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30.07.2000

14:45 Uhr

dpa BELGRAD. Die serbische demokratische Opposition will bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen mit einem gemeinsamen Kandidaten gegen Slobodan Milosevic antreten. Das haben am Samstag in Belgrad führende Vertreter der meisten oppositionellen Parteien und Bündnisse beschlossen. Allerdings will die größte Oppositionspartei, die Serbische Erneuerungsbewegung (SPO) von Vuc Draskovic, die Präsidentschaftswahlen wie möglicherweise alle anderen im September geplanten Abstimmungen boykottieren. Nach SPO-Auffassung sind die Voraussetzungen für demokratische Wahlen nicht gegeben.

Der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic hat für den 24. September außerdem Wahlen für das Bundesparlament, Provinzwahlen in der Vojvodina und Kommunalwahlen in Serbien angesetzt. Der Wahlkampf der in Belgrad regierenden Koalition aus Sozialisten, extremen Radikalen und Kommunisten (JUL) lief am Wochenende schon auf Hochtouren. Die Staatsmedien beschuldigten die Opposition erneut, "Knechte der NATO-Barbaren" zu sein. Die regierende Koalition sei einziger Garant der Freiheit und des Fortschritts.

Über den gemeinsamen oppositionellen Präsidentschaftskandidaten soll Ende kommender Woche entschieden werden. Chancen scheint vor allem der Chef der national-konservativen Serbischen Demokratischen Partei, Vojislav Kostunica, zu haben. Inzwischen sollen Gespräche mit der prowestlichen Regierungskoalition in Montenegro geführt werden, die ihren Wahlboykott angekündigt hat.

Mit ihrer Beteiligung an den Wahlen will die Opposition das Milosevic-Regime, das gegen die Interessen Serbiens und Montenegros handele, besiegen und die Interessen des Volkes und der Bürger schützen, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Jede Uneinigkeit entferne die Opposition von ihren Zielen. Deswegen sei die Opposition zur Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften bereit. Dies gelte auch für die SPO, sagte Cedomir Jovanovic, welcher der Demokratischen Partei angehört, der Nachrichtenagentur Beta.

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