt werden im Dezember 538 Wahlmänner über den künftigen US-Präsidenten entscheiden – bei den Prognosen für die Wahlmänner fiel Clinton zuletzt etwa beim TV-Sender CNN unter die magische Marke von mehr als 270 sicher geglaubten Wahlmännern. Das hat den Wahlkampf um die am meisten umkämpften Bundesstaaten wie Florida, Ohio oder Nevada verschärft.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung Trumps in Reno (Nevada) war es am Samstagabend zu einem Zwischenfall gekommen. Mitarbeiter des Secret Service führten Trump hastig von der Bühne, nachdem ein Zuschauer das Wort „Waffe“ gerufen hatte. Der Vorfall stellte sich später als falscher Alarm heraus. Am Freitag hatte US-Präsident Barack Obama die aufgeheizte Stimmung bei einer Kundgebung für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton beruhigen müssen, nachdem ein Zwischenrufer ihn unterbrechen wollte. Obama forderte Respekt für den Zwischenrufer und brachte die Lage schließlich mit den Worten „Buht nicht, geht wählen“ wieder unter Kontrolle.

Trump und Clinton konzentrierten ihre Wahlkampfauftritte auf die sogenannten „Swing States“, in denen sich die Wahl am Dienstag entschieden werden dürfte. Am Montagabend wird das Clinton-Lager eine offizielle Abschlusskundgebung in Pennsylvania geben, an der erstmals neben Clinton auch gemeinsam ihr Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton sowie US-Präsident Barack Obama und dessen Frau Michelle Obama teilnehmen werden. Doch selbst danach ist noch nicht Schluss: Clinton will mit einer Kundgebung um Punkt Mitternacht im Bundesstaat North Carolina in den Wahltag gehen. Die Veranstaltung in Raleigh soll bis Dienstagmorgen zwei Uhr Ortszeit dauern. Donald Trump wird zum Wahlkampfinale am Montag in New Hampshire sein, plant aber für Sonntag und Montag auch noch Auftritte in Iowa, Minnesota, Michigan, Pennsylvania, Virginia, Florida und North Carolina.

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