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24.07.2000

13:22 Uhr

Politischer Einfluss als Grund für den bisher dümpelnden Aktienkurs

Die Politik hatte bei der Bank Austria meist das letzte Wort

Die Bank Austria, künftig Tochter der HypoVereinsbank, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Einzige Konstante war dabei die häufige Einflussnahme von Politikern und Gewerkschaften.

dpa WIEN. Die Bank Austria entstand 1991 aus der Fusion der Zentralsparkasse mit der Länderbank. Beide wurden im "Proporzstaat" Österreich dem sozialdemokratischen Lager zugeordnet. Chef der Länderbank war Anfang der 80er Jahre der spätere SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky. Die Zentralsparkasse gehörte vor der Fusion der traditionell "roten" Gemeinde Wien, die knapp ein Viertel der Bank Austria-Aktien hält.

Bank Austria-Chef Gerhard Randa, der über sich sagt, "zuerst Banker und dann Sozialdemokrat" zu sein, hatte 1990 das Ruder bei der Länderbank übernommen und galt als einer der Architekten der Fusion mit der Zentralsparkasse. 1995 übernahm er die Führung der Bank Austria und machte sich daran, sein Geldinstitut zur Nummer eins in Österreich zu machen. 1996 war es so weit: Die Bank Austria übernahm für 17 Mrd. Schilling (rund 2,4 Mrd. DM) den größten Konkurrenten, die Creditanstalt-Bankverein (CA).



Westdeutsche Landesbank hält rund 10%

Der Verkauf der CA-Staatsanteile sorgte für Zündstoff in der damaligen Großen Koalition aus SPÖ und ÖVP, stand die CA doch im Einflussbereich der ÖVP. Erst nach langen Verhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP war der Deal perfekt. Die ÖVP erhielt unter anderem die Zusicherung, dass der Einfluss der Stadt Wien auf die Bank abgebaut würde. Die Bank Austria holte in der Folge auch ausländische Partner ins Boot. Die Westdeutsche Landesbank hält nach eigenen Angaben rund zehn, die italienische Banca Intesa knapp vier Prozent.

Als Grund für den zuletzt vor sich hin dümpelnden Aktienkurs der Bank Austria wurden immer wieder der politische Einfluss und das Vetorecht des Betriebsrates genannt, das potenzielle Investoren abschrecke.

Bank Austria 3-Monatsverlauf

Erst der HypoVereinsbank gelang es, die Bedenken der Gemeinde Wien und des Betriebsrats gegen eine Übernahme zu zerstreuen. Die Arbeitsplätze seien gesichert und die Bank Austria bleibe trotz des Zusammengehens mit den Bayern eigenständig, sagte die ansonsten kämpferische Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann.

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