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Special

25.04.2016

08:34 Uhr

US-Wahlkampf

Republikaner schmieden Anti-Trump-Allianz

Mit einem beispiellosen Pakt wollen die republikanischen Präsidentschaftsbewerber Cruz und Kasich dem Spitzenreiter Trump ein Bein stellen. Erklärtes Ziel ist eine Kampfabstimmung beim Parteitag im Juli.

US-Vorwahlen 2016

So macht sich Trump über Clinton lustig

US-Vorwahlen 2016: So macht sich Trump über Clinton lustig

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WashingtonDie beiden abgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Ted Cruz und John Kasich, tun sich gegen den Favoriten Donald Trump zusammen. Die Anwärter beschlossen am Sonntag, sich bei kommenden Vorwahlen nicht ins Gehege kommen zu wollen.

So wollen die beiden Politiker verhindern, dass Trump letztlich auf ausreichend Delegiertenstimmen für eine automatische Nominierung kommt. Cruz teilte mit, sich auf den US-Bundesstaat Indiana zu konzentrieren und damit Kasich das Feld in Oregon und New Mexico zu überlassen.

Kasich wird sich demnach im Gegenzug aus Indiana zurückziehen. Die Vorwahlen dort finden am 3. Mai statt, in Oregon wird am 17. Mai abgestimmt und in New Mexiko am 7. Juni. Einige Trump-Gegner fordern eine solche Vereinbarung seit einiger Zeit, halten sie nun aber für verspätet.

Das System der Delegierten bei den US-Vorwahlen

Warum gibt es Delegierte?

Im Kampf um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ist die Verteilung der Delegierten beider Parteien von zentraler Bedeutung: Die Kandidaten der beiden Parteien werden nicht durch direkte Wahlen bestimmt, sondern über die Stimmen von Delegierten. Diese werden abhängig vom Abschneiden eines Bewerbers bei Vor- und Urwahlen in den einzelnen Bundesstaaten verteilt. Wer auf dem Parteitag mehr als die Hälfte der Delegiertenstimmen erhält, gewinnt.

Ist das Verfahren bei beiden Parteien gleich?

Nein. Jede Partei legt ihre eigenen Regeln fest: Bei den Demokraten gibt es 4763 Delegierte, die in jedem Bundesstaat immer proportional zur der Zahl der erhaltenen Wählerstimmen verteilt werden. Die Republikaner haben 2472 Delegierte und jeder Bundesstaat hat eigene Regeln. Das könnte nun entscheidend sein, denn die beiden bevölkerungsreichen Staaten Florida und Ohio vergeben ihre Delegierten komplett an den Sieger.

Was sind Superdelegierte?

Es handelt sich um hochrangige Mitglieder der Demokraten – darunter Kongressabgeordnete, Gouverneure und ehemalige Präsidenten – die frei entscheiden können, wen sie unterstützen. Sie machen grob ein Sechstel der demokratischen Delegierten aus. Viele Superdelegierte haben sich bereits für Hillary Clinton ausgesprochen. Formell haben die Republikaner zwar auch Superdelegierte, aber sie müssen ihre Stimme dem Bewerber geben, der die Vorwahl in ihrem Bundesstaat gewonnen hat.

Was passiert, wenn ein Bewerber ausscheidet?

Bei den Demokraten werden die Delegierten auf die übrigen Bewerber verteilt. Bei den Republikanern ist das Verfahren von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich: Einige müssen zumindest bei der ersten Wahlrunde auf dem Parteitag trotzdem für den ursprünglichen Kandidaten stimmen, was einer Enthaltung gleichkommt, andere werden umverteilt.

Was passiert, wenn kein Kandidat die Mehrheit erhält?

Dann kommt es zu einer „brokered convention“, bei der während des Parteitags der Kandidat bestimmt wird. Das hat es seit Jahrzehnten in den USA nicht mehr gegeben – es war die Kritik an derartigen Hinterzimmer-Deals früherer Zeiten, die zum heutigen Vorwahlsystem geführt hat. Bei den Republikanern wird gegenwärtig trotzdem ein solcher Ablauf diskutiert, weil er als eine Möglichkeit des Partei-Establishments gesehen wird, Donald Trump zu stoppen.
(Quelle: Reuters)

Trump hat bereits 847 Delegiertenstimmen gewonnen. Für einen sofortigen Sieg bei den Republikanern benötigt er insgesamt 1237. Ziel von Cruz und Kasich ist es nun, Trump noch so viele Delegiertenstimmen abzunehmen, dass die endgültige Entscheidung über den Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 8. November erst auf dem Parteitag Mitte Juli fällt. Dann wären viele Delegierte nicht mehr an ihre ursprüngliche Stimmenabgabe gebunden.

Von

rtr

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