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28.12.2011

17:21 Uhr

Politikerin des Jahres

Christine Lagarde - Die Geradlinige

VonJosef Ackermann

Europa und der Rest der Welt können sich glücklich schätzen, die französische Politikerin Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds zu wissen. Das macht sie zur Politikerin des Jahres.

Christine Lagarde. dpa

Christine Lagarde.

Mit Christine Lagarde zeichnet das "Handelsblatt" in diesem Jahr eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Politikerin aus. Sie ist als Nachfolgerin von Dominique Strauss-Kahn an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington die richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Diese Ansicht setzte sich nicht nur bei den Regierungen der Länder der Europäischen Union, die sie schließlich geschlossen für die Position vorgeschlagen hatten, schnell durch, sondern auch im Rest der Welt. Dort hatte es zunächst Vorbehalte gegen die Französin gegeben. So wurde etwa gefragt, ob die ehemalige Finanzministerin Frankreichs als IWF-Chefin die nötige Distanz bei der Bekämpfung der europäischen Staatsschuldenkrise aufbringen könne.

Laudator Josef Ackermann, Jahrgang 1948, ist seit 2002 der Chef der Deutschen Bank. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Investment-Banking zu einer der wesentlichen Ertragssäulen der Bank, die innerhalb weniger Jahre in die Spitzengruppe der globalen Investmentbanken aufrückte. Daneben ist der Schweizer in den Aufsichtsräten von Siemens, Royal Dutch Shell und Zurich Financial vertreten, engagiert sich in zahlreichen Gremien wie dem Institute of International Finance, dem Weltwirtschaftsforum Davos und - als Musikliebhaber - bei der Metropolitan Opera New York. Die frühere französische Finanzministerin und neue IWF-Chefin Christine Lagarde kennt und schätzt er seit Jahre. Reuters

Laudator Josef Ackermann, Jahrgang 1948, ist seit 2002 der Chef der Deutschen Bank. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Investment-Banking zu einer der wesentlichen Ertragssäulen der Bank, die innerhalb weniger Jahre in die Spitzengruppe der globalen Investmentbanken aufrückte. Daneben ist der Schweizer in den Aufsichtsräten von Siemens, Royal Dutch Shell und Zurich Financial vertreten, engagiert sich in zahlreichen Gremien wie dem Institute of International Finance, dem Weltwirtschaftsforum Davos und - als Musikliebhaber - bei der Metropolitan Opera New York. Die frühere französische Finanzministerin und neue IWF-Chefin Christine Lagarde kennt und schätzt er seit Jahre.

Mit der ihr eigenen Kompetenz und Zielstrebigkeit konnte Christine Lagarde aber alle Bedenken ausräumen und hat seit ihrem Amtsantritt als Direktorin des IWF im Juli dieses Jahres bewiesen, dass die Bedenken ihr gegenüber von vornherein vollkommen unbegründet waren.

Ohne falsche Rücksichtnahme spricht die heute 55-Jährige unangenehme Wahrheiten aus und an und ermahnt die Schuldnerländer, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen. Zugleich fordert sie von der Europäischen Union eindeutige und verlässliche Botschaften für die internationalen Finanzmärkte.

Wer klare Positionen vertritt und Probleme offen benennt, macht sich wenig Freunde und zieht zudem unvermeidlich Kritik auf sich. Ich schätze die Entschlossenheit und Geradlinigkeit, die die in Paris geborene Christine Lagarde vom ersten Tag an auch in ihrem neuen Amt gezeigt hat - obwohl ich mit ihr und ihren Ansichten nicht immer einig bin.

Hierzulande stieß besonders die Kritik an den hohen Außenhandelsüberschüssen Deutschlands auf heftigen Widerspruch, die sie noch als Finanzministerin Frankreichs geübt hatte. Man mag diese Kritik für unberechtigt halten. Aber Christine Lagarde hat damit eine zentrale Herausforderung für die Zukunft Europas auf die Agenda gesetzt: die großen Unterschiede in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik und die daraus resultierenden Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU.

Kommentare (4)

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Das-warme-Herz-der-Korruption

28.12.2011, 18:07 Uhr

So glaubwürdig wie ein Loblied Honeckers auf seinen Mielke

Der-vorbestrafte-Chirac

28.12.2011, 18:35 Uhr

Habe gerade zwei Jahre auf Bewährung bekommen für Vorteilsnahme und illegale Einflussnahme. Ich wünsche meiner kleinen Metastase im Geiste viel Glück bei ihrem Prozess wegen Begünstigung im Amt.

Organisierte-Kriminalitaet

28.12.2011, 18:54 Uhr

Ohne den Handlanger Trichet, der die EZB-Bilanz in eine Risikomüllhalde des französischen Bankensektors verwandelte und ohne die gerichtsnotorische ("Begünstigung im Amt") Lagarde wäre die Triade aus Société Générale, BNP Paribas und Credit Agricole längst Wirtschaftsgeschichte.
Die durchkorrumpierte Triade wird den Deutschen als "Troika" vorgestellt, wenn es darum geht, mit dem "Eurorettungsmärchen"
Subventionen zu schnorren.
Die IWF-Tranchen werden dafür verbraucht, den unbedachten ALt-Gläubigern Griechenlands einen schadlosen Abschied von ihrer Fehlinvestition zu ermöglichen. Die "Hilfstranchen" wandern zu den Alt-Gläubigern, die sich feixend verabschieden - zurück bleiben die entmündigten Bürger der Hilfs-Zahlstaaten, die via Lobbyismus zu unfreiwilligen Neu-Gläubigern Griechenlands werden.

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