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22.01.2001

20:49 Uhr

Präsident gegen Zuschüsse für internationale Organisationen

Bush will Abtreibungen nicht länger unterstützen

Der neue US-Präsident George W. Bush will als eine der ersten Maßnahmen im Amt offenbar ein Signal gegen Abtreibung setzen. Außerdem forderte erhohe ethische Standards im Weißen Haus.

ap WASHINGTON. Beobachter erwarteten, dass Bush schon bald die Unterstützung für internationale Organisationen streichen wird, wenn diese Abtreibungen und Schwangerenberatung anbieten. Bei der Vereidigung von zahlreichen Mitarbeitern seiner Regierung forderte Bush am Montag außerdem hohe ethische Standards für die Arbeit im Weißen Haus.

Regierungssprecher Ari Fleischer erklärte, der Präsident wolle nicht mit Steuergeldern für Abtreibungen bezahlen. Die neue Regierung nimmt damit die entgegengesetzte Haltung zu Bushs Vorgänger Bill Clinton ein, der die internationalen Organisationen trotz Protesten der Republikaner unterstützt hatte. Aus dem Weißen Haus verlautete, die entsprechende Entscheidung sei bereits getroffen, und Bush werde die nötigen Anweisungen möglicherweise noch am Montag geben. Abtreibungsgegner begrüßten die Ankündigung. Das Weiße Haus werde nun von jemandem geführt, für den das Leben heilig sei, sagte der republikanische Abgeordnete Chris Smith.

Bush betonte, er erwarte von allen Mitgliedern der Regierung, dass sie innerhalb juristischer und ethischer Grenzen arbeiteten. "Das bedeutet, dass sie sogar den Anschein von unangemessenem Benehmen vermeiden müssen." Der Präsident forderte seine Mitarbeiter auf, sich mit ethischen Fragen an seinen Rechtsberater Al Gonzales zu wenden. Vizepräsident Dick Cheney erklärte, alle Mitarbeiter hätten große Verantwortung auf sich genommen. "Sie dienen dem Präsidenten und dem Weißen Haus und der Regierung", sagte er. "Aber vor allem dienen Sie dem amerikanischen Volk."

Bush traf sich am Montag mit führenden Kongressmitgliedern beider Parteien. Er wollte dabei erste Gesetzesvorlagen vorbereiten. Priorität haben die Steuer- und die Bildungspolitik. Einzelheiten sollen nach Angaben von Mitarbeitern des Weißen Hauses im kommenden Monat bei der Vorlage von Bushs erstem Haushalt bekannt gegeben werden. Bush hat im Wahlkampf Steuersenkungen in den nächsten zehn Jahren im Umfang von 1,6 Billionen Dollar angekündigt.

Der aus dem Amt geschiedene Präsident Bill Clinton entspannte sich unterdessen in seinem neuen Haus in Chappaqua im Staat New York. Erstmals seit Jahren schlief er am Sonntag lange und verbrachte den Tag ohne Zeitungslektüre. Seine Frau Hillary Rodham Clinton, die im November in den Senat gewählt wurde, wollte am Montag nach Washington an ihren neuen Arbeitsplatz im Senat zurückkehren.



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