Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

07.06.2016

11:04 Uhr

Vorwahlkampf in den USA

Wie lange will Sanders Clinton noch ärgern?

VonAxel Postinett

Genau vor acht Jahren musste Hillary Clinton ihre Niederlage gegen Barack Obama im Kandidatenrennen eingestehen. Jetzt hofft sie auf die Revanche gegen Bernie Sanders. Und eine sehr wichtige Empfehlung aus Washington.

Hillary Clinton

Präsidentschaftskandidatur sicher: Erstmals wird eine Frau ins Rennen geschickt

Hillary Clinton: Präsidentschaftskandidatur sicher: Erstmals wird eine Frau ins Rennen geschickt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

San FranciscoBernie Sanders lacht auf, aber es ist kein fröhliches Lachen. Es klingt sarkastisch: „War das jetzt eine ernst gemeinte Frage?“, hakte er nach, bevor er antwortete. „Ja, das ist ernst gemeint“, entgegnete Yamiche Alcindor, Journalistin der „New York Times“, kurz angebunden am Montag auf einer Pressekonferenz im kalifornischen Emeryville nahe Oakland.

Sie hatte gefragt, was der Senator Frauen antworte, die sagen, es sei „sexistisch“ von ihm weiter im Kandidatenrennen um das Weiße Haus zu bleiben und der ersten Frau ihren Weg ins Weiße Haus zu verstellen. Sanders lag am Montag nach Wählerstimmen weit hinter Clinton, der theoretisch nur noch wenige Stimmen zur Mehrheit fehlen.

Das sehe er nicht so, entgegnete Sanders. „Es geht darum, wer der bessere Kandidat ist, um Donald Trump zu schlagen“, führte er später aus, „Jetzt sind wir voll darauf fokussiert, den größten Bundesstaat der USA (Kalifornien) zu gewinnen und South Dakota und North Dakota, Montana und New Mexiko. In New Jersey wollen wir so gut wie möglich abschneiden. Ziel ist es, so viele Delegierte wie möglich zu bekommen um den Superdelegierten klar zu machen, dass es genug Beweise dafür gibt, dass ich der bessere Kandidat bin.“

Ein ambitionierter Plan – und Sanders gehen die Optionen aus. Derzeit vereinigt Hillary Clinton 1.812 Delegierte auf sich, der selbsternannte „demokratische Sozialist“ Sanders nur 1.521. Dazu kommen noch 548 „Superdelegierte“, die nach heutigem Stand für Clinton stimmen und nur 46 für Sanders. Laut der Nachrichtenagentur AP hat Clinton die nötige Zahl an Delegierten für die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin bereits sicher. Die Agentur beruft sich dabei neben den Ergebnissen der Vorwahlen auf eine Umfrage unter den Superdelegierten.

Da die Superdelegierten aber nicht an Weisungen durch Wahlergebnisse gebunden sind, können sie ihre Meinung jederzeit ändern. Überwältigende Sanders-Siege könnten sie am Ende doch noch davon überzeugen, ihn auf dem Parteitag zu nominieren. Kalifornien ist dabei der entscheidende Staat. Das Ergebnis hier könnte für eine faustdicke Überraschung gut sein und das von Sanders erhoffte Umdenken einleiten.

Laut Realclearpolitics.com ist Clintons sicherer Vorsprung in den Umfragen gegenüber Sanders von Anfang Mai mit 51 Prozent zu 41,3 Prozent auf zuletzt noch 47,7 zu 45,7 Prozent geschmolzen. Das liegt schon im Bereich des statistischen Fehlers in einem Vorwahlkampf, der so viele Überraschungen gesehen hat wie kaum ein anderer zuvor. Außerdem wäre ihre Kandidatur schwer beschädigt, wenn sie diesen Prestigesieg nicht einfahren könnte, selbst wenn sie am Ende die zahlenmäßige Mehrheit hätte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×