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19.11.2016

17:08 Uhr

Buckingham Palast wird renoviert

Die Queen hat ein Wohnungsproblem

VonKerstin Leitel

Der berühmte Buckingham Palace wird renoviert. Umziehen muss die Queen deshalb nicht – auch wenn sie sicher beim zukünftigen US-Präsidenten Unterschlupf finden würde. Denn der hat sich als Fan der Königin geoutet.

Die Queen wird trotz der Umbaumaßnahmen nicht umziehen. AFP

Buckingham Palast

Die Queen wird trotz der Umbaumaßnahmen nicht umziehen.

LondonWenn Deutsche nach Großbritannien ziehen, kommt der erste Schock beim Blick auf die Immobilienpreise, der zweite, wenn man sich anschaut, was man für sein Geld bekommt: Häuser mit zugigen Fenstern, seltsamen Lichtschaltungen und alten Rohren. Selbst der Wohnsitz von Königin Elizabeth II macht da offenbar keine Ausnahme. Ihre Angestellten sollen im Buckingham Palace sogar schon Eimer aufgestellt haben, um von der Decke tropfendes Regenwasser aufzufangen, erzählt man sich in London. Seit über 60 Jahren sind Elektroleitungen, Rohre und Heizung nicht mehr erneuert worden. Jetzt müsse das Gebäude „dringend vollständig überholt werden“, ließ der Palast mitteilen und kündigte umfassende Renovierungsarbeiten an.

Ein Mammutprojekt: In den Wänden des „Buck House“ stecken über hundert Meilen elektrische Kabel und 20 Meilen Heizungsrohre. Zehn Jahre sollen die Arbeiten dauern, nächstes Frühjahr soll begonnen werden. Die Kosten werden auf 369 Millionen Pfund (430 Millionen Euro) geschätzt. Eine Summe, die bei manchen Briten für Empörung sorgt – zumal die Renovierung am Gedenktag für Kinder in Not bekannt gegeben wurde.

Konkret sollen die Maßnahmen finanziert werden durch eine höhere Ausschüttung aus dem „Crown Estate“, der Gesellschaft, die die Gebäude der Royals verwaltet. In diesem Jahr wurden knapp 43 Millionen Pfund (50 Millionen Euro) beziehungsweise 15 Prozent der Gewinne des „Crown Estate“ an die königliche Familie ausgezahlt, nun sollen es vorübergehend 25 Prozent sein. In die Staatskasse fließt somit weniger Geld.

Die Renovierung kostet viel Geld, wie der Chef des königlichen Haushalts, Tony Johnstone-Burt in britischen Medien einräumt. Letztlich sei die Renovierung aber im Sinne der Steuerzahler. Schließlich könne man so „einen viel teureren und katastrophalen Gebäudeschaden in den kommenden Jahren verhindern“. Zudem soll das Geld wieder reingeholt werden: Der Buckingham Palace zieht jedes Jahr 15 Millionen Besucher an – nach dem Umbau sollen dank längerer Öffnungszeiten mehr Touristen durch die königlichen Flure schlendern.

Der Buckingham Palace ist bei weitem nicht die einzige Touristenattraktion in London, die renoviert werden muss. Auch der Uhrturm des Palace of Westminster, der die berühmte Glocke Big Ben beherbergt, wird bald hinter einem Baugerüst verschwinden. Daneben soll das gesamte Parlamentsgebäude saniert werden.

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Die Queen wird trotz der Umbaumaßnahmen nicht umziehen. In den insgesamt 775 Räumen des Palastes aus dem 17. Jahrhundert wird sich auch mit Sicherheit leicht ein Ausweichquartier finden lassen. Zur Not könnte die Queen wohl auch in einem Hotel des designierten US-Präsident Donald Trump Unterschlupf finden. In dem ersten Telefonat mit der britischen Premierministerin Theresa May hatte der amerikanische Milliardär sich als Fan von der Königin geoutet. Die Regierungschefin solle der Queen doch bitte Grüße ausrichten, erklärte Trump der „Times“ zufolge – und speiste die Premierministerin selbst mit der nonchalanten Erklärung ab, sie möge ihm doch Bescheid sagen, wenn sie in die USA reise.

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