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Special

01.11.2016

07:51 Uhr

US-Wahlkampf

Neue Wikileaks-Enthüllungen belasten Clinton

Hillary Clinton sieht sich im Wahlkampf erneut mit Enthüllungen der Internetplattform Wikileaks konfrontiert. Diesmal geht es um E-Mails, die vermuten lassen, sie sei bei TV-Debatten vorab über Fragen informiert gewesen.

Wusste die demokratische Präsidentschaftskandidaten vorab, was sie bei den TV-Duellen mit Donald Trump gefragt werden würde? AP

Hillary Clinton

Wusste die demokratische Präsidentschaftskandidaten vorab, was sie bei den TV-Duellen mit Donald Trump gefragt werden würde?

WashingtonEine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA belasten neue Enthüllungen den Wahlkampf von Hillary Clinton: Die Plattform Wikileaks veröffentlichte am Montag E-Mails von Parteistrategen, die den Verdacht nahelegen, dass Clinton bei TV-Debatten im Vorwahlkampf vorab über anstehende Fragen informiert worden sein könnte.

Nach Bekanntwerden der neuen gehackten E-Mails trennte sich der Sender CNN umgehend von der prominenten Politikanalystin Donna Brazile, die die Fragen vorab an Clintons Team weitergeleitet haben soll. „Was wir über ihre Interaktionen mit Clintons Wahlkampfteam während ihrer Zeit als CNN-Mitarbeiterin erfahren haben, ist uns total unangenehm“, wurde eine CNN-Sprecherin in Medienberichten zitiert.

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In dem Fall geht es um E-Mails, welche die damalige CNN-Mitarbeiterin Brazile an Clintons Wahlkampfchef John Podesta und andere Kampagnenmanager geschrieben hat. Sie nehmen Bezug auf bevorstehende TV-Debatten, die von CNN ausgerichtet wurden und in denen sich Clinton und ihr damaliger parteiinterner Gegner Bernie Sanders gegenüberstanden.

Die Mails lassen den Schluss zu, dass Brazile der Kandidatin einen Vorteil gegenüber Sanders verschaffen wollte. In einer Email an Podesta vom März schreibt Brazile: „Eine der Fragen morgen an HRC (Hillary Rodham Clinton) wird von einer Frau mit Ausschlag kommen. Ihre Familie leidet an Bleivergiftung, und sie wird fragen, was Hillary tun wird, um den Menschen in Flint zu helfen.“ Flint ist eine Stadt in Michigan, die damals wegen vergifteten Leitungswassers in den Nachrichten war.

Bei der Debatte am folgenden Tag wurde Clinton dann tatsächlich von einer Frau befragt, die über Hautprobleme in ihrer Familie berichtete. Allerdings stellte die Frau eine andere Frage. In einer weiteren gehackten Email, die sich an eine Clinton-Mitarbeiterin richtete, schrieb Brazile, dass sie „gelegentlich die Fragen vorab“ bekäme und diese vor den TV-Debatten an das Wahlkampfteam weiterleiten könne.

Der Sender CNN kritisierte Braziles Vorgehen und gab die Trennung von der langjährigen Mitarbeiterin bekannt. Der Sender beteuerte, dass er Brazile niemals Zugang zu Gästen der TV-Debatten und erwarteten Fragen gewährt habe.

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