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03.04.2003

07:35 Uhr

Pro-Irak-Demonstrationen

Sechs Palästinenser von israelischen Soldaten getötet

Israelische Soldaten haben in der Nacht zum Donnerstag im Gazastreifen und Westjordanland sechs Palästinenser getötet und acht weitere verletzt. Unter den Toten sollen mindestens drei unbewaffnete Zivilisten gewesen sein.

HB/dpa GAZA/RAMALLAH. In Dschenin im nördlichen Westjordanland demonstrierten Tausende von Palästinensern ihre Solidarität mit dem irakischen Volk. Sie erinnerten auch an den Jahrestag der schweren Kämpfe im Flüchtlingslager von Dschenin, bei denen im vergangenen April etwa 50 Einwohner getötet worden waren.

Die Armee drang kurz nach Mitternacht mit etwa 25 Fahrzeugen mit Unterstützung von Kampfhubschraubern in die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens ein. Ihnen stellten sich bewaffnete Palästinenser entgegen. Drei unbeteiligte Zivilisten wurden nach palästinensischen Angaben getötet, als sie von einer Rakete aus einem Hubschrauber getroffen worden. Ein bewaffneter Mann wurde bei einem Gefecht von Soldaten erschossen.

Obwohl die Armee erst vor wenigen Tagen zugesagt hatte, keine weiteren Häuser im Gazastreifen mehr zu zerstören, sprengten Armeekommandos anschließend fünf Gebäude in dem Gebiet. Die Armee sprach von vier Häusern, die über Tunnels gestanden hätten, die Palästinenser zum Schmuggel von Waffen aus dem benachbarten Ägypten benutzt haben sollen. Auch in Ost-Jerusalem wurden neun Gebäude in arabischem Besitz demoliert. Sie wurden nach israelischen Angaben ohne Genehmigung errichtet.

Inzwischen erschossen Soldaten in der Stadt Kalkilia im Westjordanland nach Augenzeugenberichten einen 14-jährigen Jugendlichen. Nach Armeeangaben wurde in Nablus ein mutmaßlicher Extremist erschossen, als er sich seiner Festnahme entziehen wollte. Bei dem Zwischenfall wurden auch zwei Soldaten verletzt.

Die Truppen setzten unterdessen die Razzien in Tulkarem fort. Nach Medienberichten wurden etwa Tausend am Vortag festgenommene Männer wieder auf freien Fuß gesetzt, jedoch daran gehindert, in ihre Häuser im Flüchtlingslager zurückzukehren. Viele von ihnen mussten sich daher nach vorübergehenden Unterkünften umsehen. Nach israelischen Angaben fanden die Soldaten bei Suchaktionen in dem Lager Materialien zur Bombenherstellung.

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