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19.03.2017

20:47 Uhr

Luxus-Nudeln

„Pasta ist wie Wein“

VonRegina Krieger

Spaghetti, Tagliatelle oder Penne: Nudel ist nicht gleich Nudel. Giovanni Fabbri verdient mit dieser Denke sein Geld. Im Chianti-Gebiet stellt seine Familie seit drei Generationen Luxus-Pasta her. Eine Weltgeschichte.

Auch bei Nudeln gibt es erhebliche Unterschiede. dpa

Nudel ist nicht gleich Nudel

Auch bei Nudeln gibt es erhebliche Unterschiede.

Strada in ChiantiNudel ist gleich Nudel, so was denkt man wirklich nur außerhalb Italiens. Im Pasta-Land weiß jedes Kind, dass es große Unterschiede gibt: Jede Gegend hat ihre eigene traditionelle Form, ihren Namen, ihre Soße, die man nur zu dieser einen bestimmten Sorte isst. Denn es dreht sich immer darum, die bestmögliche Kombination für den Gaumen zu erzielen.

Die Vielzahl unterschiedlicher Nudelsorten macht das Lesen der Speisekarte nicht gerade leichter. Spaghetti, Tagliatelle, Tortiglioni, Penne oder Farfalle kennt jeder. Nach großer Oper klingen die regionalen Nudelsorten: Orecchiette aus Apulien, Tortellini aus der Emilia Romagna, Trenette aus Ligurien, Bucatini aus Rom, Bigoli aus dem Veneto oder Pappardelle aus der Maremma. Und das sind noch längt nicht alle.

„Ich esse am liebsten Spaghettoni“, sagt Giovanni Fabbri, „auf meine Art: mit gekochtem Stockfisch, Bohnen und gutem Olivenöl .“ Spaghettoni? Das seien große Spaghetti, doppelt so dick wie die normalen, die die Sauce besonders gut aufnehmen. „In Siena heißen sie Pici und anderswo Bigoli“, erklärt der Unternehmer aus der Toskana. Spaghettoni ist eine der Pastasorten, die er nach einem alten und seltenen Verfahren herstellt: seine Nudeln trocknen fünf Tage lang bei niedrigen Temperaturen.

Sein „pastificio“ liegt in dem 2100-Seelen-Örtchen Strada in Chianti direkt an der Piazza. Mitten im Anbaugebiet des berühmten Rotweins im Süden von Florenz. Sein Urgroßvater hat die Nudelfabrik hier 1893 gegründet. „Früher wurde die Pasta draußen auf der Piazza getrocknet, bis dann 1911 der Strom zu uns kam und wir den Trockenraum einrichteten“, erklärt er. Groß ist die Teigwarenfabrik bis heute nicht, ein Gebäude reicht für die Pastamaschine, die Trockenräume sowie Verpackung und Versand. Im Eingang hat Giovanni Fabbri ein kleines Museum eingerichtet, wo er oft Besuchern zeigt, wie der Teig angemacht wird und wie er sich anfühlen muss, damit die Pasta perfekt wird. Seine Ware geht an Restaurants und Privatkunden per Internet und Kurier.

Kommentare (2)

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Herr Paul Kersey

20.03.2017, 10:20 Uhr

Was hat dieser Artikel in der Rubrik Politik International verloren?

Herr Dominik Ludecke

20.03.2017, 14:55 Uhr

Herr Fabbri mag ja meinen, dass Pasta wie Wein ist, aber ich denke da eher wie Garfield - hauptsache, der Tank ist voll. Für die Feinschmecker unter euch rate ich, Spaghetti, Tagliatelle oder Penne z.B. unter https://speisekarte.menu/search/pasta zu bestellen.

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