Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.10.2012

08:24 Uhr

Vergeltung der Türkei

Nato verurteilt Syriens Angriffe

Der syrische Bürgerkrieg greift auf die Nachbarländer über. Nach dem Beschuss hat die Türkei Gegenangriffe gestartet und ruft den Uno-Sicherheitsrat an. Der Nato-Rat trifft sich für eine Dringlichkeitssitzung.

Türkei übt Vergeltung

Video: Türkei übt Vergeltung

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Ankara/Brüssel/Jersualem/New YorkDas türkische Militär hat am Donnerstagmorgen seinen Angriff auf einen syrischen Militärstützpunkt nahe der Grenze fortgesetzt. Ziel sei die Region um die Stadt Tel Abjad gewesen, die rund zehn Kilometer von der gemeinsamen Grenze entfernt liegt, hieß es in türkischen Sicherheitskreisen. Mehrere Angehörige der syrischen Regierungstruppen seien getötet worden.
Die türkische Luftwaffe hatte bereits in der Nacht zu Donnerstag die Militärbasis angegriffen und Vergeltung für einen Granatenangriff aus Syrien geübt, bei dem am Mittwoch fünf türkische Zivilisten getötet wurden.

„Die Türkei wird solche Provokationen des syrischen Regimes, die unsere nationale Sicherheit bedrohen, niemals ungestraft lassen“, erklärte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwochabend in Ankara. Zudem hat die Türkei nach dem grenzüberschreitenden Beschuss durch Syrien den UN-Sicherheitsrat angerufen. In einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und den Sicherheitsratsvorsitzenden, Guatemalas Botschafter Gert Rosenthal, wertete der türkische UN-Botschafter Ertugrul Apakan den Zwischenfall am Mittwoch (Ortszeit) als "aggressiven Akt Syriens gegen die Türkei". Durch den syrischen Granateneinschlag waren fünf türkische Zivilisten getötet worden.

Der syrische Informationsminister Omran al-Subi hat am Mittwoch eine Untersuchung des Angriffs auf ein türkisches Grenzdorf mit fünf Toten angekündigt. Zudem drückte er im Namen der Regierung den Angehörigen und dem türkischen Volk sein Beileid aus, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Im Fall von Grenzzwischenfällen müssten die Länder und Regierungen vernünftig, rational und verantwortungsvoll handeln, meinte der Minister.

Der Nato-Rat wurde noch für den Abend zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen. Türkische Sicherheitskreise vermuteten, dass die in Akcakale eingeschlagene Granate von syrischen Regierungstruppen abgefeuert wurde.

„Dieser Angriff ist von unseren Streitkräften sofort erwidert worden“, erklärte Erdogan. Die türkischen Streitkräfte feuerten demnach „auf Ziele entlang der Grenze, die mit Radar identifiziert“ worden waren. Durch den Einschlag syrischer Granaten waren in Akcakale nahe der syrisch-türkischen Grenze fünf Menschen getötet worden. Bürgermeister Abdülhakim Ayhan sagte, unter den fünf Toten sei eine Frau mit ihren drei Kindern. 13 weitere Menschen wurden verletzt. Die Bevölkerung sei wütend, da immer wieder Geschosse nach Akcakale hineinflögen. Außenminister Ahmet Davutoglu berief seinerseits eine Dringlichkeitssitzung ein.

Kämpfe nahe der Grenze: Israel versetzt Armee in Alarmbereitschaft

Kämpfe nahe der Grenze

Israel versetzt Armee in Alarmbereitschaft

Israel werde Beschuss aus Syrien auf Dauer nicht hinnehmen, warnt die Armee.

International löste die Ausweitung des Konflikts Besorgnis aus.

Die Nato nannte den Angriff auf das türkisches Dorf nach einer eilig einberufenen Sondersitzung der ständigen Nato-Botschafter einen flagranten Bruch internationalen Rechts und eine Sicherheitsbedrohung für den Verbündeten Türkei. „Wie schon am 26. Juni festgestellt, beobachtet die Allianz die Situation in Syrien sehr genau“, teilte das Bündnis am späten Mittwochabend in Brüssel mit. Damals hatte es bereits nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs Beratungen nach Artikel vier des Nato-Vertrags gegeben. Diese Konsultationen kann ein Verbündeter beantragen, wenn ein Mitgliedsstaat „die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit“ des Landes als bedroht ansieht. Seit dem Beginn des Syrien-Konflikts im März 2011 war erst einmal ein ähnlicher Fall eingetreten: Im Juni hatte die Nato den Abschuss eines türkischen Kampfjets durch die syrische Luftwaffe verurteilt.

Noch vor Bekanntwerden des türkischen Gegenangriffs hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sich zutiefst besorgt über die Lage gezeigt. Die Türkei müsse alle Kommunikationskanäle zu syrischen Behörden offenhalten, um einen weiteren Aufbau von Spannungen zu vermeiden, sagte Ban nach Angaben eines Sprechers bei einem Telefonat mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu.

Kommentare (32)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Schlesier

03.10.2012, 21:49 Uhr

Bin gespannt was die Türken dafür von den amis bekommen.Geld,Land oder den EU Beitritt.

Zarathustrie

03.10.2012, 22:00 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
„Nicht persönlich werden“
http://www.handelsblatt.com/netiquette

MikeM

03.10.2012, 22:27 Uhr

Es scheint als habe man beschlossen, Assad nun auszuradieren. Ein paar Granaten auf ein türkisches Haus und die Party kann steigen. Bisher hat man noch jeden Krieg so begonnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×