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14.02.2001

14:03 Uhr

Positiver Impuls für den Kurs der "Aktie Gelb"

Die Post-Aktie steht vor Aufnahme in den Dax

Die Post-Aktie wird künftig im Deutschen Aktienindex (Dax) notiert. Eine entsprechende Entscheidung der Deutschen Börse, die am späten Mittwochabend in Frankfurt/Main (nach Börsenschluss, um 2200 Uhr) verkündet werden sollte, gilt als sicher und reine Formsache. Nach dem Beschluss wird die Post-Aktie vier Monate nach dem Börsendebüt erstmals am 19. März 2001 als Dax-Wert erscheinen.

dpa BONN. Auf den Kurs der "Aktie Gelb" dürfte sich die Übernahme positiv auswirken, schätzen Analysten. Sie steht dann bei Investoren stärker im Blickfeld und viele Fonds- und Vermögensverwalter kommen an einem Dax-Wert nicht vorbei, da sie ihr Portfolio am Index ausrichten. Einen großen Schub nach oben erwarten Experten aber nicht, da die Post-Aktie von Anfang an als heißer Dax-Kandidat gehandelt wurde.

Seit dem Börsengang am 20. November hat sich die Aktie bei einem Ausgabepreis von 21 Euro in einem schwierigen Marktumfeld ohne große Sprünge oder Einbrüche relativ gut behauptet. Sie bewegte sich zwischen 21,40 und 24,18 Euro. Vor der Dax-Entscheidung pendelte der Kurs am Mittwochnachmittag um 23,50 Euro.

Die Aufnahme der Post-Aktie in den Blue-Chip-Index war programmiert. Der Konzern erfüllt die Kriterien. Bei der Marktkapitalisierung stand die Post (zum Stichtag 31. Januar 2001) mit knapp 13 Mrd. Euro auf Platz 19 unter den 30 Dax-Werten, hieß es von der Deutschen Börse. Beim Börsenumsatz rangierte sie mit 7,61 Mrd. Euro auf Platz 23. Sie zählt damit klar zu den 25 stärksten Unternehmen.

Ziel der Post sei auch die Aufnahme in den Europäischen Index Euro-STOXX 50, hat Post-Finanzvorstand Edgar Ernst bereits betont. Ein solcher Schritt könnte - wegen des erforderlichen Streubesitzes - aber erst erfolgen, wenn der Bund sich von seiner Aktien-Mehrheit trennt.

Bund hält Mehrheit der Anteile

Nach wie vor ist der Bund mit rund zwei Dritteln der Anteile der Mehrheitseigentümer des früheren Staatsunternehmens. In diesem Jahr wird der Bund in Absprache mit den Konsortialbanken und dem Konzern keine neuen Post-Aktien mehr zum Kauf anbieten. Der Bund hatte beim Börsengang erst rund 29 % seiner Anteile an den Markt gebracht. Langfristig soll die Post aber ganz an die Börse kommen.

Für den Logistik-Konzern wechseln zur Zeit gute mit weniger erfreulichen Nachrichten. Erst in der vergangenen Woche hatte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) definitiv die Verlängerung des nationalen Briefmonopols angekündigt. Damit sind der Post ungeachtet der Proteste der privaten Konkurrenz und der Nachteile für die Verbraucher auch über das Jahr 2002 hinaus weiter satte Monopolgewinne garantiert. Doch zugleich könnte der Post dann aber eine Porto-Senkung drohen, wie Müller durchblicken ließ.

Außerdem arbeitet die EU-Kommission weiter an mehreren Wettbewerbsverfahren. Ein erster blauer Brief für die Post zu unerlaubten Rabattregelungen mit Versandhäuser dürfte in Kürze eintreffen. Und schließlich zeichnet sich ab, dass die Post ihre viele internationalen Zukäufe erst noch verdauen muss. In den USA gibt es inzwischen auch Probleme mit der Mehrheitsbeteiligung der Post am weltweit führenden Expressdienstleister DHL International.

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