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15.01.2003

19:55 Uhr

Pro-Forma-Bilanzierung eingeschränkt

US-Börsenaufsicht verschärft Regeln

US-Unternehmen haben künftig weniger Spielraum, ein geschöntes Bild von ihren Finanzergebnissen zu zeichnen. Die heimische Börsenaufsicht SEC beschloss am Mittwoch, dass so genannte Pro-Forma-Ergebnisse, in denen Sonderfaktoren unberücksichtigt bleiben, nur unter bestimmten Bedingungen veröffentlicht werden dürfen. Zudem schränkten die Aufseher die Möglichkeiten zum Aktienverkauf von Topmanagern ein.

Reuters WASHINGTON. Nach dem Willen der SEC dürfen die Unternehmen künftig nur dann Pro-Forma-Zahlen mitteilen, wenn sie zugleich detailliert erläutern, wie diese von den Ergebnissen nach dem US-Bilanzierungsstandard GAAP abweichen. Mit Pro-Forma-Daten können Unternehmen Kosten oder Erlöse aus außergewöhnlichen Ereignissen wie Übernahmen aus ihren Ergebnissen herausrechnen und so die Vergleichbarkeit zum Vorjahr verbessern. In den vergangenen Jahren begann allerdings eine Reihe meist unprofitabler Unternehmen, diese Praxis immer stärker auszunutzen, um ihre Ergebnisse aufzupolieren. Die Pro-Forma-Darstellung geriet dadurch verstärkt in die Kritik. Für ausländische Unternehmen sollen Ausnahmen gelten, wenn sie nicht nach GAAP bilanzieren.

Die fünf Kommissare der SEC votierten zudem einstimmig für das Verbot von Aktienverkäufen aus dem Besitz von Führungskräften eines Unternehmens, solange für die Pensionsfonds der Mitarbeiter entsprechende Sperrfristen gelten. Beim Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron im vergangenen Jahr hatten Mitglieder der Unternehmensführung tausende Aktien verkauft, während die Pensionsfonds auf den immer wertloser werdenden Anteilsscheinen sitzen blieben. Tausende Enron-Angestellte verloren dabei einen Großteil ihrer Ersparnisse.

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