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23.01.2002

21:54 Uhr

Pressekonferenz am Freitag

Cargolifter will Finanzierungsplan im März vorlegen

Die Maßnahmen zur Beschaffung weiterer liquider Mittel werden eines der Hauptthemen der für Freitag angesetzten Pressekonferenz der Cargolifter AG sein, auf der das Unternehmen über den Geschäftsverlauf des ersten Quartals 2001/02 informieren will.

vwd BERLIN. Das damit verbundene Zahlenwerk ist nach Einschätzung von Analysten zweitrangig, da das Unternehmen sich noch immer in der Phase der Anlaufverluste befindet. Wichtig sei die Frage, ob das Unternehmen Finanzpartner findet, sagte ein Analyst im Gespräch mit vwd. Nicht zu erwarten ist nach Unternehmensangaben ein konkreter Plan, wie die nötige Kapitalbeschaffung über die Bühne gehen soll.

Die Vorlages dieses Plans sei erst auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 16. März zu erwarten, sagte Cargolifter-Sprecherin Silke Rösser auf Anfrage. Verfolgt würden in den derzeit noch laufenden Gesprächen weiterhin die Optionen Fremdfinanzierung über zum Teil durch die öffentliche Hand abgesicherte Kredite, staatliche Fördermittel und die Beteiligung strategischer Investoren. Bei der Beteiligung anderer Unternehmen an der Cargolifter AG zeichnet sich indes eventuell ein Wandel ab.

Bislang räumt eine Klausel dem Vorstand ein Vetorecht ein, sollte ein Investor mehr als 20 Prozent der Aktien-Anteile erwerben. Aus diesem Grund ist der britische Henderson-Fonds, der 15 Prozent der Aktien hält, bislang noch der größte Investor. Ob die Linie, nur mehrere kleinere strategische Beteiligungen anzustreben, beibehalten wird, hänge von den laufenden Gesprächen ab, sagte Rösser. Nach wie vor wird in Fachkreisen der US-Luftfahrtkonzern Boeing als möglicher Investor gehandelt.

Auch weiterhin will Boeing Deutschland entsprechende Verhandlungen, so Sprecher Heinrich Großbongerdt, weder bestätigen noch dementieren. Für eine Fremdfinanzierung besteht laut Cargolifter-Vorstand Carl von Gablenz die Möglichkeit einer Absicherung durch eine Bürgschaft der öffentlichen Hand. Bislang sei dem Unternehmen eine Bund-/Land-Bürgschaft in von 35 Mio Euro zur 80-prozentigen Absicherung von Krediten zugesagt, über deren Ausbau derzeit verhandelt werde. Partner einer solchen durch Bürgschaft abgesicherten Fremdfinanzierung sei am ehesten die Bankgesellschaft Berlin AG, da das Land Brandenburg nicht über eine eigene Landesbank verfüge, erklärte von Gablenz.

Nach der Wahl des Berliner Senats sieht er die Handlungsfähigkeit der Bankgesellschaft nun wieder gegeben. Bezüglich weiterer öffentlicher Unterstützung gebe es keinen Grund, warum Cargolifter als Technologieprojekt der Luft- und Raumfahrt nicht im üblichen Rahmen wie Airbus und Dornier auch gefördert werde. Ergebnisse der von der brandenburgischen Landesregierung bestätigten Gespräche über eine mögliche weitere Förderung stehen nach Mitteilung eines Sprechers noch nicht an. "Das Land ist nach wie vor an einer erfolgreichen Durchführung des CargoLifter-Vorhabens bis zur Marktreife interessiert", sagte der Potsdamer Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß am Mittwoch.

Auch im Bundeswirtschaftsministerium wurde am Mittwoch bestätigt, dass das Unternehmen Gespräche über eine mögliche Bürgschaft gesucht habe. Diese liefen aber noch, ein Ergebnis sei noch nicht absehbar. "Ich bin zuversichtlich, dass die Öffentliche Hand das Unternehmen nicht sterben lässt", sagte der Analyst. "Immerhin haben wir in diesem Jahr Wahlen." Insofern könne man den Vorstoß des Vorstandsvorsitzenden von Gablenz als strategisch geschickt bezeichnen. Die Schwäche des Aktienmarktes sei Grund für die jetzige Finanzsituation, die aber nicht wirklich überraschend gekommen sei.

Auf der Produktseite gebe es keine Probleme, und wichtig sei nun, dass in dem Unternehmen keine Untergangstimmung entsteht, sagte der Analyst. Fest steht aber, dass die derzeit noch die Liquidität von Cargolifter sichernden 40 Mio Euro in den Kassen im zweiten Quartal 2002 erschöpft sein werden. Soll die Entwicklung des Transportluftschiffs CL 160, für die inzwischen nahezu alle externen Partner beisammen sind, planmäßig weitergehen, müssten bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 31. August weitere 100 Mio Euro aufgebracht werden, so Sprecherin Rösser. Auch die noch nötige Gesamtfinanzierung von 283 Mio Euro bis zum geplanten Start der Serienproduktion des CL 160 in 2004/05 sei derzeit schon Gesprächsthema mit den verschiedenen möglichen Partnern.

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