Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

Special

10.10.2016

20:24 Uhr

Warren Buffett kontert Donald Trump

„Ich habe seit 1944 jedes Jahr Einkommensteuern gezahlt“

VonAstrid Dörner

Trump hat im zweiten TV-Duell versucht, seine Steuertaktik mit einem Verweis auf den legendären Investor Warren Buffet zu rechtfertigen. Doch dieser kontert nun: Er zahle Einkommensteuern, seitdem er 13 Jahre alt sei.

Der Starinvestor wollte sich sein Image nicht von Donald Trump beschädigen lassen. AFP; Files; Francois Guillot

Warren Buffet

Der Starinvestor wollte sich sein Image nicht von Donald Trump beschädigen lassen.

FrankfurtWarren Buffett mischt sich nur selten in die täglichen politischen Kämpfe zwischen Demokraten und Republikanern ein. Doch das konnte der 86-jährige Chef des Konglomerats Berkshire Hathaway nicht auf sich sitzen lassen: Buffett habe ebenfalls eine „massive Abschreibung“ vorgenommen, argumentierte Donald Trump, als er während des zweiten TV-Duells in der Nacht zum Montag seine Steuerpraktiken verteidigen musste. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge könnte Trump nach einem 916 Millionen Dollar schweren Verlust im Jahr 1995 einige Jahre lang keine Einkommensteuern gezahlt haben.

Doch Buffett will gar nicht erst die Vermutung aufkommen lassen, dass er auch so gehandelt haben könnte. „Ich habe seit 1944 jedes Jahr Einkommensteuern gezahlt“, schrieb er dem Börsensender CNB in einer Stellungnahme. „Da war ich 13 Jahre alt.“ Allerdings hat auch der heute viertreichste Mann der Welt einmal klein angefangen: 1944 betrug seine Steuerlast gerade einmal sieben Dollar. Niemals habe er jedoch im Stile von Trump einen Verlustvortrag geltend gemacht.

Procter & Gamble verkauft: Apple und andere Stars in Warren Buffetts Portfolio

Procter & Gamble verkauft

Apple und andere Stars in Warren Buffetts Portfolio

Im ersten Quartal hat Starinvestor Warren Buffett sein Portfolio etwas stärker umgeschichtet als in den Quartalen zuvor. Vor allem ein Neueinsteiger ist bemerkenswert - und die abgestoßenen Aktien eines Konsumkonzerns.

Buffett, der die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton unterstützt, kritisierte Trump auch dafür, dass er seine Steuern nicht veröffentlicht, wie es im Wahlkampf üblich ist. Wie Trump würden auch Buffetts Steuererklärungen gerade von der Steuerbehörde geprüft und trotzdem hätte Buffett kein Problem damit, sie offen zu legen.

„Auch Herr Trump würde damit kein Problem haben – zumindest kein Juristisches“, bemerkte Buffett spitz und gab einen Einblick in seine eigene finanzielle Situation. Im vergangenen Jahr hat er nach eigenen Angaben Einkommensteuer in Höhe von 1,85 Millionen Dollar gezahlt, auf ein Einkommen von 11,56 Millionen Dollar – davon konnte er knapp die Hälfte abschreiben, unter anderem für gemeinnützige Spenden. Buffett, dessen Vermögen auf rund 66 Milliarden Dollar geschätzt wird, spendete im vergangenen Jahr 2,858 Milliarden Dollar seines Vermögens. Steuerfrei darf man in den USA maximal 2,8 Milliarden Dollar spenden.

Buffett selbst hat das amerikanische Steuersystem immer wieder kritisiert. Es sei ungerecht, dass seine Sekretärin mehr Steuern zahle als er, hatte Buffett bereits vor Jahren zu bedenken gegeben und schlug vor: Wohlhabende mit einem Einkommen von über einer Million Dollar sollten darauf mindestens 30 Prozent Steuern zahlen. Diese sogenannte „Buffett-Regel“ wurde auch in die Steuerreform von Präsident Obama aufgenommen. Umgesetzt wurde sie jedoch nie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×