Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2002

19:00 Uhr

Handelsblatt

Primacom AG erneut im Visier der Medienaufsicht

Nach Beschwerden von ARD und ZDF ist der Netzbetreiber Primacom erneut ins Visier der Medienaufsicht geraten. Wegen der umstrittenen Programmeinspeisungspolitik des Kabelnetzanbieters hat die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) jetzt ein Aufsichtsverfahren eingeleitet.

dpa DRESDEN. Die Beschwerden der öffentlich-rechtlichen Sender würden sehr ernst genommen, erklärte der Präsident des Medienrates, Kurt- Ulrich Mayer, am Montag in Dresden. Mit einer Entscheidung der SLM sei frühestens in zwei Monaten zu rechnen.

ARD und ZDF hatten der Primacom AG (Mainz) vorgeworfen, ihre digitalen Programme unvollständig im Kabelnetz zu verbreiten. Die betroffenen Zuschauer in Leipzig könnten unter anderem durch "eigenmächtige Eingriffe" von Primacom das im ARD-Bouquet enthaltene Programm SWR-Fernsehen Rheinland-Pfalz und den im ZDF-Bouquet verbreiteten US-Wirtschaftssender CNBC nicht empfangen. Ein Sprecher von Primacom hatte die Vorwürfe als unbegründet zurück gewiesen.

Laut Mayer handelt es sich um schwierige Rechtsfragen. Auch sei der Sachverhalt noch nicht hinreichend aufgeklärt. In das Aufsichtsverfahren sei auch die Gemeinsame Stelle Digitaler Zugang aller Landesmedienanstalten Deutschlands zwingend einzubeziehen.

Primacom hat nach eigenen Angaben als erster großer Kabelnetzbetreiber begonnen, seine 1,3 Mill. Kunden in Deutschland mit Decodern zum Empfang von bis zu 80 digitalen Programmen auszurüsten. 7000 Kunden hätten bisher das Angebot angenommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×