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Special

31.10.2016

21:38 Uhr

US-Wahlkampf

Obama laviert, Clinton gibt sich sicher

VonMartin Dowideit

Die neuen Entwicklungen in der E-Mail-Affäre Hillary Clintons bringen US-Präsident Barack Obama in eine schwierige Lage. Er schickt seinen Sprecher vor – und hofft wohl, dass der Sturm vorüber zieht. Genau wie Clinton.

Die Affäre seiner Nachfolgekandidatin bringen auch den amtierenden Präsidenten Barack Obama in Bedrängnis. dpa

Obama und Clinton

Die Affäre seiner Nachfolgekandidatin bringen auch den amtierenden Präsidenten Barack Obama in Bedrängnis.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat sich im Wahlkampf um seine Nachfolge mehrfach öffentlich hinter Kandidatin Hillary Clinton gestellt. Die Veröffentlichungen des Chefs der Bundespolizei FBI, James Comey, zu möglicherweise belastenden E-Mails aus dem Umfeld Clintons, bringen den Präsidenten aber unter Druck. Wie geht Obama damit um, dass der Wahlkampf von einem Angestellten seiner Regierung kurz vor der Wahl am 8. November möglicherweise beeinflusst wurde?

Obamas Sprecher am Montag. AP

Josh Earnest

Obamas Sprecher am Montag.

Am Montag hat Obama seinen Sprecher Josh Earnest deswegen vorgeschickt, um erstmals für das Weiße Haus vor Kameras Stellung zu dem Thema zu beziehen. Earnest versuchte, Obamas Neutralität deutlich zu machen und sagte, dass der Präsident die Entscheidung Comeys weder „verteidige noch kritisiere“. Allerdings wies der Sprecher mehrfach daraufhin, dass es Traditionen gebe, um öffentliche Diskussionen über Ermittlungen in Grenzen zu halten – was eine indirekte Kritik an der Entscheidung ist. Obama sei aber nicht der Meinung, dass Comey bewusst versuche, den Ausgang der Wahl zu beeinflussen. Comey sei ein „integrer Mann“ und habe einen „guten Charakter“.

Der FBI-Chef hatte am Freitag den Fund von E-Mails mit „sachdienlichen“ Informationen bekannt gegeben, die Anlass gäben, neue Ermittlungen gegen Clinton einzuleiten. Seit dieser Veröffentlichung hat sich der Wahlkampf noch einmal aufgeheizt, denn der republikanische Kandidat Donald Trump hatte lange Clintons Umgang mit dienstlichen E-Mails kritisiert. Der Vorwurf lautet, dass Clinton in ihrer Zeit als US-Außenministerin bis 2013 durch die Nutzung eines privaten Servers für dienstliche Korrespondenz die Sicherheit der Nation gefährdet habe.

Die neuen E-Mails von Clintons Beraterin Huma Abedin waren auf dem Computer des Ex-Abgeordneten Anthony Weiner entdeckt worden. Gegen Weiner wird wegen des Versendens sexuell anstößiger SMS an eine Minderjährige ermittelt. Er ist Abedins Ehemann; sie hat sich nach mehreren Skandalen allerdings inzwischen von ihm getrennt.

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