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07.01.2001

16:30 Uhr

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Presse: Staatsanwalt errmittelt weiter bei FlowTex

Im Milliardenbetrugsfall FlowTex fokussiert die Mannheimer Staatsanwaltschaft nach einem Zeitungsbericht ihre Ermittlungen auf den deutsch-syrischen Geschäftsmann Mohamed Yassin Dogmoch.

dpa HAMBURG. Im Milliardenbetrugsfall FlowTex fokussiert die Mannheimer Staatsanwaltschaft nach Informationen der "Financial Times Deutschland" ihre Ermittlungen auf den deutsch-syrischen Geschäftsmann Mohamed Yassin Dogmoch. Der in Beirut (Libanon) lebende Dogmoch werde des schweren Betrugs verdächtigt, schreibt die Zeitung (Montagausgabe). Er gelte nun als Schlüsselfigur in dem Skandal um milliardenschwere Scheingeschäfte mit Bohrsystemen der Firma FlowTex.

Der 59-jährige Dogmoch soll die - seit Februar 2000 inhaftierten - FlowTex-Geschäftsführer Manfred Schmider und Klaus Kleiser bei der Beschaffung von Scheinrechnungen unterstützt und ihnen nicht diskontierfähige Millionenwechsel beschafft haben. "Schmider und Kleiser brauchten Dogmochs Hilfe, sonst wären die Luftgeschäfte mit Bohrsystemen schon viel früher aufgeflogen", sagte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski der Zeitung.

Vor Weihnachten hatte das Oberlandesgericht Karlsruhe Schmider und Kleiser eine Haftentlassung über die Feiertage wegen Fluchtgefahr verwehrt. Die Manager sollen zwischen Januar 1994 und Februar 2000 in 406 Fällen bei 52 Leasing-Gesellschaften mit Scheingeschäften 4,3 Mrd. DM erschwindelt haben. Der Schaden beläuft sich abzüglich gezahlter Leasingraten auf 2,9 Mrd. DM.

Dogmoch beteuert seine Unschuld, weigert sich aber, nach Deutschland zu kommen. Der Geschäftsmann, der von Beirut aus eine Holding mit 37 Firmen leitet, vertrieb die FlowTex-Technik im arabischen Raum. Im Frühjahr 2000 erklärte Dogmoch, er habe der Staatsanwaltschaft schriftlich alle Fragen beantwortet. Die insolvente FlowTex-Gruppe schulde ihm sogar noch 70 Mill. DM.

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