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09.04.2003

16:43 Uhr

Präzisionsstrahlengerät

Neue Technik soll punktgenaue Tumorbestrahlung ermöglichen

Mit einer neuen Bestrahlungstechnik will die Erlanger Universitätsklinik den Erfolg der Tumortherapie verbessern. Ein computergesteuertes Patientenpositionierungssystem ermöglicht nach Angaben der Klinik eine bislang in Deutschland unerreichte Genauigkeit bei der Strahlentherapie.

HB/dpa ERLANGEN. Wie Klinikchef Rolf Sauer am Mittwoch erläuterte, können damit auch Tumore außerhalb des Kopfes mit Millimetergenauigkeit radiochirurgisch beseitigt werden, ohne umliegendes gesundes Gewebe zu beschädigen. Bei der herkömmlichen Strahlentherapie lag die Genauigkeit den Angaben zufolge bislang bei drei bis fünf Millimetern.

Kern des Gemeinschaftsprojektes der Klinik für Strahlentherapie und der Klinik für Neurochirurgie ist ein so genannter Stereotaxiebeschleuniger. In einem dreidimensionalen Koordinatensystem werden die Ergebnisse der Computertomographie und der Kernspintomographie miteinander verschmolzen. Mit dem Präzisionsstrahlengerät könnten die Zielgenauigkeit sowie die Dosierung der Bestrahlung entscheidend verbessert und riskante chirurgische Eingriffe vermieden werden, sagte der Direktor der neurochirurgischen Klinik, Rudolf Fahlbusch. "Wir können damit einen Tumor in 20 Minuten abschießen."

Die neue Technik solle in erster Linie im Kampf gegen gutartige Tumore, Gefäßmissbildungen und Tochtergeschwülste bösartiger Tumore angewandt werden, erläuterte Sauer. Als Einsatzbereiche gelten außer dem Kopf auch Lunge, Leber, Prostata und Bauchspeicheldrüse. Je nach Tumorart reiche eine einzige, hochdosierte Strahlendosis.

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