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Special

05.03.2016

17:53 Uhr

US-Wahlkampf

Melania Trump – First Lady in spe

Wenn alles anders ist in diesem Wahljahr, muss das auch für eine mögliche First Lady der USA gelten. Melania Trump bräche mit Traditionslinien à la Jackie Kennedy oder Eleanor Roosevelt: „Ich werde ich selbst sein.“

Der US-Republikaner Donald Trump, seine Frau Melania und der elf Monate alte Sohn. dpa

Donald, Melania und Barron Trump

Der US-Republikaner Donald Trump, seine Frau Melania und der elf Monate alte Sohn.

WashingtonSie könnte die erste First Lady seit fast 200 Jahren sein, die nicht in den USA geboren wurde. Die dritte Ehefrau Donald Trumps, im Kampf ums Weiße Haus aussichtsreichster Bewerber der Republikaner, stammt aus Slowenien. 1970 geboren, ist sie 24 Jahre jünger als ihr Gatte. Wer ist Melania Trump?

Melania, gebürtige Knauss, brach in ihrer Heimat in Ljubljana ein Studium ab (Architektur und Design) und zog, 1,80 Meter groß, als Model nach Mailand und Paris. Mit 17 wurde sie angeblich von Helmut Newton entdeckt. 1996 wanderte sie in die USA aus.

1998 lernte sie auf einer Party während der Fashion Week in New York Donald Trump kennen. 2005 wird geheiratet, teuer und glamourös in Palm Springs, sie in Dior. Das Ehepaar Trump hat ein gemeinsames Kind, den neunjährigen Barron.

Melania Trumps erste Einlassungen zum Thema First Lady sind bereits 17 Jahre alt, damals probierte sich Donald Trump noch erfolglos als Präsidentschaftsbewerber. „Ich wäre sehr traditionell“, sagte sie der „New York Times“. „Wie Betty Ford oder Jackie Kennedy.“

Das sind die Trump-Wähler

Geschlecht

Trumps Wähler sind überwiegend männlich. Er gewinnt weiter vor allem bei Republikanern ohne Collegeabschluss (über 40 Prozent Zustimmung), kann sein Spektrum aber erweitern.



Motive

Mehr als die Hälfte seiner Wähler sagt, sie sei wütend auf Washington, auf die Zustände dort und auf den Stillstand. Sie ist enttäuscht von der Regierung - und von der Republikanischen Partei. Diese habe nichts aus ihren jahrelangen Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus sowie in vielen Staaten gemacht; Republikaner seien zu viele Kompromisse mit Präsident Barack Obama eingegangen.

Herkunft

Seine Wähler sind ganz überwiegend Weiße. Von ihnen geben sehr viele an, sie fühlten sich von den Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur der USA bedroht (Nach offiziellen Angaben wird im Jahr 2044 jeder zweite US-Amerikaner einer nicht-weißen Bevölkerungsgruppe angehören.)

Bildung

Unter Trumps Wählern sind sehr viele Arbeiter. Die Fraktion der so genannten „blue collars“ (im Gegensatz zu den Angestellten mit den weißen Kragen) macht einen großen Anteil aus. Sie sehen sich seit vielen Jahren in Stich gelassen. Von einem etwaigen Aufschwung komme nichts bei ihnen an.

Politische Einstellung

Sehr viele Wähler Trumps wollten nach eigenen Angaben bisher nichts oder nichts mehr mit Politik zu tun haben. Viele gehen nun erstmals oder zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wählen. 85 Prozent der Trump-Wähler wollen einen Präsidenten, der nicht aus dem politischen Establishment kommt, sondern von außerhalb.

Die Schuldigen

„Die Medien“ sind für die Mehrzahl der Trump-Wähler ein Teil des Problems und eines verkrusteten Systems, das sie ablehnen. Trumps Anhänger sagen, er spreche ihre Sprache, nenne die Dinge beim Namen.

Wählergruppen

Bei Wählern, die Soldaten sind oder waren, schneidet Trump im Vergleich zu den Mitbewerbern am besten ab. Bei Evangelikalen, besonders bibeltreuen Christen, kommt der mehrfach geschiedene Trump auf ähnlich gute Werte wie der Tea-Party-Favorit Ted Cruz.

Themen

Inhaltlich besonders attraktiv sind für Trumps Wähler die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze und die Terrorbekämpfung. Die Relevanz des Themas Einwanderung hat zumindest am „Super Tuesday“ abgenommen.

85 Prozent der Trump-Wähler sind von seinem Vorschlag begeistert, keine Muslime mehr ins Land zu lassen.

Wandel

Fast jeder Zweite sagt: Trump bringt dem Land den nötigen Wandel. In South Carolina sagten über 90 Prozent der Trump-Wähler, ihr Mann könne mit internationalen Krisen am besten umgehen. Politologen entdecken in Trumps Wählerschaft immer stärkere Züge einer obrigkeitsstaatlichen Bewegung und einer Sehnsucht nach einem starken Mann.

Das sieht sie heute anders: „Wir leben im 21. Jahrhundert. Ich werde ich selbst sein. Ich werde anders sein als andere First Ladies. Ich werde Frauen helfen, ich werde Kindern helfen. Sie sind die Zukunft.“

Ein Umzug ins Weiße Haus brächte vermutlich doch einige Einschränkungen mit sich. Begleiter beschreiben Melanias Lebenswandel als sehr luxuriös. In New York lebt sie mit Blick über den Central Park an der 5th Avenue in einem 100-Millionen-Dollar-Penthouse. Es heißt, das traute Heim sei Schloss Versailles nachempfunden: Marmor, kostbarste Ausstattungen, Deckengemälde, Gold. Da kann 1600 Pennsylvania Avenue in Washington nicht mithalten. Dafür wird es mehr fotografiert.

Melania Trump spricht angeblich Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. „Der stille Partner“, schreibt die „New York Times“ im September vergangenen Jahres. 2016 kommt sie allmählich aus der Deckung und ist im Wahlkampf sehr oft an Donalds Seite zu sehen.

Dem Vernehmen nach haben die Trumps kein Kindermädchen, Melania bezeichnet sich als Vollzeit-Mutter. Ihr Wunsch für Sohn Barron: „ich will, dass es für ihn so normal wie möglich bleibt, aber ich unterstütze meinen Mann zu 100 Prozent.“

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