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Special

14.10.2016

23:21 Uhr

US-Wahlkampf

Neue Vorwürfe gegen Trump

Es nimmt kein Ende: In den USA melden sich weitere Frau zu Wort, die dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sexuelle Übergriffe vorwirft. Der bestreitet alles.

Der Kandidat spricht am Freitag auf einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina. Dort bezeichnete er Journalisten als Lobbyisten. Die aktuell gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien alle nur von den Medien aufgebaut worden. AFP; Files; Francois Guillot

Donald Trump

Der Kandidat spricht am Freitag auf einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina. Dort bezeichnete er Journalisten als Lobbyisten. Die aktuell gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien alle nur von den Medien aufgebaut worden.

WashingtonImmer neue Sex-Vorwürfe gegen Donald Trump heizen den Streit unter den US-Republikanern an und spalten die Partei zusehends. Der ranghöchste Parteipolitiker, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses Paul Ryan, hielt am Freitag eine Wahlkampfrede, in der er komplett auf die Nennung des Präsidentschaftskandidaten Trump verzichtete.

Ryan konzentrierte sich vollkommen auf Fortschritte im Rennen um Sitze im Senat und im Abgeordnetenhaus. Zum Präsidentschaftswahlkampf machte er keinen Aussagen.

Ryan hatte am Montag erklärt, er werde Trump nicht mehr unterstützen. Zuvor war ein Video aufgetaucht, in dem obszöne Äußerungen Trumps zu hören sind. In der Zwischenzeit gingen zahlreiche Frauen an die Öffentlichkeit, die angeben, Trump habe sie sexuell belästigt. Erst am Freitag erhob eine weitere Frau schwere Vorwürfe.

Summer Zervos, eine Teilnehmerin an Trumps Fernsehshow „The Apprentice“, erklärte, er habe sie mit sexuellen Absichten in einen Bungalow gelockt - sie habe ihn nur mit Mühe von sich fernhalten können, er habe sie gegen ihren Willen auf den Mund geküsst. Der Kandidat bestreitet dies vehement. „Das ist alles frei erfunden“, sagte er am Freitag bei einer Wahlkundgebung im umkämpften Bundesstaat North Carolina. Die Vorwürfe seien Teil einer Verschwörung gegen ihn. „Es ist ein einzige, große, hässliche Lüge.“

Zeitplan für den Wahltag

Dienstag, 8. November, 6 Uhr (MEZ)

Tradition zum Auftakt des Wahltags: Das Dorf Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire gibt bereits kurz nach Mitternacht („Eastern Time“) das Ergebnis seiner Handvoll Wähler bekannt.

Etwa ein Drittel aller Wähler gibt seine Stimme per Briefwahl ab, viele Staaten ermöglichen auch eine persönliche Stimmabgabe vor dem Wahltag.

Mittwoch, 9. November 2016, 0 Uhr (MEZ)

Die ersten Prognosen über den Ausgang der Wahl in den einzelnen Staaten werden über die Fernsehsender verbreitet.

Zudem werden in weiten Teilen von Indiana und Kentucky die Wahlurnen versiegelt.

Mittwoch, 9. November 2016, 2 Uhr (MEZ)

Bis zu diesem Zeitpunkt können die Wähler in der Hauptstadt Washington ihr Kreuz machen.

Mittwoch, 9. November 2016, 3 Uhr (MEZ)

Jetzt schließen die Wahllokale in New York, Heimatstaat und -stadt von Hillary Clinton und Donald Trump. Außerdem schließen die Lokale in den Staaten mit „Central Time“ und „Mountain Time“, wozu beispielsweise Arizona gehört.

Mittwoch, 9. November, 5 Uhr (MEZ)

Der wichtigste Staat mit „Pacific Time“ ist Kalifornien. Wenn die Wahllokale dort um 20.00 Uhr Ortszeit schließen, ist es in Deutschland 5 Uhr in der Früh. Zum selben Zeitpunkt schließen auch die Wahllokale auf Hawaii.

Mittwoch, 9. November 2016, 5.13 Uhr (MEZ)

Das war in der Wahlnacht 2012 der Moment, in dem drei US-Fernsehsender Barack Obama zum sicheren Sieger erklärten. Donald Trump und Hillary Clinton werden aller Voraussicht nach in New York sein.

Mittwoch, 9. November 2016, 6 Uhr

Die Wähler in Alaska sind die Schlusslichter in der langen Reihe der Staaten. Die Wahllokale sind hier bis 6 Uhr (MEZ) geöffnet. Mit ihrer Schließung ist die US-Wahl beendet.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich Anfang der 90er Jahre in einem Nachtclub in New York, wie die „Washington Post“ am Freitag online berichtete. Eine heute 46-Jährige erzählte der Zeitung, sie habe mit Freunden auf einer Couch gesessen, als eine Hand ihren Rock hochgezogen und sie durch ihre Unterwäsche berührt habe.

Sie habe die Hand weggestoßen, sich umgedreht und Trump als den Mann erkannt, der sie begrapscht habe. Die Frau erzählte weiter: „Er sah so unverwechselbar aus - mit den Haaren und den Augenbrauen. Ich meine, niemand sonst hat solche Augenbrauen.“ Der Übergriff sei zufällig gewesen. Es habe keine Unterhaltung gegeben. Der Vorfall habe nicht länger als 30 Sekunden gedauert. Sie und ihre Begleiter seien angeekelt und völlig baff gewesen. Sie hätten gedacht: „Ok, Donald ist ekelhaft. Wir alle wissen, dass er ekelhaft ist. Lass uns weiterziehen.“

Sie habe den Übergriff bislang für sich behalten. Aber wenn man unsittlich berührt werde, dann sollte man darüber sprechen. „Genau genommen sollte man zu den Behörden gehen und Anzeige erstatten. Es ist nicht okay.“ Damals habe sie versucht, eine Model-Karriere zu starten.

Die Zeitung berichtete, sie habe die 46-Jährige angesprochen, nachdem ein Freund, mit dem sie über den Vorfall gesprochen habe, sie einem Reporter berichtet habe. Andere Freunde hätten der „Washington Post“ ebenfalls erzählt, dass die Frau ihnen dieselbe Geschichte bereits vor Jahren erzählt habe.

Trumps Wahlkampfteam stritt auch diese Vorwürfe ab. Die Frau versuche mit diesen unwahren Anschuldigungen kostenlos Öffentlichkeit zu bekommen. „Es ist total lächerlich.“

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