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16.01.2003

10:22 Uhr

Privatanleger ziehen sich zurück

UBS: Zentralbanken kaufen verstärkt US-Wertpapiere

Als historisches Zeichen für eine Schwäche des US-Dollar deuten es Analysten von UBS Warburg, dass ausländische Zentralbanken in den vergangenen Wochen ihre Käufe von US-Wertpapieren gesteigert haben.

vwd NEW YORK. In einem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Bericht von UBS Warburg heißt es, die Zentralbanken kauften Dollar im Austausch für ihre jeweiligen Landeswährungen, um eine zu starke Aufwertung der Landeswährungen gegenüber dem US-Dollar zu verhindern. Zentralbanken begegneten den globalen Devisenmarktbewegungen aktiver als gemeinhin angenommen, schreiben die UBS-Analysten.

Im Wochenausweis der ausländischen Depotbestände der Federal Reserve Bank of New York sei ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen gewesen. In der Woche zum 8. Januar habe die New York Fed 861,1 Mrd. $ an marktfähigen US-Wertpapieren für ausländische Zentralbanken gehalten verglichen mit 729,2 Mrd. $ (plus 18,1 Prozent) im Vorjahr. Dabei hätten sich die Käufe in jüngster Zeit beschleunigt: In der Woche zum 13. November habe sich das Volumen noch auf 809,9 Mrd. $ belaufen. Damit hätten die ausländischen Zentralbanken innerhalb von knapp zwei Monaten ihre US-Anlagen um 51,1 Mrd. $ aufgestockt, heißt es in dem Bericht.

Privatanleger zíehen sich zurück

Gleichzeitig hätten allerdings Privatanleger mit einem Rückzug aus US-Anlagen begonnen. Devisen-Analyst Michael Woolfolk von Bank of New York schreibt, seit Mitte November sei anhand der Treuhand-Portfolio-Bewegungen ein Netto-Abfluss aus festverzinslichen US-Wertpapieren und ein Zufluss in Anleihen der Eurozone zu verzeichnen. Dies sei der Grund für den Rückgang des Dollarkurses in den vergangenen Wochen.

Nach Einschätzung der UBS-Analysten dürften die Käufe von US-Titeln durch die ausländischen Zentralbanken nicht ausreichen, um eine weitere Abwertung des Dollar zu verhindern. In dem Bericht heißt es, solange die USA ein Leistungsbilanzdefizit von nahe 40 Mrd. $ im Monat verzeichneten und der Zufluss von privatem Kapital weiter nachlasse, sei selbst dann mit einem weiteren Dollar-Rückgang zu rechnen, wenn die Wertpapier-Käufe der ausländischen Zentralbanken ein Volumen von zehn Mrd. $ pro Woche erreichten.

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