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Special

14.10.2016

15:06 Uhr

US-Wahlkampf zieht Kreise

Mexikos Wirtschaft zittert vor „Hurrikan Trump“

Der Lieblingsfeind von Donald Trump fürchtet sich. Ein Wahlsieg des Republikaners könnte die Volkswirtschaft Mexikos schwächen – nicht nur mit der ominösen Mauer. Das Volk ärgert sich vor allem über Präsident Peña Nieto.

Die politische Zukunft von Enrique Peña Nieto (links) hängt auch vom Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ab. AP

Mexikos-Präsident hat ein Trump-Problem

Die politische Zukunft von Enrique Peña Nieto (links) hängt auch vom Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ab.

Mexiko-StadtMexikos Staatschef Enrique Peña Nieto durfte die jüngsten Nachrichten aus den USA über Donald Trumps Verfehlungen mit Erleichterung vernommen haben. Der sinkende Stern des ruppigen US-Politikers hilft auch dem Staatschef und der Wirtschaft des Nachbarn im Süden. Denn je höher die Chancen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf den Sieg stehen, desto stärker sinken der mexikanische Peso, die Börsenkurse und damit auch das Ansehen von Präsident Peña Nieto.

Mexiko ist so etwas wie der Lieblingsfeind Trumps. Bereits früh im Wahlkampf hat er die Menschen südlich des Rio Grande pauschal als „Vergewaltiger“, „Verbrecher“ und „Drogenschmuggler“ verunglimpft. Und er will eine Mauer entlang der 3200 Kilometer langen Grenze bauen, für die auch noch Mexiko zahlen soll.

Noch kein Wahlkampf in den USA hat im südlichen Nachbarland derartige Verwerfungen hervorgerufen wie der aktuelle. Das liegt vor allem am Kandidaten Trump und seinen Forderungen – wie zum Beispiel der Neuverhandlung der Nordamerikanische Freihandelszone Nafta. Aber politische Fehler von Präsident Peña Nieto verstärken diese Krise. Bestes Beispiel war die Einladung an Trump und dessen Besuch in Mexiko Ende August.

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Die Bevölkerung empfand es als eine Demütigung, dass der Republikaner gerade in Mexiko eine Bühne erhielt und sich noch nicht mal für seine Beleidigungen und Beschimpfungen entschuldigte. Zudem degradierte der US-Kandidat Peña Nieto bei der anschließenden Pressekonferenz zu einem Statisten. Die Quittung folgte: Peña Nietos Popularität ist auf einem historischen Tiefpunkt. Die Mexikaner gingen sogar am Unabhängigkeitstag Mitte September auf die Straße, um seinen Rücktritt zu fordern. So etwas hatte es zuvor in Mexiko noch nicht gegeben.

Auch Mexikos Zentralbankchef Agustín Carstens sorgt für mehr Verunsicherung. Der gewöhnlich sehr zurückhaltende Ökonom warnte davor, dass der Wahlsieg des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mexiko in heftige wirtschaftliche Turbulenzen stürzen würde. „Es wäre wie ein Hurrikan", sagte Carstens. Es bestehe natürlich ein Zusammenhang zwischen der Schwäche der mexikanischen Währung Peso und starken Umfragewerten für Trump. Auch der Wirtschaftsexperte Raúl Felix hält einen Sieg von Trump für einen schweren Schlag für Mexikos Volkswirtschaft: „Zölle und Mauern würden eine tiefe Rezession auslösen und den Peso zum Absturz bringen“, sagt der Professor am Forschungsinstitut CIDE.

Kommentare (8)

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Herr Holger Narrog

14.10.2016, 15:15 Uhr

Abseits linker Phantasien und Propaganda ist es durchaus denkbar, dass eine Administration Trump die Einwanderung aus Mexiko reduzieren könnte.

Eine reale Konsequenz wäre das mehr qualifizierte Menschen im Lande bleiben und sich im eigenen Land engagieren.

Frau Annette Bollmohr

14.10.2016, 15:25 Uhr

Nochmal:

Wir brauchen heute überhaupt keine Politiker mehr (und längerfristig auch keine Nationalstaaten) sondern ein neues (Bürger-)Demokratiemodell auf Basis digitaler Strukturen.

Diese gilt es angesichts der desolaten weltpolitischen Lage schnellstens aufzubauen.

Zumal auch für eher "unpolitische" Menschen - was ein Widerspruch in sich ist, denn jeder Mensch ist Teil der Politik - immer offensichtlicher wird, dass es sich bei einer ganzen Reihe politischer "Führer" in Wahrheit schlicht und ergreifend um hochkriminelle Seilschaften handelt.

Schließlich haben wir schon vor längerer Zeit herausgefunden, dass die Erde eine Kugel ist und keine Scheibe.

Und auch keine Pyramide, in der von oben nach unten "durchregiert" wird.

Herr Toni Ebert

14.10.2016, 15:43 Uhr

Frau Annette Bollmohr14.10.2016, 15:25 Uhr
Nochmal:

Wir brauchen heute überhaupt keine Politiker mehr (und längerfristig auch keine Nationalstaaten) sondern ein neues (Bürger-)Demokratiemodell auf Basis digitaler Strukturen.
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Aber die Politiker brauchen das Volk, sonst müssten sie ja arbeiten. Und darum tun sie alles, damit wir sie beachten.

Wenn wir generell alles meiden würden, wo sich ein Politiker sehen lässt und geschlossen den Raum verlassen würden, wenn Merkel oder Obama auftritt, hätte das Volk gewonnen.

Aber das Volk ist dumm und beachtet Politiker. (sorry, ich meine damit wirklich nur den Abs.....), andere meiden diese Subjekte, die sich anmaßen im Namen des Volkes zu sprechen.

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