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14.01.2003

20:15 Uhr

Preiskampf beschleunigt Pleitewelle

Großes Sterben im Textileinzelhandel

Der harte Preiskampf hat nach Darstellung des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels im vergangenen Jahr viele Händler zur Aufgabe gezwungen.

HB/dpa DÜSSELDORF. Bundesweit machten 2002 schätzungsweise 3000 Textileinzelhändler ihren Laden dicht, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Siegfried Jacobs, am Dienstag in Düsseldorf. Das seien 1000 Geschäftsaufgaben mehr als im Durchschnitt der Vorjahre. Neben Pleiten spiele auch das Nachfolgeproblem eine Rolle. Die Sparte Textilhandel schrumpfte demnach auf etwa 42 000 Unternehmen.

Die deutschen Verbraucher haben die Preis- und Rabattschlachten 2002 zum günstigen Bekleidungseinkauf genutzt. Der Textileinzelhandel verbuchte einen Rekordumsatzrückgang von acht Prozent oder fünf Milliarden Euro auf 54,9 Milliarden Euro. Auch für 2003 werde kein Wachstum erwartet. Das wäre das zehnte Jahr in Folge ohne Aufwärtsentwicklung. Während Fachgeschäfte zweistellige Umsatzeinbrüche verbuchten, seien Ketten und Discounter Gewinner der Krise. Aldi sei im Textileinzelhandel schon Nummer 7. Der Verband geht wegen niedriger Margen nicht davon aus, dass der Preiskampf unvermindert weiter geht. Je 100 Euro Umsatz machte ein Textilfachhändler 2001 im Durchschnitt nur 1 Euro Gewinn.

Die Bekleidungsindustrie forderte ein Ende der Preiskämpfe. Die Hersteller seien oft regelrechten Erpressungsversuchen ausgesetzt, beklagte der Präsident des Verbandes der Herrenbekleidungsindustrie HAKA, Klaus Brinkmann. Der preisaggressive Handel versuche mit Druck, Rabattaktionen durch immer niedrigere Einkaufspreise zu finanzieren. Der Export sei für die Modehersteller eine wichtige Stütze. Handel und Industrie wollen Modetrends schneller aufgreifen und damit die Kauflust stimulieren. Die Modebranche erhofft sich einen Schub von der Düsseldorfer Fachmesse CPD, die vom 2. bis 4. Februar die neuen Trends für die Herbst- und Wintermode 2003/2004 präsentiert.

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