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23.01.2003

05:27 Uhr

FRANKFURT/M. Wer am Wochenende seinen vor Prospekten überquellenden Briefkasten leert, dem fallen unwillkürlich die immer günstigeren Computer auf, mit denen Kaufhof, Karstadt, Lidl, Aldi, Plus, Saturn, Media Markt, Penny, Norma und Real werben. Und wer daneben die Kataloge der Volksbildungswerke wälzt, dem stechen PC-Kurse für alle möglichen Bevölkerungsschichten ins Auge. Kurzum: Der PC gehört wegen Internet und E-Mail in den meisten Haushalten bereits zur Ausstattung wie das Telefon.

Das spüren vor allem die, die Aldi und Co. mit preisgünstigen Geräten beliefern. Und Aktionäre, die deren Aktien halten. Medion, Gericom und 4MBO - genau in dieser Reihenfolge - teilen sich mit etlichen anderen Anbietern einen Massenmarkt, auf dem der Kunde Qualität zum günstigen Preis will. Zumindest Medion und Gericom zählen zu den Werten, die ihre Aktionäre auch im schwierigen Börsenjahr 2002 nicht enttäuschten, wenn auch sie sich nicht dem allgemeinen Abwärtstrend entziehen konnten. Seitdem Gericom in der vergangenen Woche vorläufige Umsatzzahlen genannt hat und diese die Prognosen der Analysten übertrafen, sind die Erwartungen an die Konkurrenten ebenfalls gestiegen.

Vor allem gegenüber Medion: Die Essener, die als Lieferant für Aldi bekannt geworden sind, haben wohlweislich allen Spekulationen einen Riegel vorgeschoben, indem sie erklärten, vor Bekanntgabe der Jahreszahlen im März keine weiteren Angaben zur Geschäftsentwicklung zu machen. Analysten werteten dies sogleich als Zeichen, dass Medion seine Umsatz-, Ergebnis- und Ertragsprognose von 25 bis 30 % erfüllen wird. Immerhin gehen die 16 Analysten, die Medion covern, im Schnitt von einem Gewinn von 1,87 Euro je Aktie aus. Kritische Worte kommen ihnen so gut wie nie über die Lippen.

Zumal die anstehende Neusegmentierung der Deutschen Börse die Anlegerphantasie weiter schürt: Medion ist mit Sicherheit ab Ende März im MDax vertreten. Und die Tatsache, dass das Unternehmen dort nach aktuellen Zahlen in puncto Marktkapitalisierung auf Rang 12 und bei den Börsenumsätzen sogar auf Platz 9 liegen, lässt sogar die Hoffnung keimen, dass die Essener bei weiterhin anhaltendem Wachstum langfristig in den Dax aufrücken könnten.

Davon ist man bei Gericom weit entfernt. Für die Linzer dürfte es nur für den SDax reichen. Trotzdem hat sich Gericom inzwischen als zweite Kraft auf dem deutschen Massenmarkt etabliert. Die Strategie von Firmenchef Hermann Oberlehner ist einfach: Er versieht seine Produkte stets mit mindestens einem innovativen Produkt. Außerdem legt er größten Wert darauf, stets auf Seite 1 eines Prospektes vertreten zu sein.

In allen Gazetten war in der Vorweihnachtszeit auch 4MBO. Der über den Discounter Plus vertriebene so genannte "Volks-PC" strahle, meldete das Magazin PC-Welt. Das anschließend angerufene Landgericht Hamburg hat der PC-Welt zwar nicht bestätigt, dass der Volks-PC die gesetzlich definierten Strahlenhöchstwerte überschreite. Allerdings weise die Richtlinie EN 55022 Spielräume auf, weswegen das Magazin seine Behauptung aufrecht erhalten durfte. Für Werbung war gesorgt. 4MBO bestätigte seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Nach zwei schwierigen Jahren wurden im vierten Quartal 2002 wieder Gewinne eingefahren.

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