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02.11.2016

12:58 Uhr

Thailand

1000 Kilometer zum toten König – mit dem Rollstuhl

VonFrederic Spohr

Thailand bleibt vom Tod des Königs geschockt. Die Massen an Trauernden am Palast sind eine Herausforderung für die Behörden. Sogar ein Rollstuhl-Fahrer aus Phuket ist auf dem Weg ins 1000 Kilometer entfernte Bangkok.

Thailand in Trauer

So erweisen Tausende Menschen ihrem König die letzte Ehre

Thailand in Trauer: So erweisen Tausende Menschen ihrem König die letzte Ehre

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BangkokEs ist ein weiter Weg von Phuket nach Bangkok. Um dem verstorbenen König Bhumibol die letzte Ehre zu erweisen, nimmt ein Mann namens Sompong die Strecke trotzdem auf sich – und zwar mit dem Rollstuhl. Eine Thailänderin hat ein Foto des einbeinigen Mannes in einer Facebook-Gruppe gepostet. „Wenn ihr ihn trefft, dann gebt ihm etwas zu essen und zu trinken”, schreibt sie dazu. Von der Ferieninsel bis zur Hauptstadt sind es fast 1000 Kilometer.

Auch drei Wochen nach dem Tod des geliebten Staatsoberhauptes, ist in Thailand längst noch kein Alltag eingekehrt. Das öffentliche Leben geht zwar weiter, und doch ist die Stimmung etwas ruhiger und andächtiger – aber auch gemeinschaftlicher.

Noch immer tragen viele Menschen Trauerkleidung, die die Thailänder in großen Lagerhallen kollektiv schwarz gefärbt haben. Google und andere großen Webseiten erscheinen nur in schwarz-weiß. In manchen Taxis hört man statt dem üblichen Thai-Country, das mystische Gemurmel betender Mönche, also das hundert Tage andauernde königliche Trauerritual. In dem internationalen Kindergarten, in dem meine Freundin arbeitet, hissen die Vierjährigen die Fahne weiterhin nur auf Halbmast.

Ich ziehe ich mich ebenfalls nur dunkel an – man will als Gast ja nicht unhöflich erscheinen. Und ich will keine Gefühle verletzen, was wirklich leicht passieren kann: Als ich eine thailändische Bekannte nach ihrem Befinden fragte, hat sie fast angefangen zu weinen.

Dass viele Thailänder noch immer tief erschüttert sind, sieht man auch beim Andrang am Palast. Dort wird der König die nächsten Monate noch aufgebahrt werden. 10.000 Personen will die Militärregierung jeden Tag bis zur königlichen Urne innerhalb der Dusit Maha Prasat Thronhalle vorlassen, letztendlich sind es aber wohl doch immer deutlich mehr. Immer wieder waren die Behörden von dem Ansturm überfordert – was ein ein bisschen paradox ist, schließlich hatte die Militärdiktatur das Volk zur hingebungsvollen Trauer aufgefordert.

Nun erwägt die Militärregierung ein Online-Buchungssystem einzuführen, um etwas Ordnung zu schaffen. Doch angesichts des bisherigen Chaos regt sich bei manchem Thailänder schon Misstrauen: Was nur, wenn sich manche Trauernde gleich mehrere Termine sichern?

Kommentare (4)

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Herr Tom Schmidt

02.11.2016, 13:36 Uhr

Na dann gibt das wohl noch richtig Ärger... wenn die ganzen westlichen Sxx-Touristen sich in dem Land benehmen sollen, dann geht das schief...

Account gelöscht!

02.11.2016, 14:36 Uhr

Tja, hier würde nicht so ein Aufwand betrieben werden........

Herr KJ S

02.11.2016, 14:57 Uhr

waehrend meines jetzigen Aufenthaltes im Sueden Thailands konnte ich persoenlich die Reaktion der Bevoelkerung auf den Tod von Koenig Bhumipol und die folgende Trauerstimmung miterleben. Die ausserordentliche Beliebtheit des Koenigs ist die Folge seines sehr bescheidenen und pflichtbewussten Lebens fuer die Entwicklung Thailands und der Einwohner. Er gilt als Vorbild fuer alle. Ich hoffe dass sein Nachfolger, wahrscheinlich sein Sohn, ebenso ein Vorbild fuer sein Volk sein wird. Thailand benoetigt einen weiteren Schritt von der Fokussierung auf Landwirtschaft auf ein neues technologisches Profil. Der Kronprinz hat mit seiner technischen Ausbildung (Pilot) viele dieser Voraussetzungen. Ich wuensche ihm viel Erfolg, nach der 100 taegigen Trauerfeier und einer weiteren Vorbereitung auf seine neue Aufgabe, Thailand in ein neue Entwicklungsstufe erfolgreich zu fuehren.

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