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24.05.2000

14:14 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in Deutschland hat im April an Kraft gewonnen. Nach den am Donnerstag vom Münchner Ifo-Institut vorgelegten Konjunkturdaten verbesserte sich der Geschäftsklimaindex in Westdeutschland im April auf 101,2 nach 100,5 im März. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen Anstieg des Index auf 100,9 Punkte, dem bereits im Februar erreichten Wert, erwartet. Auch in den neuen Ländern hellte sich die Lage weiter auf. Der Geschäftsklimaindex stieg von 107,2 im Vormonat auf 109,0.

Der Ifo-Geschäftsbeurteilungsindex in Westdeutschland stieg im April von 93,0 auf 94,1. Der Index für die Geschäftserwartungen in den alten Ländern lag im Berichtsmonat bei 108,5. In den neuen Ländern erhöhte sich der Geschäftsbeurteilungsindex auf 126,6. Der Index der Geschäftserwartungen lag bei 92,1.

Ulrich Beckmann von der Deutschen Bank sagte, die Zahlen seien stärker als erwartet ausgefallen. "Es ist ein kräftiger Anstieg." Die derzeitigen Wechselkurse wirkten sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft aus.

Von erfreulichen Zahlen sprach Christoph Hausen von der Commerzbank. Sie deuteten darauf hin, dass der Aufwärtstrend und die Expansion der deutschen Wirtschaft auch in den kommenden Monaten andauern dürfte.

Gerhard Grebe von der Bank Julius Bär sagte: "Der deutliche Anstieg liegt über meinen Erwartungen." Der Rückgang im März sei offensichtlich nur ein Ausrutscher gewesen. Die Zahl für April zeige, dass sich die Euro-Schwäche positiv auf die Wirtschaft auswirke. "Für die EZB ist dies ein deutliches Signal, dass die Konjunktur so gut Tritt gefasst hat, dass eine weitere Zinserhöhung keinen Schaden anrichtet." Die nächste Zinserhöhung um 25 Baispunkt auf vier Prozent könnte schon in der nächsten Woche kommen.

Der Euro, der kurz vor der Veröffentlichung der Daten mit 0,8932/37 $ notiert hatte, reagierte kaum auf die guten Zahlen. Am spätern Vormittag notierte er mit 0,8936/41 $ wenig verändert.

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