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Special

09.08.2016

07:25 Uhr

US-Wahlkampf

Clinton punktet mit strategischer Reiseplanung

Bis November wird Hillary Clinton viel unterwegs sein. Bei der Wahl ihrer Ziele liegt der Fokus auf Staaten, die im Rennen um das Weiße Haus oft den Ausschlag geben. Donald Trumps Reiseroute wirkt weniger strukturiert.

Schwerpunkt von Clintons Reiseplanung sind die gleichen elf Staaten, in denen die Demokraten auch das meiste Geld für Fernsehwerbung investieren. dpa

Hillary Clinton in Kissimmee (Florida)

Schwerpunkt von Clintons Reiseplanung sind die gleichen elf Staaten, in denen die Demokraten auch das meiste Geld für Fernsehwerbung investieren.

Des MoinesDas Programm mag sich nach einer spannenden Reise durch die USA anhören. Doch schöne Landschaften und andere Sehenswürdigkeiten spielen für Hillary Clinton derzeit keine Rolle. Das GPS der demokratischen Präsidentschaftskandidatin ist mit dem Ziel programmiert, sich möglichst effizient die für einen Sieg im November erforderlichen Stimmen zu sichern.

Diese Woche geht es nach Florida. Dort wird auch Donald Trump erwartet. Im direkten Vergleich erscheint die Planung des republikanischen Rivalen ansonsten aber etwas eigenwillig.

Schwerpunkt von Clintons Reiseplanung sind die gleichen elf Staaten, in denen die Demokraten auch das meiste Geld für Fernsehwerbung investieren: Neben Florida vor allem Ohio, außerdem Colorado, Iowa, Michigan, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Pennsylvania, Virginia und Wisconsin. Schon Barack Obama hatte sich 2008 und 2012 auf diese Staaten konzentriert.

„Bei den zurückliegenden Wahlen hat sich dies für die Demokraten als Weg zum Sieg bewährt“, sagt John Anzalone, der zum Beraterstab der früheren US-Außenministerin zählt.

Als weitere Stationen im Wahlkampf zieht das Clinton-Team Arizona und Georgia in Erwägung. Arizona erlebt seit einigen Jahren einen deutlichen Bevölkerungszuwachs. Bei den neuen Bürgern in dem an der Grenze zu Mexiko gelegenen US-Staat handelt es sich zu einem großen Teil um Latinos – also um eine Wählergruppe, die laut Meinungsumfragen derzeit wenig für Trump übrig hat. In Georgia im Südosten sieht es in diesem Jahr nach einem besonders engen Rennen aus.

Auch bei der Verteilung des Werbebudgets folgt Clinton einem klaren geografischen Muster. In der vergangenen Woche buchten die Demokraten weitere Plätze für TV-Werbespots für insgesamt 23 Millionen Dollar (21 Millionen Euro). Das meiste Geld davon floss in nur drei Staaten: Florida, Ohio und Pennsylvania. In Colorado und Virginia verzichtete die Partei auf zusätzliche Werbeinvestitionen, da ihr der Vorsprung hier relativ sicher erscheint. Auch die Organisation „Priorities USA“, die Clinton im Wahlkampf unterstützt, legte das TV-Budget in diesen beiden Staaten auf Eis.

Trumps Reisetätigkeit seit dem Nominierungsparteitag lässt unterdessen vermuten, dass er seine Pläne, Clinton auch in den demokratischen Hochburgen Kalifornien und New York anzugreifen, vorerst aufgegeben hat. Darüber hinaus ist bisher kein klares Muster zu erkennen. „Ich rechne mit Siegen in einer Reihe von Staaten, in denen kein anderer Republikaner gewinnen würde“, sagte der Milliardär vor wenigen Tagen der „Washington Post“. „Aber welche Staaten das sind, werde ich nicht verraten.“

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