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Special

17.08.2016

02:34 Uhr

US-Wahlkampf

Ist Donald Trump am Ende?

Sinkende Umfragewerte, ein Fauxpas nach dem anderen: Das „Wall Street Journal“ gibt Donald Trump nur noch drei Wochen. Der US-Präsidentschaftsbewerber gilt als „erschöpft und verstört“.

„Trump hat die Bindung zur Realität verloren“, urteilt Jason Easley vom Polit-Blog PolicusUSA. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

„Trump hat die Bindung zur Realität verloren“, urteilt Jason Easley vom Polit-Blog PolicusUSA.

YoungstownDie Umfragewerte sind im Keller, die Geduld in seiner republikanischen Partei mit ihrem Kandidaten geht in Richtung Null. Der Kopf seiner Wahlkampfmaschine muss sich Schwarzgeld-Vorwürfen in der Ukraine erwehren. Donald Trump braucht dringend positive Energie, wenn er in den verbleibenden 85 Tagen bis zum Wahltag am 8. November nicht weiteren entscheidenden Boden gegen seine Kontrahentin Hillary Clinton verlieren will. Was ist da sicherer, als eine harte Gangart gegen Terroristen anzukündigen?

Natürlich bleibt Trump auch bei seiner minutiös vom Teleprompter abgelesenen Rede in Ohio nicht bei der Wahrheit. Mit der Nato, die er noch ein paar Tage vorher als irrelevant gescholten hatte, wolle er nun zusammenarbeiten. Das Militärbündnis habe nämlich aufgrund seiner Kritik seine Strategie geändert. „Nach meinen Kommentaren haben sie ihre Politik geändert“, sagte er allen Ernstes.

„Trump hat die Bindung zur Realität verloren“, urteilt Jason Easley vom Polit-Blog PolicusUSA. Das „Wall Street Journal“, den konservativen Republikanern grundsätzlich nicht feindlich gesinnt, gibt Trump nur noch drei Wochen. „Wenn sie es nicht schaffen, Herrn Trump dazu zu bringen, seine Vorstellung bis Anfang September zu ändern, dann haben die Republikaner keine andere Wahl, als ihren Kandidaten abzuschreiben und sich auf die Rennen um den Senat und um das Abgeordnetenhaus sowie auf andere Wahlen zu konzentrieren“, heißt es in einem Kommentar des Blattes.

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Trump wirkte am Montag angeschlagen. Er musste stellenweise sehr genau hinschauen, um lesen zu können, was ihm der Teleprompter vorgab. Sein Gesicht sah grau aus, die Worte fielen langsam. Der Auftritt korrespondiert mit dem, was Trump-Vertraute an US-Medien durchstechen: Der Kandidat sei „erschöpft und verstört“, genauso wie viele der Leute um ihn herum, berichtete die „New York Times“ kürzlich. Trump fühlte sich bemüßigt zu reagieren: „Ich genieße den Wahlkampf“, erklärte er via Twitter.

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