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08.11.2016

09:56 Uhr

Welttourismusorganisation

Die Urlaubsforscher

VonSandra Louven

Die „Welttourismusorganisation“ bestimmt mit, wie wir künftig reisen und was wir dabei erleben werden. Sie sieht im Tourismus weitaus mehr als nur Urlaub in fremden Ländern.

Es war ausgerechnet der spanische Diktator Francisco Franco, der das Land in den 50er Jahren für den Tourismus öffnete. Picture Alliance

Blick auf die Stadt Port d'Andratx

Es war ausgerechnet der spanische Diktator Francisco Franco, der das Land in den 50er Jahren für den Tourismus öffnete.

MadridSpanien steht weltweit auf Platz drei was die Zahl der Touristen angeht – hinter Frankreich und den USA. Das Land hat seinen Besuchern einiges zu bieten – neben jeder Menge Sonne eine stattliche Auswahl an Küsten sowie eine feierfreudige Bevölkerung, die viel Wert auf leckeres Essen und guten Wein legt.

Es war ausgerechnet der spanische Diktator Francisco Franco, der das Land in den 50er Jahren für den Tourismus öffnete. Er wollte damit die heimische Wirtschaft befeuern, aber auch die Integration Spaniens in die internationale Staatengemeinschaft fördern. In der Logik hat sich Spanien intensiv darum bemüht, eine Organisation ins Land zu holen, die weltweit die Referenz für die Branche ist: die Welttourismusorganisation.

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1946 gegründet hatte die heutige Sonder-Organisation der Vereinten Nationen (Uno) ihren Sitz zunächst in London, dann in Genf und seit 1975 in Madrid. Die Büros ihrer 110 Mitarbeiter liegen mitten im Herzen der spanischen Hauptstadt – direkt gegenüber vom Tourismus-Ministerium sowie einem riesigen Meliá-Hotel, der größten Hotelkette Spaniens. Die Institution mit dem unaussprechbaren Kürzel UNWTO (World Tourism Organisation) spielt eine zentrale Rolle bei der Frage, wie wir künftig reisen und was wir dabei erleben werden.

Bekannt ist sie vor allem für ihre Datensammlung zu Touristenströmen und ihre Prognose zur Zukunft der vergleichsweise jungen Branche. Während 1950 gerade einmal 25 Millionen Menschen weltweit als Touristen unterwegs waren, waren es im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden. Sie trugen zehn Prozent zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei. Bis 2030 rechnet die Organisation mit 1,8 Milliarden Besuchern. Regierungen rund um den Globus berufen sich in ihren Planungen auf die Prognosen aus Madrid.

Dabei liegt der Fokus inzwischen nicht mehr auf dieser Art von Statistik. „Die starke wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ist heute schon sehr offensichtlich“, erklärt Dirk Gläßer, Leiter der Abteilung Nachhaltigkeit in der Welt-Tourismus-Organisation. „Unsere Priorität liegt deshalb heute insbesondere darin, die Nachhaltigkeit umfassend sicherzustellen.“

Weltweit hat bei dem Thema in den vergangenen Jahren ein Umdenken stattgefunden. Bio-Lebensmittel erleben einen enormen Aufschwung und sind inzwischen selbst in Discountern wie Aldi zu finden. Es gibt kein Großunternehmen, das nicht neben einem Geschäfts- auch einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt.

Kommentare (1)

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Herr Tom Schmidt

08.11.2016, 12:24 Uhr

Ich wäre da sehr vorsichtig. Wenn eine Sache wie Tourismus plötzlich für Wertewandel, Nachhaltigkeit und ein besseres Leben steht, dann weiss man eigentlich, dass da jemand sich selbst nur überhöht.

Ketzerisch gefragt, was ist nachhaltig daran, dass die Deutschen per Flugzeug zum Saufen nach Malle fliegen? Oder noch viel schlimmer zum Kind.... also Sxxtourist nach Thailand?

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